Zuger Traditionsgeschäft muss nach 42 Jahren aufgeben
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Das Lederwarengeschäft an der Gotthardstrasse in Zug ist Geschichte. (Bild: Screenshot Google StreetView)

Opfer des Online-Handels – und Corona Zuger Traditionsgeschäft muss nach 42 Jahren aufgeben

2 min Lesezeit 1 Kommentar 17.03.2021, 17:00 Uhr

Das Lederwarengeschäft Odermatt an der Zuger Gotthardstrasse muss schliessen. Ein wichtiger Grund sei der zunehmende Online-Handel. Den Rest habe dem Geschäft aber die Pandemie gegeben.

Das Traditionsgeschäft Odermatt, das an der Gotthardstrasse in der Stadt Zug seit 42 Jahren unter anderem Lederwaren verkauft, muss seine Tore schliessen. Hauptgrund dafür, dass die Schliessung gerade jetzt erfolgt, sind die Auswirkungen der Coronapandemie auf sein Geschäft, wie die «Zuger Zeitung» berichtet.

Demnach lebte Inhaber André Odermatt vor allem von der Reparatur diverser Artikel aus Leder sowie von Koffern. Mit vielen Herstellern hatte er Verträge, damit man bei ihm Garantiearbeiten erledigen lassen konnte. Da derzeit aber kaum mehr gereist wird, seien die Aufträge in diesem Bereich auf sieben Prozent zusammengebrochen, während die Fixkosten weiterhin auf die Kasse drückten.

Keine Einigung mit der Vermieterin

Dazu gehört auch die Miete für den Laden. Hier sei ihm die Vermieterin, die Bentom AG aus Zug, während des ersten Lockdowns leider kaum entgegengekommen, bedauert Odermatt. Auf Druck habe sich die Firma lediglich zu Verzicht eines Viertels einer Monatsmiete zu verzichten. Dies habe letztlich zum Entscheid geführt, sein Geschäft aufzugeben. Immerhin habe er finanzielle Hilfe vom Kanton erhalten. In seinem Atelier im Göbli wird er Odermatt weiterhin Reparaturen durchführen.

Auf Anfrage der Zuger Zeitung schreibt die Vermieterin: «Anfang Mai 2020 konnten wir Herrn Odermatt ein Angebot machen und erliessen ihm – wie auch anderen Mietern – zirka 50 Prozent einer Monatsmiete.» Odermatt habe das Angebot allerdings abgelehnt, da er 70 Prozent gefordert habe. Und weiter: «Nicht unerwähnt lassen möchten wir die kostenlose Nutzung eines weiteren Ladens für einen Outlet-Store über Monate – vor Corona.» Ausserdem habe man mach einem Gespräch mit André Odermatt die Miete bereits 2019 um gut ein Viertel gesenkt. Dies, weil dessen Geschäft nicht mehr in gleichem Masse lief, wie in früheren Zeiten.

Ein Grund für die Geschäftsaufgabe ist für Odermatt auch der zunehmende Online-Handel. Auch wenn er es trotz dieses Trends bis zur Pensionierung geschafft hätte, wäre Corona nicht gewesen. Und er befürchtet, dass das Einkaufen im Internet zu einem allgemeinen Ladensterben führen wird.

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1 Kommentare
  1. Dienstleistungs Wertschätzer, 17.03.2021, 19:50 Uhr

    Zeiten ändern sich…… Menschen ändern sich…… Bedürfnisse ändern sich…… Gewohnheiten ändern sich…… Das Einzige, so scheint es mir, was sich nicht ändert sind die vielen Ladenbesitzer, welche gerne jammern und die alleinige Schuld ihres geschäftlichen Scheiterns dem Online-Handel geben. Nebenbei aber noch schnell den Corona-Kredit abkassieren. Kein Mensch braucht heute einen 1000 m2 Laden, um sich einen Koffer zu kaufen. Genauso wenig braucht heute jemand einen 6000 m2 Media Markt, um einen TV zu kaufen. Viele Ladenbesitzer haben sich im geschützten Schweizer Markt viele, viele Jahre eine goldene Nase verdient und dabei kein schlechtes Gewissen gehabt. Nun haben sich die Zeiten geändert! Für professionelle Dienstleistungen, freundliche Mitarbeiter, fachkundige Beratung und innovative «Extras» sind die Menschen aber nach wie vor sehr gerne bereit, etwas mehr zu bezahlen. Nur leider wettert man lieber gegen den Online-Handel oder den Euro-Kurs, anstatt sich zu bewegen und mit der Zeit zu gehen.

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