Zuger SVP-Politiker Tännler stellt sich gegen eigene Partei
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Heinz Tännler stellt sich gegen die Haltung seiner Partei. (Bild: Wolfgang Holz)

Kinderabzug-Gesetz Zuger SVP-Politiker Tännler stellt sich gegen eigene Partei

2 min Lesezeit 1 Kommentar 17.09.2020, 21:12 Uhr

Die SP wehrt sich mit einem Referendum gegen die Vorlage der direkten Bundessteuer. Schützenhilfe erhält sie dabei vom überraschender Seite: Heinz Tännler von der SVP.

Am 27. September wird national über die «Steuerliche Berücksichtigung der Kinderdrittbetreuungskosten» abgestimmt. Bei der Abstimmung geht es darum, dass bei einer Annahme des Gesetzes der maximale Abzug für die Drittbetreuung von 10’000 Franken auf 25’000 Franken pro Kind erhöht werden kann. Auch der allgemeine Kinderabzug soll von 6500 Franken auf 10’000 Franken erhöht werden. Der Bund rechnet bei einer Annahme des Gesetzes mit Steuerausfällen von rund 380 Millionen Franken.

Die SP hat das Referendum gegen die Vorlage ergriffen. Sie bezeichnet diese als «Steuerbonus für reiche Eltern». Unterstützung erhält die Partei nun unerwarteterweise von einem Vertreter der SVP: Dem Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler.

Gegen die eigene Partei

«Das hat nichts mit Parteipolitik zu tun», sagte Tännler gegenüber dem «Blick». «Die Zuger Regierung lehnt die Vorlage ab, deshalb trete ich dagegen an.» Mit seinem Nein stellt sich Tännler gegen die eigene Partei. Das sei «nicht tragisch», sagte er gegenüber der Zeitung. Er verwies auch auf SVP-Bundesrat Ueli Maurer, der die Erhöhung auch im Parlament bekämpft hat.

Für den Zuger Finanzdirektor kann es nicht sein, dass der Staat in die Steuerangelegenheiten der Kantone eingreift. «Einerseits gehen den Kantonen über 70 Millionen Franken jährlich verloren, andererseits geraten die Kantone unter Druck, bei den Staatssteuern nachzuziehen und die Kinderabzüge ebenfalls zu erhöhen. Das führt zu noch höheren Ausfällen.»

«Um den Mittelstand effektiv zu entlasten, ist die jetzige Vorlage der falsche Ansatz», findet Tännler. Eine Entlastung müsse gezielt über die Kantone erfolgen und nicht via Bundessteuer. «Von der Kinderabzug-Erhöhung profitieren vor allem Gutverdiener und nicht der Mittelstand», wird Tännler abschliessend zitiert.

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1 Kommentare
  1. mebinger, 19.09.2020, 16:03 Uhr

    Bravo Heinz

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