Zuger SVP-Nationalrat Aeschi münzt seine Impf-Vorwürfe in Vorstösse um
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Zugs Nationalrat und SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi ist wegen seiner wiederholten Angriffe auf Impfstoffbeschafferin Nora Kronig zu Bundesrat Berset zitiert worden. (Bild: zvg)

Sieben Vorstösse eingereicht Zuger SVP-Nationalrat Aeschi münzt seine Impf-Vorwürfe in Vorstösse um

2 min Lesezeit 2 Kommentare 22.03.2021, 15:02 Uhr

Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi musste bei Bundesrat Alain Berset vorsprechen, nachdem er Impf-Botschafterin Nora Kronig frontal angegriffen hatte. Seine Kritik hat er nun in etwas anderem Wortlaut in Vorstösse umgegossen.

Die Schweiz kommt beim Impfen gegen Corona nicht so zügig vorwärts, wie sie das gerne möchte. Es ist kein Geheimnis, dass der Zuger SVP-Nationalrat und Fraktionspräsident Thomas Aeschi Versagen bei den Behörden ortet – beim Bund und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). Nora Kronig, BAG-Vizedirektorin und zuständig für die Impfstoffbeschaffung, bekam denn auch vergangene Woche in der Fragerunde des Nationalrats Aeschis Unmut persönlich zu spüren (zentralplus berichtete).

Weniger persönlich, aber immer noch sehr deutlich lesen sich nun Aeschis Vorstösse, mit denen er vom Bundesrat Antworten zur Corona-Impfstoffbeschaffung fordert. Nicht weniger als sieben Interpellationen hat er dazu verfasst. Einige davon kommen nun im Wortlaut sehr sachlich daher: So will Aeschi zum Beispiel mehr Informationen über die Strategie des Bundes zur Impfstoffbeschaffung.

Andere sind nun zwar ohne direkte Kritik formuliert, zeigen aber immer noch die Stossrichtung auf: Wieso man «einseitig» auf den Impfstoff von Moderna gesetzt habe. Oder wieso die Technologie von Johnson und Johnson «diskriminiert» werde. Auch habe der Bundesrat bei der Beschaffung lange «gezögert» und den Lockdown «zum Schaden der Schweiz» verlängert, indem er ein Angebot von Pfizer/Biontech ausgeschlagen habe.

Bundesrat, BAG und Task-Force bekommen ihr Fett weg

Der Name von Nora Kronig fällt dann doch noch: Aeschi will wissen, welches Gremium die BAG-Vizedirektorin zur Impfstoffbeschaffungsverantwortlichen ernannt hat. Der aggressive Grundton bleibt also auch in den schriftlichen Dokumenten erhalten. Darüber hinaus präsentiert sich Aeschi auch auf Twitter weiter angriffig, wo er nicht nur Zuspruch erntet.

Bleibt die Frage, was Aeschi eigentlich erreichen will: Auch wenn das Tempo beim Impfen stockt, erachtet er es als gegeben, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die «besondere Lage» nicht mehr gegeben sind – deshalb soll der Bundesrat diese «unverzüglich» aufheben und Lockerungen ermöglichen. Oder zumindest dem Parlament die Möglichkeit, darüber zu befinden.

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2 Kommentare
  1. Silvan Studer, 22.03.2021, 16:31 Uhr

    Man kann froh sein, wenn es in der Schweiz noch Politiker gibt, welche (aus Sicht der Linken) «dumme» Fragen stellen.
    Auch den ersten Satz: «Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi musste bei Bundesrat Alain Berset vorsprechen» bitte nochmal einem Faktenheck unterziehen.
    Das wäre ja eigentlich ungeheuerlich, wenn es wahr wäre.
    Woher würde Berset diese Macht beziehen? Unfassbar.
    Zum Glück ist es nicht wahr.

  2. Walter Heller, 22.03.2021, 16:14 Uhr

    Derzeit wohl der schlimmste Politiker der Schweiz. Aggressiv und absolut nicht konstruktiv. Betreibt reine Polemik und scheint nachwievor wenig von der Sache zu verstehen (siehe seinen peinlichen Verweis auf den Inside Paradeplatz Artikel). Die Diktatur-Vorwürfe sind Gift für unser politisches System. Damit sollen wenig Informierte aufgewiegelt werden. So macht man unser System, das auf Respekt und Miteinander beruht, kaputt.

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