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Zuger SVP hinterfragt freien Badi-Eintritt – aus Trotz?
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Auch in der Zuger Männerbadi gab es viele Badegäste. (Bild: woz)

Partei konfrontiert Stadtrat mit «frechen Fragen» Zuger SVP hinterfragt freien Badi-Eintritt – aus Trotz?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 29.01.2019, 13:39 Uhr

Warum eigentlich verlangt man in den Zuger Freibädern keinen Eintritt?, fragt die SVP-Fraktion in einer aktuellen Anfrage ganz keck. Muss die badefreudige Bevölkerung nun um ihre kostenlosen Badi-Besuche bibbern? Die SVP winkt ab, ihr gehe es um etwas ganz anderes. 

Die Zuger SVP begeht ein Sakrileg. So scheint es jedenfalls, liest man den Vorstoss, den die städtische Fraktion am Montag verschickt hat. In diesem scheut sich die Partei nicht davor, an einer der heiligsten Zuger Kühe zu rütteln. Der kostenlosen Badi-Nutzung. Zu allen städtischen Freibädern nämlich hat die Bevölkerung freien Zutritt.

Und das ist schon lange so. Wie die zuständige Stadträtin Vroni Straub-Müller sagt, hätte man zwar im Zuger Strandbad sowie im Seeliken einst Eintritt verlangt. «Vor schätzungsweise 50 Jahren jedoch hat dies der Stadtrat bewusst geändert. Seither sind alle Freibäder gratis», so die Zuger Bildungsvorsteherin.

Dieses Privileg hinterfragt nun die SVP. Selbst in Zeiten, in denen in der Stadt gespart wurde, sei diese Praxis von niemandem in Frage gestellt worden. Dies, obwohl der Stadtrat die Kompetenz hätte, beispielsweise für Erwachsene Eintrittsgebühren zu erheben, während Kinder nichts zahlen würden.

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Gratis-Badis: Auch im Sinne der Gesundheit

Diese Aussage bestätigt Straub. «Es war nie ernsthaft ein Thema, Eintrittsgeld zu verlangen. Genauso wenig wie es ein Thema war, Gebühren zu verlangen, damit man in der Bibliothek Bücher ausleihen kann», erklärt sie. «Wir haben das zwar geprüft, doch haben wir den Entscheid, die Freibäder gratis zu lassen, immer wieder sehr bewusst getroffen und bekräftigt.»

«Bei Themen, welche die Sympathie der Bevölkerung geniessen, ist die Stadt äusserst grosszügig.»

Philip C. Brunner, SVP-Gemeinderat

Dies nicht zuletzt deshalb, weil allein die Bewirtschaftung der Kassen und die Absperrung der Bäder einen beträchtlichen Aufwand mit sich bringen

Wie will die Stadt ein Parkplatzchaos künftig verhindern?

Ein weiteres Thema, welches die SVP in ihre Interpellation gepackt hat, ist das Verkehrschaos, welches letzten Sommer während der heissen Tage im Brüggli entstand (zentralplus berichtete). Konkret will die Partei wissen, was der Stadtrat dagegen tun will, um solche Situationen künftig zu vermeiden. Stadtrat Urs Raschle erklärt darauf: «Wir sind an diesem Thema dran. Das besagte Landstück gehört der Korporation, weshalb wir das Problem nur gemeinsam lösen können.» Und er ergänzt: «Eine Situation wie letzten Sommer darf uns nicht mehr passieren. Das können wir uns auch nicht mehr leisten.»

würde. «Ausserdem wollen wir der Bevölkerung die Bäder im Sinne der Gesundheit zur Verfügung stellen», sagt die Stadträtin. Last but not least erklärt Vroni Straub: «Die Stadt kann nicht solch guten Überschüsse generieren und dann die Bevölkerung zur Kasse bitten.» – Erst gerade hat die Stadt Zug die Steuern gesenkt.

SVP-Gemeinderat Philip C. Brunner begründet die Anfrage wie folgt: «Die Fraktion stellt einzig die Frage in den Raum, was der Staatskasse durch die Gratis-Badis entgeht.» Er verweist auf andere Zuger Gemeinden, in denen die Freibäder Eintritt verlangen. So etwa in Cham, Hünenberg oder Walchwil. Er sagt weiter: «Bei Gebieten, welche die Sympathie der Bevölkerung geniessen, ist man äusserst grosszügig. Anders als etwa bei den Parkplätzen.»

Dort also liegt der Hund begraben. Brunner weist diesbezüglich auch auf die geplante Vergrösserung des Zuger Strandbads hin (zentralplus berichtete). Bereits jetzt würden alle sechs Freibäder zusammen eine Fläche von 30’000 Quadratmetern generieren. «Bei den Parkgebühren rechnet uns der Stadtrat den Boden auf, welcher als Parkplatz genutzt wird. Doch der Boden im Strandbad ist ja viel teurer», so Brunner kritisch. «Insbesondere wenn mit der Oeschwiese noch einmal knapp 10’000 Quadratmeter dazukommen», sagt der Gemeinderat.

Eine Trotzreaktion?

Die Angst, dass die SVP nun ernst macht und – ganz nach Zürcher Manier – alle Freibäder mit Eintrittspreisen versehen will, ist wohl unbegründet. Das schreibt die Partei gar selber in ihrer Interpellation. «Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die SVP-Fraktion wünscht weder die Einführung von Eintrittsgebühren in den Strandbädern noch die flächendeckende Einführung von Gratis-Parkplätzen in der ganzen Stadt.»

Ist der ganze Vorstoss also nur eine Trotzreaktion darauf, dass der Stadtrat in Sachen Parkplatzbewirtschaftung eine andere Haltung vertritt wie die SVP? «Nein. Wir haben neue freche Fragen und Ideen platziert, um die ideologisch verdrehte Debatte um die öffentlichen Parkplätze einmal von einer anderen Seite zu fokussieren», erklärt Brunner.

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 29.01.2019, 18:19 Uhr

    Offensichtlich sind auvh 2019 Wahlen!

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