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Zuger Start-up revolutioniert Fotografie
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Eugena Balysheva ist Gründerin und Geschäftsführerin von «Dotphoton». (Bild: Dotphoton)

Handy-Hersteller signalisieren bereits Interesse Zuger Start-up revolutioniert Fotografie

3 min Lesezeit 21.07.2019, 11:30 Uhr

Zehn mal kleinere Bilddateien und das ohne Qualitätsverlust. Was für viele Fotografen wie ein Traum wirkt, konnte das Zuger Startup Dotphoton realisieren. Noch gibt es Hürden, dennoch hoffen die Erfinder, dass bald renommierte Smartphone-Hersteller aufspringen.

Das Zuger Start-up Dotphoton hat eine Software entwickelt, um Bilder verlustfrei zu komprimieren. Bis anhin haben Fotografen stets mit dem selben Dilemma gekämpft: Entweder haben Fotos die volle Auflösung und Qualität, brauchen aber Unmengen an Speicherplatz, oder die Dateien sind klein, die Fotoqualität dementsprechend schlecht.

Während Profis sich in der Regel für sogenannte RAW-Fotos in der vollen Qualität entscheiden, wird dem «Durchschnittsuser» durch die Standardeinstellung von Kameras und Smartphones oft die Wahl abgenommen. Diese speichern die Dateien meist stark komprimiert und als JPEG ab.

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Schlechte Qualität beim Druck

Auf diese Weise geht extrem viel Bildinformation verloren. «Das fällt auf dem Smartphone noch nicht auf, da wirkt es oft toll», sagt Eugenia Balysheva, CEO von Dotphoton. Sobald man das Bild aber stark vergrössert oder drucken will, würden die Qualitätseinbussen offensichtlich.

«Wir beide mögen es, einen Status quo herauszufordern.»

Eugena Balysheva, CEO von Dotphoton

Balysheva und Co-Gründer von Dotphoton Bruno Sanguinetti hatten früher ein gemeinsames Fotostudio in Genf. Bei ihrer Arbeit störten sie sich immer wieder an der enormen Datenmenge, die sich ansammelte. Sie nahmen sich deshalb vor, eine Lösung dafür zu entwickeln. «Wir beide mögen es, einen Status quo herauszufordern», so Balysheva.

Mit Quantenphysik zum Erfolg

Sanguinetti ist Quantenphysiker und nach einigen Jahren der Forschung ist ihm etwas aufgefallen: Der grösste Teil der Daten, die Kameras festhalten und in ihre RAW-Dateien packen, ist völlig willkürlich. Er enthält keine nützlichen Informationen. Ein Herausfiltern war bisher nicht möglich.

Im englischen Video wird erklärt, wie Dotphoton funktioniert.

Indem Kameras kalibriert werden, hat Dotphoton einen Weg gefunden, die unnützen Informationen im Bild zu eruieren und anschliessend das Bild in einer schlankeren Version zu speichern. «Wir können die Dateigrösse um den Faktor 10 reduzieren und dies ohne jeglichen Qualitätsverlust», so Balysheva.

Anwendung findet Anklang

«Das spart nicht nur Speicherplatz, sondern auch Zeit und Nerven beim Verschicken von Bildern», so die Geschäftsführerin. Im Moment liege das Hauptgeschäft noch bei Businesskunden. Biotech- und Pharmafirmen würden grosses Interesse an Dotphoton zeigen.

Das Produkt für Privatpersonen nennt sich Dotphoton RAW. Voraussetzung, um seine Bilder komprimieren zu können, ist ein Mac. Das Programm läuft bisher nämlich nicht auf Windows.

Kamera muss kompatibel sein

Eine weitere Knacknuss ist, dass die Technik erst mit einigen Kameras überhaupt eingesetzt werden kann. Für die Komprimierung muss jede Kamera einzeln kalibriert werden. Es kämen aber monatlich neue hinzu. Verbreitete und bei Profis beliebte Modelle sind bereits verfügbar. Auch das erste renommierte Drohnensystem wird bereits unterstützt.

«Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat.»

Eugena Balysheva

Im Moment muss noch jedes Bild in einem einzelnen Arbeitsschritt komprimiert werden. Das Ziel von Dotphoton ist es aber, die Komprimierung in den Speicherprozess direkt auf den Kameras zu integrieren. «Wir sind auch mit Smartphone-Herstellern im Gespräch», so Balysheva.

Kommt Dotphoton aufs iPhone?

Mit welchen, darf die Geschäftsführerin nicht verraten. Anzunehmen wäre aber, dass Verhandlungen mit Apple laufen. Letztlich sind Apple-Computer bei vielen Fotografen erste Wahl, wenn es um die Bearbeitung der Bilder geht. Und Dotphoton Raw läuft bisher auch nur auf Mac.

Die Geschäftsführerin hat vieljährige Erfahrung als professionelle Fotografin. Balysheva ist überzeugt, dass durch RAW-Fotografie mit dem Smartphone noch viel mehr möglich wäre. Im Moment würden RAW-Dateien schlicht den Speicher eines Smartphones noch sprengen. Sie findet aber durchaus Gefallen an der Fotografie mit dem Smartphone: «Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat.»

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