Zuger Ständerat will trotz Intensivstation-Schock keine Impfung
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Der Zuger Ständerat Peter Hegglin erkrankte am Coronavirus. (Bild: wia)

Peter Hegglin erkrankte am Coronavirus Zuger Ständerat will trotz Intensivstation-Schock keine Impfung

3 min Lesezeit 5 Kommentare 28.07.2021, 08:41 Uhr

Am Hochzeitstag seiner Tochter wird Peter Hegglin schwindlig, er fällt zu Boden und wird auf die Intensivstation eingeliefert. Der Grund: Corona. Dort liegt der Zuger Ständerat sechs Tage lang. Nun spricht der 60-Jährige über die Zeit im Spital und wie sich diese auf seine Einstellung zur Impfung ausgewirkt hat.

«Das Virus ist hartnäckig»: Mitte Juni erkrankt der Zuger Ständerat Peter Hegglin mitten in der Session am Coronavirus. Er wird ins Zuger Kantonsspital eingeliefert und liegt sogar auf der Intensivstation, wo er gegenüber zentralplus am Telefon sagt: Das Atmen mache ihm besonders zu schaffen. Auch plagt ihn ein Reizhusten.

Der 60-jährige Mitte-Politiker hat sich noch nicht gegen Corona geimpft. Zu zentralplus sagt er, er habe sich nicht vordrängen wollen, habe aber beabsichtigt, sich impfen zu lassen. Heute klingt das etwas anders. In einem Interview blickt Hegglin nochmals auf seine Zeit auf der Intensivstation zurück.

Intensivstation statt Hochzeit der Tochter

Sechs Tage blieb er dort liegen. Was den Zeitpunkt seiner Spitaleinlieferung angeht, verrät der Zuger gegenüber dem «Blick», dass es ausgerechnet am Hochzeitstag seiner Tochter geschehen ist. «Als ich mich am Samstagmorgen auf die Hochzeit vorbereitete, hatte ich Schwindel und lag plötzlich auf dem Boden – vielleicht wegen des Sauerstoffmangels», so Hegglin zur Zeitung. Die Tochter verschob die Hochzeit kurzerhand, am vergangenen Wochenende konnte die Familie die Feier nachholen.

Heute weiss Hegglin auch, dass seine Lunge infiziert war und er deswegen zu wenig Sauerstoff aufnehmen konnte. Das war der Grund für die Einlieferung. «Ohne zusätzliche Sauerstoffzufuhr hätte ich es nicht geschafft», schildert er es dem «Blick». Atemnot habe er aber nie gehabt, auch keine Schmerzen. Skurrilerweise litt er auch nicht an Geschmacksverlust, wie dies bei einer Infektion mit dem Coronavirus häufig der Fall ist, im Gegenteil: Suppen und Saucen hätten penetranter gerochen als vorher.

Peter Hegglin (60) lag wegen Corona sechs Tage auf der Intensivstation.

Nun fühlt sich der Edlibacher wieder so fit wie vorher, wie er betont. Er konnte bereits wieder Höhenwanderungen unternehmen und Joggen gehen. Rückblickend bereut er jedoch nicht, sich nicht geimpft zu haben, obwohl ihn dies vor einer schweren Erkrankung geschützt hätte. «Ich bin kein Impfgegner, aber ich finde auch nicht, dass sich alle mit Zwang impfen lassen müssen.» Man gehe schliesslich auch mit der Impfung ein Risiko ein, ist Hegglin überzeugt.

Auch bei der Frage, ob er sich nun eine Impfdosis spritzen lassen will, wie es das BAG bei Genesenen empfiehlt, winkt der Zuger ab. Diese Frage stelle sich momentan nicht, seine Genesung sei wohl der beste Immunisierungsschutz. Falls das Virus in einem halben Jahr noch immer aktuell sei, werde er eine Impfung in Betracht ziehen.

Impfschutz bei Genesenen

Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt auch Genesenen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Daten weisen zwar darauf hin, dass Genesene nach der Infektion mindestens sechs Monate vor einer erneuten Ansteckung geschützt sind. Für einen «besseren und langfristigen Schutz» empfiehlt das BAG dennoch eine Impfung innerhalb der sechs Monate. Ab 4 Wochen nach der bestätigten Infektion ist eine Impfdosis ausreichend, auf die zweite Impfdosis können Genesene verzichten.

Das deutsche Robert-Koch-Institut begründet die Impfung damit, dass es Genesene gibt, deren Antikörper im Blut nicht vor der Infektion schützen. Nicht alle Infizierten weisen denselben Wert an Antikörpern auf.

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5 Kommentare
  1. Stefan Ernst, 28.07.2021, 13:48 Uhr

    Wenn schon Impfgegner dann bitte ehrlich – dieses Verhalten ist nun wirklich unter aller Kanone.

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  2. Wupi, 28.07.2021, 12:38 Uhr

    Dümmer geht wohl kaum. Miserables Vorbild!

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  3. Sandra Klein, 28.07.2021, 12:36 Uhr

    Gerade bei einem Ständerat, der häufig in Gesellschaft ist und in Kommissionen oder Parlament mit anderen Exponenten zusammen kommt, hätte ich etwas mehr Solidarität erwartet. Es zeigt sich halt, dass die Zuger C-Politiker zuerst und vor allem an sich selber denken. Das hat man ja auch bei Beat Villiger zur Genüge gesehen.

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  4. David L, 28.07.2021, 11:21 Uhr

    Möglicherweise besteht da in gewissen Organen noch immer (oder schon immer?) Sauerstoffmangel…

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  5. schaltjahr, 28.07.2021, 11:10 Uhr

    Es zeigt sich, dass Politiker eben Politiker sind. Meist nur den Partikularinteressen verpflichtet. Verantwortung lässt sich nicht delegieren und während einer Pandemie zu glauben man ist immun mag eher an Selbstüberschätzung liegen. Krank sein, Fieber haben, an einer Hochzeit teilnehmen wollen….nicht testen, Andere gefährden und schließlich das Gesundheitswesen belasten….

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