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Zuger Stadtpräsidium: Raschle verzichtet, Wicki zögert
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So sieht der neue Zuger Stadtrat aus. Wer das Präsidium übernehmen wird, ist noch offen. (Bild: wia )

Zweikampf Karl Kobelt und Vroni Straub absehbar Zuger Stadtpräsidium: Raschle verzichtet, Wicki zögert

3 min Lesezeit 1 Kommentar 08.10.2018, 04:59 Uhr

Die Wahl um das Zuger Stadtpräsidium geht in die zweite Runde. Offen ist noch vieles. Dennoch üben einige bereits Selbstkritik, während andere finden: Nach diesen Regierungsratswahlen brauche es sie erst recht.

Am Sonntag wurde in Zug gewählt. Während die Stadtratswahl in einem Schwung vonstatten ging – neben den erneut angetretenen Räten wurde auch FDP-Politikerin Eliane Birchmeier im ersten Wahlgang gewählt –, geht das Buhlen um Dolfi Müllers Erbe in die zweite Runde.

Auch wenn es bereits eine Tendenz gibt. Mit rund 400 Stimmen Vorsprung auf Vroni Straub-Müller setzte sich FDP-Stadtrat Karl Kobelt an die Spitze des Rennens um das Stadtpräsidium. Bloss reichte das nicht. Mit nur 2405 Stimmen – das absolute Mehr liegt bei 3884 – kam er auf keinen grünen Zweig. Will heissen, es braucht einen zweiten Wahlgang.

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Urs Raschle gibt sich selbstkritisch

Vroni Straub-Müller erreichte im ersten Wahlgang 1974 Stimmen, hinter ihr Thronanwärter André Wicki, der heute das Stadtrats-Vizepräsidium innehat. Mit einem gehörigen Abstand folgte SP-Politiker Rupan Sivaganesan mit 901 Stimmen. Der Gemeinde- und Kantonsrat verpasste den Einzug in den Stadtrat. Noch weniger Stimmen erhielt Urs Raschle. Überraschenderweise steht der CVP-Mann, der mit einem ordentlichen Resultat wieder in den Stadtrat gewählt wurde, mit nur 853 Stimmen am Ende der Liste.

Für ihn ist daher klar: «Das würde überhaupt nichts bringen, wenn ich für den zweiten Wahlgang im Dezember antreten würde», sagt Raschle. «Bei den Stadtratswahlen erreichte ich ein gutes Ergebnis. Vielleicht ist das Resultat der Präsidialwahl ein Zeichen, dass die Leute in mir halt keinen Stadtpräsidenten sehen», so Raschle selbstkritisch. Und weiter: «Ich hätte gedacht, dass ich etwas besser abschneiden würde.»

«Mir ist erst kürzlich bewusst geworden, dass es hier um meinen Job geht.»

Urs Raschle, Zuger Stadtrat

Doch sei Raschle «enorm froh», überhaupt wieder gewählt worden zu sein. «Mir ist erst kürzlich bewusst geworden, dass es hier um meinen Job geht», so der städtische Sicherheitschef.

Kobelt wähnt sich nicht in Sicherheit

Obwohl er das beste Resultat der Kandidierenden vorweisen konnte, ist auch Karl Kobelt noch skeptisch, ob ihm der Sprung ins Präsidium im zweiten Anlauf gelingen wird. «Ich bin zwar sehr berührt vom vielen Zuspruch, der mich im ersten Wahlgang erreichte. Dennoch ist Respekt angezeigt vor dem zweiten Wahlgang. Dieser bedeutet nämlich eine neue Herausforderung.» Und er verweist darauf, dass bis dahin ja noch zwei Monate vergehen würden. «In dieser Zeit kann viel passieren», so Kobelt.

«Gerade nach diesem Wahlergebnis auf der kantonalen Ebene wäre es gut, eine linke Person an der Spitze der Stadt zu haben.»

Vroni Straub-Müller, Zuger Stadträtin

Auch Vroni Straubs Wahlkampf ist nach diesem «Super Sunday» nicht vorbei. Obwohl die CSP-Stadträtin weniger Stimmen gemacht hat als ihr Kontrahent von der FDP, ist sie hoffnungsvoll. «Noch ist alles offen. Gerade nach diesem Wahlergebnis auf der kantonalen Ebene wäre es gut, eine linke Person an der Spitze der Stadt zu haben», so Straub.

An diesem Sonntag nämlich wurde diese aus dem Regierungsrat verbannt. Sowohl die SP als auch die ALG scheiterten. «Dieses Resultat trübt die Freude über mein eigenes, sehr gutes Wahlresultat. Insbesondere, weil sich für den Regierungsrat zwei Profilierte aufstellen liessen.»

Wicki schläft nochmals darüber

Und wie wird André Wicki nun weiterfahren? Bei den Präsidialwahlen landete er mit knapp 800 Stimmen Unterschied zu Kobelt auf dem dritten Platz. Lohnt es sich da überhaupt, beim zweiten Wahlgang mit zu buhlen? «Ich bin aktuell Vizepräsident des Stadtrats. Da wäre mein Präsidium eigentlich die logische Schlussfolgerung», so Wicki.

Dennoch wolle er den Entscheid, ob er für den zweiten Wahlgang kandidieren werde, noch einmal überschlafen. «Bereits nächste Woche müssen die Parteien ihre Listen für den zweiten Wahlgang einreichen. Und da möchte ich mir schon überlegen, ob ich den ganzen Effort noch einmal machen will.»

Am 2. Dezember dieses Jahres gilt es ernst. Dann wird im zweiten Wahlgang entschieden, wer das Zepter von Dolfi Müller übernehmen darf.

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1 Kommentare
  1. Philipp Gadient, 09.10.2018, 10:43 Uhr

    Das Wahlergebnis für den Stadtpräsidenten zeigt auf, dass keiner der Kandidaten wirklich das Profil ‘Charisma’ haben, das Amt des Stadtpräsidenten auszuüben. Aus meiner Sicht sollte ein unabhängiger Kandidat, wenn möglich Parteilos’ als Stadtpräsident gewählt werden, d.h. die heutige Struktur des Stadtrates müsste an die heutigen Verhältnisse ‘Wandel der Zeit’ angepasst werden. Ich stelle mir einen Stadtpräsidenten ‘CEO’ vor, der für 2 Legislaturperioden gewählt wird!