Der Sportvermarkter Infront Sports & Media in Zug ist in einen Werbeschwindel im Fussball verwickelt.
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Der Sportvermarkter Infront Sports & Media in Zug ist in einen Werbeschwindel im Fussball verwickelt. (Bild: sib)

Werbesekunden und - Flächen nicht bezahlt Zuger Sportvermarkter gerät weiter unter Druck

2 min Lesezeit 13.09.2019, 17:57 Uhr

Infront hat dem Deutschen Fussball-Bund jahrelang nichts für zusätzliche Werbung im Stadion bezahlt. Wird beim Sportvermarkter mehr getrickst, als bislang angenommen?

Im Juli zeigten gemeinsame Recherchen des «Tages Anzeiger» und des «Spiegel» auf, wie Infront-Kunden um Millionen geprellt wurden. Infront vermarktet die Werberechte an Spielen der deutschen Fussball-Nationalmannschaft (Zentralplus berichtete).

Laut weiteren Recherchen der beiden Medien erhielt der DFB im Frühling einen Insider-Tipp: Infront hätte mit dem Verband weitere Abkommen gehabt. Eines davon regelte demnach die Entgeltung für zusätzliche Stadionwerbung von DFB-Premiumpartner Mercedes. Dabei ging es um Flächen rund um die Tribünenausgänge oder um Werbeteppiche hinter den Toren.

1,7 Millionen Franken erst später bezahlt

Jedoch habe Infront die abgemachte Summe oft nicht bezahlt. Dem DFB seien so rund 1,7 Millionen durch die Lappen gegangen. Erst im Mai 2019 habe Infront die Summe nach Deutschland überwiesen.

Infront behauptet gegenüber den Journalisten, der DFB sei über die Umsetzung der Stadionwerbung «jederzeit informiert» gewesen. Es sei der DFB gewesen, der die Forderungen «nicht – wie sonst üblich – in Rechnung gestellt» habe. 

Ist der entlassene Manager nur ein Sündenbock?

Bei der Bandenwerbung bezahlten die Unternehmen Sequenzen à 30 Sekunden – doch erhalten haben sie nur 29 Sekunden. Die geklaute Sekunde Werbezeit soll laut Infront ein 2018 entlassener Manager auf eigene Rechnung weiterverkauft haben. Gegen ihn ermittelt die Thurgauer Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Vermögensdelikte und Urkundenfälschung.

NUn gibt es aber auch hier Zweifel: Infront hatte stets betont, dass der Manager alleine handelte. Ein «Senior Director» einer Infront-Abteilung hat allerdings über seine Anwältin eingeräumt, dass er das Geschäftsgebaren «mitgetragen» habe, was er «zutiefst bedauert».

Bei Infront sieht man die Schuld indes nach wie vor allein beim entlassenen Manager. Man gehe davon aus, dass er «für den mutmasslichen Betrug verantwortlich war und alleinig davon profitierte», schreibt das Unternehmen. Alle weiteren Personen hätten «auf seine Anweisung gehandelt».

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