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Zuger Skigebiete jubeln über Rekordwinter
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Blick auf die Mythen vom Kopf des Skilifts Stägleren in der Mythenregion. (Bild: ewy)

Sonniger Februar sorgt für klingelnde Kassen Zuger Skigebiete jubeln über Rekordwinter

4 min Lesezeit 21.03.2019, 10:04 Uhr

Viel Schnee und schönes Wetter, so lautet der Tenor der Skigebiete rund um Zug für die aktuelle Saison. Besonders die Skigebiete im Kanton Zug selbst lockten aufgrund des kalten und schönen Februars so viele Besucher an wie seit Jahren nicht mehr.

«Ich hatte, seit ich den Skilift Nollen in Unterägeri betreibe, noch keine vergleichbare Saison», sagt der Betriebsleiter des Nollens, Ruedi Hanhart. Der grosse Lift ist heuer 30 Tage gelaufen.

Der Ponylift sei noch drei Tage länger gelaufen. Rund 4600 Personen hätten den Nollen in dieser Saison besucht. Allein am 20. Januar seien 459 Tickets verkauft worden, so Hanhart. Am kleinen Lift seien an diesem Tag 1805 Fahrten absolviert worden. Am Bügellift sollen es gar 2460 Fahrten gewesen sein, sagt der Skiliftbetreiber.

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Besucher kommen nicht nur aus Zug

«Wir hatten viel Schnee und super Wetter über die Sportferien», so Hanhart. «Das Schönste war, dass so viele Grosseltern mit ihren Enkeln gekommen sind. Die Grosseltern meinten oft, ihre Kinder hätten schon hier gelernt Ski zu fahren. Jetzt soll es mit den Enkeln gleich geschehen», sagt der Skiliftbetreiber.

Hanhart freut sich über die generationenübergreifende Kundentreue. Überraschend sei dabei gewesen, dass die Leute nicht nur aus Ägeri oder dem Kanton Zug gekommen seien, sondern etwa auch aus Emmen oder Mettmenstetten, sagt Hanhart.

Ein Spitzenjahr

«Die Saison war wirklich phänomenal, bei der Bergstation haben wir einmal 77 Zentimeter und unten 57 Zentimeter Schnee gemessen», so Hanhart. Letzte Saison hingegen sei der Nollen-Skilift aufgrund des fehlenden Schnees nur während eines halben Tages gelaufen.

Und auch Wendelin Keller, der Geschäftsführer der Hoch-Ybrig AG, zeigt sich erfreut über die aktuelle Saison. «Das war ein Spitzenjahr», sagt er. Dies liege vor allem an den vielen Sonnentagen und den Schneemassen.

«Früher ist man auch noch Skifahren gegangen, wenn es ein bisschen geschneit hat.»

Wendelin Keller, Geschäftsführer der Hoch-Ybrig AG

Der Start in die Saison sei etwas holprig gewesen, zwischen Weihnachten und Neujahr habe es noch nicht so viel Schnee gehabt. Es habe aber knapp gereicht, um die Pisten zu öffnen. Bis Ostermontag sind die Bahnen auf dem Ybrig noch geöffnet. Wenn es bis dahin noch einigermassen gut läuft, geht der Geschäftsführer von etwa 15 Prozent mehr Besuchern aus als im letzten Winter.

Generell seien die Besucherzahlen im Hoch-Ybrig über die letzten Jahre steigend – «wenn das Wetter stimmt», so Keller. Die Besucher würden heute einen Skitag viel stärker vom Wetter abhängig machen als früher, sagt er. «Früher ist man auch noch Skifahren gegangen, wenn es ein bisschen geschneit hat.»

Wo man den Dezember spürte

In der Mythenregion hat der schneearme Dezember stärker zu Buche geschlagen, erzählt Toni Pfyl, Geschäftsführer der AG Sportbahnen im Mythengebiet. Anfänglich konnten nur zwei von 14 Liften geöffnet werden – die einzigen, welche künstlich beschneit werden können.

Das Hauptproblem seien die Spuren im Skilift gewesen, für diese habe man Schnee hinschaufeln müssen, damit sie befahrbar wurden. Besonders schade war, «dass wir eigentlich alles bereit hatten und es uns kurz vor der Eröffnung allen Schnee weggeregnet hat», so Pfyl.

10 Prozent weniger Besucher

Entsprechend seien mit 90 Tagen die Lifte 20 Tage weniger lange offen gewesen als letzten Winter. Trotz dem tollen Februar seien es rund 10 Prozent weniger Besucher gewesen. Sowieso seien die Besucherzahlen eher sinkend als steigend, was wohl daran liege, dass immer weniger Leute Ski fahren, meint Pfyl. Die Saison liege aber im durchschnittlichen Bereich.

Steile Abfahrten auf dem Hoch-Ybrig

Steile Abfahrten auf dem Hoch-Ybrig

(Bild: ewy)

Im Hochstuckli wiederum sei man sehr zufrieden, sagt der Geschäftsführer der Sattel-Hochstuckli AG, Marcel Murri. Zwar konnte der Vollbetrieb erst am 6. Januar aufgenommen werden und so habe man bis zu diesem Zeitpunkt 50 Prozent Besuchereinbussen gegenüber letztem Winter hinnehmen müssen.

«Aber der Februar ist so stark gewesen, dass wir am Ende auf dieselben Zahlen wie in der letzten Saison kommen», sagt Murri. «Am 17. Februar sind wir fast überrannt worden», sagt er. Bei dreieinhalb tausend Besuchern seien Parkplatzangebot, Transport und Gastronomie an ihre Grenzen gestossen.

Weniger Skifahrer und Boarder

93’000 Besucher waren in dieser Wintersaison im Hochstuckli, damit liege man 9 Prozent über dem Fünfjahresschnitt, so der Geschäftsführer. Im Stuckli würden aber auch im Winter nur rund die Hälfte mit Ski oder Snowboard kommen. Davon sei wiederum eine Hälfte mit dem Schlitten, die andere nur zu Fuss unterwegs.

Während die Besucherzahl konstant bleibe, nehme die Zahl der Skifahrer und Boarder tendenziell ab. Das Stuckli beendet die Ski-Saison traditionell am 19. März, dem Seppitag. Damit waren die Lifte 78 Tage geöffnet.

So viele Tage wie lange nicht mehr

Auch die Loipe Zugerberg verzeichnete trotz schlechtem Start ein gutes Jahr. Mit 53 Betriebstagen war die Loipe etwa doppelt so lange geöffnet wie in den drei vergangenen Jahren. Um die Piste zu präparieren, brauche es 20 bis 25 Zentimeter Schnee, so Peter Schnurrenberger von der Loipe Zugerberg.

Erst Anfang Januar habe es auf dem Zugerberg genügend Schnee gehabt, danach sei das Wetter aber sehr stabil gewesen und es habe immer wieder etwas Schnee gegeben. Der Loipenbetrieb war damit gesichert.

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