Zuger Sherlock Holmes knobelt sich durch die Altstadt
  • Regionales Leben
Mit dem Handy auf Spurensuche durch die Zuger Altstadt: zentralplus-Praktikant Chris Bucher. (Bild: cbu)

Detective Trail in der Stadt Zug Zuger Sherlock Holmes knobelt sich durch die Altstadt

6 min Lesezeit 11.07.2021, 11:57 Uhr

Die Sommerferien sind da. Und mit ihnen viel Zeit. zentralplus hat sich die Detektivmütze aufgesetzt und sich durch die Stadt Zug geknobelt. Die grösste Herausforderung waren dabei nicht die Rätsel.

Mit der Figur des Sherlock Holmes hat der britische Autor Sir Arthur Conan Doyle 1886 den berühmtesten Detektiv der Weltgeschichte erfunden. Ein Charakter, der bis heute referenziert und interpretiert wird. Auch wir stürzen uns zum Start der Sommerferien in ein Detektivabenteuer. Zu zweit stellt sich zentralplus der Herausforderung des Detective Trails der Stadt Zug. Treff- und Startpunkt: Die Halle des Bahnhofs Zug. Wir entscheiden uns, den Trail mittels App zu lösen. Also runtergeladen, installiert und die Anleitung studiert.

Der erste Fehler passiert uns, bevor wir überhaupt anfangen. «Öffnungszeiten: 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr», steht auf der Startseite der App. Ein Blick auf unsere Swatch zeigt: 08:03 Uhr. Tja, da hat der Herr Journalist bei der Recherche gründlich versagt.

Trotzdem, der Fauxpas fällt nicht gross ins Gewicht. Wir sind nicht auf das Tourismusbüro im Zuger Bahnhof angewiesen, weil wir den Trail über die App lösen. Analog veranlagte Naturen müssten ihre Karten nämlich im Büro selbst abholen. So aber können wir das erste Rätsel noch in der Bahnhofshalle lösen. Dann führt uns die App in die Stadt hinaus.

Von Hirschen und Hausfassaden

Zu zweit machen wir uns auf den Weg, als Holmes und Watson in Budgetversion. Denkermütze aufgesetzt, Brillengläser poliert und los geht’s Richtung Pub. Kein Witz. Statt sich aber schon an der Startlinie mit Guinness in den Abgrund zu trinken, lotst uns die Wegbeschreibung um das Pub herum. Bei der nahegelegenen Schule wartet die nächste Aufgabe. 17 erwarten uns insgesamt, verteilt auf eine Strecke von rund 4,5 Kilometer.

Einen ersten grösseren Zwischenstopp legen wir am Seeufer ein. Hier gilt es herauszufinden, welche von vier Detailaufnahmen nicht in der unmittelbaren Umgebung gemacht wurden. Absuchen ist angesagt, Böden, Bäume, Hausfassaden. Einige Bilder lassen sich schnell ausschliessen, andere weniger.

Vielleicht hat meine Begleitung zwischenzeitlich etwas gefunden? Hat sie: das Gehege mit den niedlichen Sika-Hirschen. «Nein, jöö!», entfährt es ihr. Die zufrieden grasenden Hirsche sind zwar nicht zweckdienlich für des Rätsels Lösung, aber immerhin süss.

Niedliche Ablenkung am Wegesrand: Sika-Hirsche am Zuger Seeufer.

Wir glauben herausgefunden zu haben, welches Bild nicht hier gemacht wurden und geben unser Resultat ein. Zonk! Und jetzt zeigt es sich, wie die App mit falschen Antworten umgeht. Statt einem endgültigen Gameover wird den Detektiven lediglich mitgeteilt, dass man die falsche Antwort gewählt hat.

Wir bekommen die Chance, es erneut zu versuchen. Theoretisch könnten wir aufs Geratewohl die Antwortmöglichkeiten durchprobieren, bis das grüne Häkchen aufleuchtet. So wird der Schnitzeljagd zwar die Spannung genommen, dafür kommt jeder ans Ziel und zur begehrten Schatztruhe. Kinder hätte das sonst wohl bis zur Heultirade gefrustet (und seien wir ehrlich: uns auch).

Auf den Spuren der Geschichte

Weiter dem Seeufer entlang Richtung Altstadt lernen wir etwas über vergangene Katastrophen. Etwa das Versinken der Zuger Altstadt, das dem Uferabschnitt den Übernahmen «Katastrophenbucht» eingebracht hat. Nach Flut sieht es auch heute aus. Der Zugersee ist aufgepeitscht, durch die Unwetter steht der Pegel hoch, Wellen schwappen auf das Ufer.

Die nächste Aufgabe wartet beim Landsgemeindeplatz auf uns. Meine Begleitung ist wieder abgängig. Dieses Mal «jöö’t» sie sich bei der Volière aus, beobachtet Entenküken und Schneeeulen. Tatsächlich dreht sich die nächste Frage auch um eines der Tiere. Ornithologe muss man aber nicht sein, um sie beantworten zu können.

Dieser Piepmatz spielt auch eine Rolle im Fragekatalog des Trails.

Auch wenn die Rätsel fast alle einfach lösbar sind, macht es dennoch Spass, durch die Gassen zu schlendern und das ein oder andere Detail zu entdecken. Ortskundige haben geografisch gesehen einen Vorteil, für die Lösungen hilft das aber nur bedingt. Oder weisst du gerade, welche Nummer auf der Schraube einer Parkbank steht? Für Leute, die mit der Stadt nicht vertraut sind – wie mein weiblicher Watson – bildet eine solche Schnitzeljagd aber eine gute Möglichkeit, die Stadt spielerisch zu entdecken.

Einmal quer durch die Altstadt

Auf der Jagd durch die Altstadt, wo wir nach Fassadenbildern Ausschau halten und schliesslich bei der St. Michaelskirche landen, fühlen wir uns fast wie in einer Dan-Brown-Verfilmung. Nur mit weniger Tod und Weltuntergangsdruck. Nach einer kurzen Rast auf einem der Kirchenbänke, wo wir die Gelegenheit nutzen, die bunten Rosettenfenster zu bestaunen, gehen wir weiter Richtung Burg.

Ein Blick auf die Uhr verrät, dass wir seit rund 90 Minuten unterwegs sind. Gemäss Anleitung ist es ungefähr Halbzeit – sollten wir uns nicht entscheiden, eine längere Pause einzulegen.

Der Pfad führt uns schliesslich weiter den Hang hinauf, vorbei an Gartentürchen und Strassenlaternen und findet seinen sprichwörtlichen Höhepunkt bei der Aussichtsplattform Guggi. Die Aussicht ist uns im Moment egal, die Sitzbank wirkt viel ansprechender.

Zwischenzeitlich hat nämlich der Schrittzähler am Handgelenk vibriert. Die 10’000er-Grenze ist geknackt. Wenn die grauen Zellen nicht im Übermass gefordert sind, dann wenigstens die Füsse. Da es beim Guggi keinen Wasserfall gibt und wir uns demnach keinen Überlebenskampf mit Professor Moriarty liefern müssen, machen wir uns auf den Weg zu den letzten Stationen.

Das Goodie lockt

Auf dem UBS-Platz stellen wir uns schliesslich dem letzten Rätsel. Wir erhalten einen Zahlencode, mit dem sich die Schatztruhe öffnen lässt, die in der Nähe des Startpunkts auf uns wartet. Neugierig öffnen wir das Zahlenschloss und klappen den Deckel hoch. Drin erwartet uns … eine kleine Überraschung, die an dieser Stelle nicht verraten wird.

Die begehrte Schatztruhe wartet am Ende des Trails. Aber was ist drin?

Wir schliessen den Trail mit sichtlich beanspruchten Füssen und Handyakkus ab – eine Powerbank oder Ladekabel für den Notfall lohnt sich. Als Zuger dürften einem die meisten Infohäppchen rund um die Fragespiele bereits geläufig sein. Trotzdem macht das Erkunden Spass und bietet eine spassige Alternative zu einem gewöhnlichen Spaziergang. Für Familien und eher bewegungsfaule Naturen (wie dieses Holmes-Watson-Duo) gibt es mehrere Gelegenheiten, eine Rast einzulegen und damit das Erlebnis auf bis zu fünf Stunden auszudehnen.

Wer aber auf Pausen verzichten will (wie dieses Holmes-Watson-Duo), ist in rund drei Stunden durch. Der echte Sherlock Holmes hätte die Rätsel wohl vom englischen Pub aus beim Guinness in einem Bruchteil der Zeit gelöst, dafür wäre ihm ein schöner Spaziergang durch die Zuger Altstadt entgangen.

Zuger Trails zum Entdecken

Nebst dem Detective Trail gibt es in der Stadt Zug noch weitere Rätselspiele an der frischen Luft. Während man beim Krimitrail einen Mordfall löst, bieten die Zugerland Verkehrsbetriebe mit dem ÖV-Rätsel Trail eine Schnitzeljagd rund um den öffentlichen Verkehr. Wer lieber weniger laufen möchte, kann sonst mit dem Zugertor Hotelzimmer-Rätselerlebnis eine Indoor-Variante erkunden.

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