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Zuger Seefest ist gefährdet – heuer droht Ausfall
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Das Zuger Seefest 2015 lockt 20’000 Besucher an die Seepromenade. (Bild: mbe)

Feuerwehr gibt Organisation ab Zuger Seefest ist gefährdet – heuer droht Ausfall

2 min Lesezeit 1 Kommentar 25.01.2018, 08:45 Uhr

Der Vorstand des Vereins Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug hat beschlossen, die Organisation und die Durchführung des Zuger Seefestes ab diesem Jahr abzugeben. An wen, ist ungewiss. Schlechtes Wetter, Defizite, immer weniger Leute haben die Feuerwehrleute mürbe gemacht. 


Der Verein Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) organisiert seit Jahrzehnten das traditionelle Zuger Seefest, das er auch gleich selber durchführt.  Seit 1973 stand das grösste, jährlich stattfindende Volksfest mit Feuerwerk im Kanton unter der Obhut der FFZ. 

Nachdem das Zuger Seefest 2016 aufgrund von sehr schlechtem Wetter mit einem finanziellen Negativergebnis geendet hat, haben sich die Mitglieder der Seefestkommission, der FFZ-Vorstand und das eigens gebildete Seefest-Strategieteam grundlegend Gedanken zur Organisation und zur Zukunft des Zuger Seefestes gemacht, wie die FFZ am Donnerstag mitteilten. Die Analyse habe gezeigt, «dass die Herausforderungen im personellen, organisatorischen und finanziellen Bereich liegen».

Immer weniger Leute bei der FFZ

Der Bestand an aktiven Feuerwehrleuten in der FFZ sei seit Jahren abnehmend. In den Anfangszeiten, als die FFZ das Zuger Seefest organisierte und durchführte, waren über 300 Feuerwehrleute bei der FFZ tätig. Nach der Generalversammlung 2018 werde der Bestand noch 141 Feuerwehrleute betragen. Damit sei «die Durchführung des Zuger Seefestes mit über 20’000 Besuchern schlicht nicht mehr machbar», stellt die FFZ fest. Dazu komme die zeitliche Belastung für die Organisation. Es sei immer schwieriger, neue Feuerwehrleute für die Seefestkommission zu gewinnen.

Der Verein FFZ trage ausserdem «das gesamte finanzielle und rechtliche Risiko alleine». Dies sei «immens». Bei einem ausserordentlichen Ereignis würden die FFZ-Funktionäre zur Rechenschaft gezogen und juristisch belangt.

Finanzielle Sicherheiten ungenügend

«Die FFZ ist nicht mehr länger in der Lage, diese Risiken angemessen abzusichern», findet die FFZ. Sollte kurz vor oder während dem Seefest die FFZ zu einem Brand gerufen werden, müsste das Seefest wegen den drohenden Konsequenzen abgebrochen werden.

Zuger Seefest (Bild: Raphael Good)

Zuger Seefest (Bild: Raphael Good)

Auch bei «schönstem Wetter, tollem Programm und vielen Gästen» reiche der Ertrag aus dem Festbetrieb nicht mehr aus, um die Kosten zu decken. Sparmöglichkeiten sieht die FFZ ausgeschöpft. «Ein profitables Fest ist nur noch dank Beiträgen von Sponsoren und der öffentlichen Hand möglich. Trotzdem blieben zu hohe Risiken für die Vereinskasse, wenn das Seefest etwa wegen schlechtem Wetter abgedeckt werden müssten Risiko (Wetterpech, unvorhersehbare Absage), das die Vereinsfinanzen extrem belastet und nicht mit den über viele Jahre zurückgestellten Mitteln gedeckt werden könnte.

Ein Vernunftentscheid

Nach reiflicher Überlegung habe der Vorstand der FFZ beschlossen, das Zuger Seefest ab diesem Jahr nicht mehr zu organisieren und durchzuführen. «Das Zuger Seefest war für uns eine Herzensangelegenheit», sagt FFZ-Präsident Roman Jenny. «Mit diesem Vernunftentscheid» wolle er indes den Verein FFZ langfristig  «auf Kurs halten.»

Sollte eine neue Trägerschaft gebildet werden, sei die FFZ «bei einer Neuauflage des Zuger Seefestes gewillt, in einer neuen Form mitzumachen»

Update folgt.

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 25.01.2018, 12:44 Uhr

    Es werden immer weniger bereit sein das Risiko zu tragen, wenn nicht endlich eine Vereinfachung erfolgt. die Bürokratie in den Vereinen und den Verbänden und beim Staat zerstört alles. Hinzukommt die Vollkasko-Mentalität, die wie die Pest unsere Gesellschaft verseucht