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Zuger schlug seine Adoptivmutter grün und blau
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Der junge Mann hat auf seine Mutter eingeschlagen – jetzt wurde er dafür verurteilt. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Er wollte sie in den Selbstmord treiben Zuger schlug seine Adoptivmutter grün und blau

2 min Lesezeit 1 Kommentar 11.02.2020, 05:00 Uhr

Die Zuger Staatsanwaltschaft musste sich kürzlich mit einem aussergewöhnlichen Fall von häuslicher Gewalt beschäftigen: Ein erwachsener Mann schlug brutal auf seine Adoptivmutter ein. Es war nicht das erste Mal, dass er gewalttätig wurde.

Dass Eltern ihre Kinder schlagen, hört man leider immer wieder. Doch auch den umgekehrten Fall gibt es. Ein junger Zuger hat mehrfach auf seine Adoptivmutter eingeschlagen und sie damit körperlich und seelisch misshandelt.

Wie kann es in einer Familie nur so weit kommen? Als Aussenstehende ist fast nicht nachvollziehbar, was seit Februar 2018 in einer Zuger Familie geschehen ist. Der erste aktenkundige Vorfall passierte an einem Freitag. Der 21-Jährige wohnte damals noch zusammen mit seinem Vater und seiner Adoptivmutter in einer Wohnung. Die beiden gerieten in einen Streit, der rasch eskalierte.

Der junge Mann schlug im Verlaufe des Streits mit der rechten Faust mehrfach gegen den Oberarm seiner Adoptivmutter. Sie erlitt dabei mehrere grossflächige blaue Flecke, die stark schmerzten.

Er forderte sie auf, sich die Pulsadern aufzuschlitzen

Knapp zwei Wochen später kam es zum nächsten Übergriff – der noch weit heftiger ausfiel. Wieder ging der Gewalttat ein heftiger Streit voraus. Diesmal versetzte der arbeitslose junge Mann der Frau mehrere Fusstritte. Erneut war das Resultat ein grosser blauer Fleck, der sich über den ganzen Oberschenkel zog.

Diesmal jedoch ging der wütende junge Mann in seinem Zorn noch einen Schritt weiter. Während des Streits packte er seine Adoptivmutter an der Hand, in der anderen hielt er ein Teppichmesser. Rasend vor Wut forderte er sie auf, sich mit dem Messer selber die Pulsadern aufzuschneiden.

Bewährung gibt es nicht mehr

Die Frau hatte Todesangst, wie aus dem rechtskräftigen Strafbefehl der Zuger Staatsanwaltschaft herauszulesen ist. Tragischerweise waren die geschilderten Vorfälle keine Ausnahme. Der Zuger war schon früher gewalttätig geworden. Er ist einschlägig vorbestraft und wurde sogar noch während der Probezeit rückfällig.

«Es ist daher zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird», schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrem Strafbefehl. Sie verurteilt den Mann deshalb zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 30 Franken. Ein Tag war er in Untersuchungshaft, deshalb wird er insgesamt 2970 Franken bezahlen müssen. Bewährung gibt es nicht mehr. Zudem werden noch 630 Franken Verfahrenskosten fällig.

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1 Kommentare
  1. Hans Peter Roth, 11.02.2020, 11:08 Uhr

    Die verfügte Geldstrafe erscheint mir unzureichend. Ein junger Mann mit hohem Gewaltpotenzial sollte dringend auch therapiert werden.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.