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Zuger «Rock the Docks» setzt nun voll auf nationale Künstler
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Der neue OK-Leiter Martin Riesen und PR-Zuständige Laura Hürlimann wollen das «Rock the Docks» auch unter dem Jahr etablieren. (Bild: wom)

Internationale Headliner zu teuer für Festival Zuger «Rock the Docks» setzt nun voll auf nationale Künstler

3 min Lesezeit 28.08.2018, 17:37 Uhr

Neuer Chef, neues Team, neuer Look und neue Sounds: Beim «Rock the Docks» weht ein frischer Wind. zentralplus verrät, was Sie am elften Zuger Gratisfestival erwartet, wovon Sie sich trennen müssen und wie die Organisatoren ihrer Vorbildfunktion gerecht werden wollen.

Es gilt, Abschied zu nehmen. Und zwar von internationalen Acts am «Rock the Docks» (RTD) in Zug. Literweise Tourbus-Sprit für den Headliner – passé. Ab dem 31. August gilt drei Tage lang «aus dem Nationalstaat, für den Nationalstaat».

Der neue OK-Leiter Martin Riesen erklärt, wieso. Wohl mit ein bisschen weniger Pathos. Und mit einer Ausnahme: Bokito aus London. Kurz und knapp: Die internationalen Headliner sind zu teuer. Dabei steckt jedoch noch mehr dahinter. In vergangenen Jahren wurden den grossen Namen am RTD Gagen bezahlt, gegen die die Bezahlung der Zuger Bands wie Trinkgeld aussah. «Jene Schere wollen wir schliessen», sagt Riesen. «Dieses Jahr gehen wir das von oben an und engagieren Schweizer Acts.»

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Mehr als ein Festival

Hier sind die grossen Legenden immer noch günstiger als die kleinen Fische auf dem internationalen Markt. «In den kommenden Jahren wollen wir die Schere auch von unten anpacken.» Der finanziellen Ungleichheit zwischen kleinen und grossen Acts geht es hier zwar noch nicht direkt an den Kragen, aber immerhin schon mal ans Schienbein. Und nicht nur in diesem Punkt denken Riesen und sein Team über den August hinaus. «Das RTD ist nicht nur ein Festival. Wir sind die Zuger Musik-Community», meint Riesen.

«Wir wollen das Rock the Docks zu einer Marke machen, die das ganze Jahr über präsent ist.»

Laura Hürlimann, PR-Zuständige beim Rock the Docks

Laura Hürlimann ist zuständig für die PR. Sie ergänzt: «Wir wollen das Rock the Docks zu einer Marke machen, die das ganze Jahr über präsent ist und Musik und Musiker unterstützt.» Ein Vorstoss in diese Richtung sind die Pre-Acts, die bereits am Laufen sind. Beispielsweise spielte die Baarer Band «Vamprovia» unter ihrem Label im Musikstore Schmitz in Zug. Zudem rührte die Berliner Band «Fulvio Tulli» im Doodah die Werbetrommel fürs RTD.

Publikum soll älter werden

Doch zurück zum Unbezahlbaren, dem Moment des Geschehens. Mit Stiller Has, Stereo Luchs und Crimer hat sich das RTD feinsten Schweizer Musikhonig auf die Bühnen gestrichen. Der Lockstoff ist nicht nur für das junge Stammpublikum gedacht. «Mit Stiller Has wollen wir bewusst auch die 35- bis 50-jährigen Zuger in den Hafen locken», sagt Riesen.

Stiller Has in der neuen Besetzung um Endo Anaconda (Mitte).

Stiller Has sollen den Altersschnitt nach oben drücken.

(Bild: zvg/Michael Schär)

Dieses Jahr habe man eigens für dieses Publikum ein Willkommenskomitee auf dem Platz. «Neben den angestammten Galvanik- und Rock-the-Docks-Bars ist dieses Jahr auch die Chollerhalle auf dem Platz», so Riesen weiter. Wein, Cüpli, Horsd’oevre: Wer den Operngucker mitbringt, kann Endo Anacondas wildromantische Gesichtslandschaft bei einem guten Tropfen Pinot Noir jetzt getrost auch eingehender studieren. Zudem wurde die tageweise Segregierung der Kulturen aus dem Konzept gekippt. Endlich gibt es, was jeder mag: jeden Abend alles.

Junge Frauen sollen inspiriert werden

Auch auf dem Gleichstellungsparkett tanzt das neue OK-Team seinen ersten Tango. Bei einem Drittel aller engagierten Bands spielt mindestens eine Frau mit. Die Organisation «Female Band Workshop» schätzt, dass auf den Schweizer Bühnen lediglich rund fünf Prozent aller Instrumentalisten Frauen sind.

«Uns ist es ein Anliegen, auch Musikerinnen zu zeigen.»

Martin Riesen, OK-Leiter Rock the Docks

«Uns ist es ein Anliegen, auch Musikerinnen zu zeigen», äussert sich Riesen dazu. Und Hürlimann doppelt nach: «Wir machen dieses Festival auch für Jugendliche und haben hier eine starke Vorbildfunktion.» Wer nur Männer in Aktion sehe, tue sich schwer, als junge Frau selber den Schritt auf die Bühne zu wagen. Wie so oft gilt auch hier: Gut vorgelebt ist halb gewonnen.

Seit sieben Jahren gibt es das Rock the Docks.

Das «Rock the Docks» gehört zu den Fixpunkten am Zuger Festival-Himmel.

(Bild: dor)

Auch auf dem Programm am Samstag: ein Skatecontest. Und nachdem die Acts im Hafen das Mikrofon und die Instrumente niedergelegt haben, fährt auch dieses Jahr wie gewohnt ein Shuttlebus an die kostenlose Aftershowparty in der Galvanik. Tags darauf wartet das RTD mit Workshops, Kunstmarkt und Katerbrunch darauf, dass die Zuger wieder zurück in den Hafen pilgern.

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