Zuger Regierungsrat Stephan Schleiss entmachtet sich selber
  • News
  • Bildung
  • Politik
Zugs Bildungsdirektor Stephan Schleiss schmökert beruflich auch mal in englisch sprachigen Wälzern. (Bild: woz)

Bürokratie-Abbau in der Bildung Zuger Regierungsrat Stephan Schleiss entmachtet sich selber

2 min Lesezeit 29.10.2018, 13:48 Uhr

Eigentlich geht’s auch ohne: Nach der Einführung des Lehrplans 21 wird die interkantonale Zusammenarbeit im Bildungsbereich der Deutschschweiz neu organisiert: Die gemeinsame Geschäftstelle in Luzern bleibt, die bisherige Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) indes wird per Ende Jahr aufgelöst. Ihr Präsident ist der Zuger Regierungsrat Stephan Schleiss (SVP).

Die drei Regionalkonferenzen der Ostschweiz, der Nordwestschweiz und der Zentralschweiz haben an ihrer gemeinsamen Sitzung vom 26. Oktober 2018 beschlossen, die Deutschschweizer ErziehungsdirektorenKonferenz (D-EDK) per Ende 2018 aufzulösen, wie sie am Montag bekanntgaben.

Hauptgrund dafür ist, dass der Lehrplan 21 fertig vorliegt und nun von allen 21 beteiligten Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein eingeführt wird. Zudem werden Fragen der Lehrmittelkoordination hauptsächlich innerhalb der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ilz) bearbeitet.

Sporadische Treffen bleiben

Der Fokus der Bildungszusammenarbeit unter den Kantonen der Deutschschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein soll ab 2019 wieder verstärkt bei den Regionen liegen. Im Interesse der Koordination innerhalb des Bildungsraums der Deutschschweiz sind aber die drei Regionalkonferenzen übereingekommen, gewisse sprachregionale Tätigkeiten im Volksschulbereich (etwa Kompetenzzentrum Lehrplan 21 und Datenbank Lehrplan.ch, Zusammenarbeit der kantonalen Volksschulämter, Schulfernsehen) weiterhin gemeinsam abzustimmen und zu finanzieren.

Dies erfolgt in Form von sporadischen gemeinsamen Sitzungen der drei Regionalkonferenzen und über die Zusammenarbeit der kantonalen Volksschulämter in der Deutschschweizer Volksschulämter-Konferenz (DVK).

Zentralschweizer betreiben Geschäftsstelle

Die drei Regionalkonferenzen wollen die gemeinsame Geschäftsstelle, welche seit 2011 in Luzern besteht, auch unter der neuen Organisationsform mit einem reduzierten Personalbestand weiterführen.

Die Bildungsdirektoren-Konferenz Zentralschweiz hat sich bereit erklärt, als Trägerin dieser Geschäftsstelle zu wirken. Die Geschäftsstelle wird wie bisher Dienstleistungen für die einzelnen Regionalkonferenzen und für die gemeinsamen sprachregionalen Aufgaben erbringen.

Lehrplan 21 machte sie nötig

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren wird gemäss dem Schulkonkordat von 1970 in ihrer Arbeit von vier Regionalkonferenzen unterstützt: der Romandie mit dem Tessin (CIIP), der Nordwestschweiz (NW EDK), der Zentralschweiz (BKZ) und der Ostschweiz (EDK-Ost). Schon seit längerem arbeiten die deutschsprachigen Kantone zu verschiedenen Themen über die Regionsgrenzen hinweg sprachregional zusammen. Von 2002 bis 2010 basierte diese Zusammenarbeit auf einer vertraglichen Übereinkunft der drei Regionalkonferenzen.

2011 beschlossen diese, gemeinsam als Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz aufzutreten und im Sinne von effizienten und schlanken Strukturen ihre Gremien und ihr Personal zusammenzulegen. Hauptziele der sprachregionalen Zusammenarbeit waren die Harmonisierung der Lehrpläne, die Koordination der Lehrmittel sowie der Entwicklung von Instrumenten im Bereich der Qualitätssicherung.

Weiterhin regionale Zusammenarbeit

Im Hinblick auf die neu zu erarbeitende Aufgaben- und Finanzplanung für die Periode 2019-22 erteilte die D-EDK einer Projektorganisation den Auftrag, die strategische Ausrichtung und die Organisation der sprachregionalen Zusammenarbeit zu überprüfen. Dies geschah unter der Ägide des Zuger Bildungsdirektors Stephan Schleiss (SVP), der die Konferenz zuletzt präsidierte. (zentralplus berichtete).

Diese Überprüfung, welche unter Einbezug der Interkantonalen Lehrmittelzentrale ilz in mehreren Schritten durchgeführt wurde, hat zum Schluss geführt, dass eine gewisse Zusammenarbeit der drei Deutschschweizer Regionalkonferenzen auch in den kommenden Jahren stattfinden soll, jedoch ohne das formelle Konstrukt einer Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz. Die D-EDK wird deshalb auf Ende 2018 aufgelöst.

 

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF