Zuger Regierung rechnet mit weitgehenden Lockerungen bis Ende September
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Auch jüngere Schülerinnen müssen im Kanton Zug nun regelmässige Spucktests machen. (Bild: Adobe Stock)

Noch fordert der Kanton zum Durchhalten auf Zuger Regierung rechnet mit weitgehenden Lockerungen bis Ende September

4 min Lesezeit 1 Kommentar 24.03.2021, 14:00 Uhr

Während in den Zuger Schulen die Massnahmen ausgebaut werden und die Sorge vor der dritten Welle grösser wird, wagt die Zuger Regierung eine Prognose. Sie nennt dabei drei voraussichtliche Lichtblicke. Es braucht aber noch etwas Geduld.

Noch einmal durchbeissen, liebe Zugerinnen. So lautet der Appell der Zuger Regierung im Umgang mit dem Coronavirus. Denn um aufzuatmen sei es noch zu früh. Landammann Martin Pfister sagte an der Medienkonferenz vom Mittwochmorgen: «Wir müssen uns bewusst sein, dass sich die Situation einer dritten Welle klar verdeutlicht. Derzeit zeichnet sich eine ungünstige Entwicklung ab.»

Die Krux: Noch könne man aufgrund des Impfstoffmangels nicht genügend Impfungen durchführen, um die derzeit steigenden Fallzahlen abzufangen.

«Covid ist keine harmlose Erkrankung.»

Martin Pfister, Zuger Landammann

«Insbesondere in Bezug auf das Gesundheitswesen machen wir uns sorgen», so Gesundheitsdirektor Pfister. «Die Auswirkungen auf dieses zeichnen sich jeweils zwei bis drei Wochen verzögert ab, und bereits jetzt spüren die Spitäler eine Zunahme.»

Pfister weiter: «Covid ist keine harmlose Erkrankung, sondern kann auch zu langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.» Auch wenn die Krankheit, gerade weil Heimbewohner mittlerweile geimpft seien, weniger häufig tödlich verlaufen würde, müsse man Covid ernstnehmen.

Aufatmen? Fehlanzeige. Doch gleichzeitig gibt es einige positive Anzeichen. Etwa, dass man damit rechne, bald mehr Impfdosen zu erhalten. Derzeit werden täglich ungefähr 350 Menschen im Impfzentrum in Baar gepiekst. «Kapazität hätten wir für 1400», sagt Martin Pfister.

Auch ist das Fazit des Kantons bezüglich der Massentests, die derzeit an den Zuger Oberstufenschulen durchgeführt werden, durchwegs positiv. So positiv, dass sie nun auf die Primarschulen ausgeweitet werden.

«Nicht nur ist das Bedürfnis, an den Tests teilzunehmen, mit 99 Prozent erfreulich hoch», sagt Bildungsdirektor Stephan Schleiss, «auch mussten wir bisher trotz 50’292 Proben keine Quarantäne mehr aussprechen für die Teilnehmer, auch kam es zu keinen Klassenquarantänen auf der Sekundarstufe.» Positiv getestet wurden 33 Schüler, was einer Positivrate von 0,07 Prozent entspricht.

Im Video erklärt der Zuger Bildungsdirektor, warum man die Tests ab Montag auf die unteren Schulklassen ausweite:

Während in den Sekundarschulen in Sachen der Beeinträchtigung des Unterrichts durch Covid-Erkrankte respektive durch Quarantänen, eine sehr positive Tendenz ersichtlich ist, geht diese auf Primarstufe in eine deutlich andere Richtung. «Alleine in der letzten Woche wurden auf der Primarstufe 35 Kinder positiv auf Corona getestet. Seit den Sportferien befanden sich insgesamt 105 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, fünf ganze Klassen mussten unter Quarantäne gestellt werden», so Schleiss.

Generell lasse sich feststellen, dass die Virusmutationen auf dem Vormarsch seien, erklärt der Kantonsarzt Rudolf Hauri gegenüber den Medien. «So handelt es sich bis heute bei 70 bis 90 Prozent der Infektionen um Mutationen des Virus.» Ausnahmslos alle von ihnen entsprächen der britischen Variante. Dass diese Mutationen schwerere Verläufe mit sich bringen würden, könne bisher nicht bestätigt werden, so Hauri.

Die Regierung wagt eine Prognose

Es ist schwierig, zu sagen, wie sich die Covid-Situation in der Bevölkerung in mittlerer Zukunft entwickeln wird.

Der Regierungsrat wagt dennoch eine Prognose. «Auch wenn die Entwickung nach wie vor unberechenbar ist, glaube ich, dass durch das Impfen eine Perspektive sichtbarer wird», so Pfister einigermassen zuversichtlich. Er nennt diesbezüglich drei Stichdaten, angefangen mit dem vielversprechendsten.

  • Ende September: Der Kanton geht davon aus, dass dann die Bevölkerung grösstenteils geimpft sei. «Darum kann man davon ausgehen, dass die Massnahmen zu diesem Zeitpunkt weitgehend gelockert werden können. Auch wenn für Nichtgeimpfte nach wie vor die Gefahr besteht, schwer zu erkranken», sagt Pfister.
  • Ende Juni: Bis dann sollten alle Leute mit einem erhöhten Risiko (also etwa das Gesundheitspersonal oder Angehörige von Risikogruppen) geimpft sein, so hofft die Regierung. «Dadurch dürfte es weitgehend zu einer Normalisierung kommen. Weiter gibt es derzeit Anzeichen aus der Pharmabranche, die vielversprechende Fortschritte in der Behandlung von Covid-Patienten aufweisen», erklärt der Gesundheitsdirektor.
  • Ende April: Dazu sagt Pfister: «Wir gehen davon aus, dass bis Ende April die besonders Gefährdeten geimpft sein werden. Entsprechend dürften die Gesundheitsinstitutionen deutlich weniger stark belastet sein.»

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1 Kommentare
  1. mebinger, 25.03.2021, 10:15 Uhr

    Gut , dann geht der Sommer dank den hysterischen Politikern auch kaputt , aber ich will dann niemand klagen hören, wen die Kultur, das Miteinander und unsere Kinder bleibende Schäden tragen werden, denn was gier abläuft ist absolut inakzeptabel und meiner Ansicht nach dumm, blasphemisch und grössenwahnsinnig!

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