Zuger Regierung begrüsst schärfere Massnahmen – Luzern setzt noch einen drauf
  • Politik
Die Öffnungszeiten von Läden und Restaurants müssen in der ganzen Schweiz angepasst werden. (Bild: jal)

In Luzern werden Sportanlagen geschlossen Zuger Regierung begrüsst schärfere Massnahmen – Luzern setzt noch einen drauf

3 min Lesezeit 7 Kommentare 11.12.2020, 17:37 Uhr

Die epidemiologische Lage in der Schweiz beunruhigt die Gesundheitsdirektoren. Sie stellen sich hinter die vom Bundesrat beschlossenen zusätzlichen Schutzmassnahmen. Luzern entscheidet sich zusätzlich für die Schliessung fast aller öffentlicher Freizeitangebote.

Die Gesundheitsdirektionen der Kantone Zug und Luzern begrüssen den Entscheid des Bundesrates, mit Blick auf die Festtage und die bevorstehenden Winterferien härtere Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu erlassen (zentralplus berichtete). 

Luzern verschärft die Bundesvorgaben sogar. Die Regierung schreibt in ihrer Mitteilung vom Freitagabend, dass im Kanton die «Alarmstufe Rot» herrsche. Der Reproduktionswert liegt aktuell über 1 (1.06). Und: Im Kanton Luzern sind vom 1. November bis gestern Donnerstag 103 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die Spitäler in der Zentralschweiz seien trotz der Verteilung der Intensivpflege-Patienten auf andere Kliniken innerhalb und ausserhalb der Zentralschweiz sehr stark ausgelastet. Es sind gegenwärtig nur noch sehr geringe Kapazitäten verfügbar.

Folgende Regeln wurden in Luzern beschlossen

  • Für das Publikum geschlossen sind: Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen, namentlich Museen, Galerien, Kinos, Casinos, Spielsalons, Bowling- und Billardzentren, Jugendtreffs, Indoor-Sportanlagen wie Turnhallen, Tennishallen, Reithallen, Eissporthallen und Kletterhallen sowie Hallenbäder, Wellnesszentren, Fitnesszentren und Tanzstudios. Bibliotheken, Mediatheken und Archive, ausgenommen für die Ausleihe.
  • Ausnahmen bilden die Nutzung der Sportanlagen durch die obligatorischen Schulen, Leistungssportlerinnen und -sportler, die einem Nationalkader angehören, und Profi-Sportteams; vorbehalten bleiben allfällige Vorgaben des Bundes zu den Öffnungszeiten und zum Betrieb. Offen bleiben dürfen zudem auch Hallenbäder, Fitness- und Wellnesseinrichtungen in Hotels für Hotelgäste.
  • Weiterhin geschlossen bleiben Erotik- und Sexbetriebe, zusätzlich sind neu alle Angebote von Sexarbeit, einschliesslich solcher in privaten Räumlichkeiten und auf der Strasse, verboten.
  • Im Öffentlichen Verkehr ist das Nachtnetz-Angebot der Transportunternehmen auf den Linien des öffentlichen Personenverkehrs einzustellen.
  • Home-Office: Die Arbeitgeberinnen sorgen dafür, dass die Mitarbeitenden ihre Arbeitsverpflichtungen so weit als möglich von zu Hause aus erfüllen.

Der Luzerner Regierungsrat wird am nächsten Montag, 14. Dezember 2020, über die Härtefallregelung informieren, die der Unterstützung von Unternehmen aufgrund der Covid-19-Pandemie dient.

Auch an den Schulen gibt es aufgrund der derzeitigen Lage weitere einschränkende Massnahmen. Sie betreffen primär Schulanlässe, den Sport- und den Musikunterricht sowie die Hauswirtschaft. Die entsprechenden Schutzkonzepte wurden laut Mitteilung für die verschiedenen Schulstufen aufgrund der aktuellen Beschlüsse angepasst, die bisherigen Massnahmen gelten weiterhin. Es soll laut Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann so weit wie möglich auf Fernunterricht verzichtet werden.

«Erneut ein Kraftakt nötig»

Gesundheitsdirektor Guido Graf appelliert an die Bevölkerung: «Es braucht jetzt einen erneuten Kraftakt von uns allen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Fallzahlen deutlich zu senken, sodass auch die Massnahmen baldmöglichst wieder gelockert werden können.»

Die Situation sei insbesondere für jene schwierig, die einen Angehörigen oder eine nahestehende Person im Zusammenhang mit Covid-19 verloren hätten: «Ich spreche diesen Menschen mein tiefstes Beileid aus und wünsche ihnen für die Zeit des Abschiednehmens ‒ insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Festtage ‒ viel Kraft und Zuversicht», so Graf.

Zuger Regierung hält sich noch zurück

In Zug hält man sich derweil trotz einer ähnlichen Situation wie in Luzern zurück. «Mit den vorgeschlagenen Änderungen sind wir überwiegend einverstanden», schreibt der sich zurzeit in Quarantäne befindliche Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister an den Bundesrat. Aufgrund der zu kurzen Frist sei allerdings weder eine konsolidierte Stellungnahme der Zuger Regierung noch eine Absprache mit den anderen Zentralschweizer Kantonen möglich gewesen, was man sehr bedauere. 

Pfister machte in der kurzen Stellungnahme, die zentralplus vorliegt, auch deutlich, dass es der Kanton in dieser Situation für angebracht hält, Restaurationsbetriebe zusätzlich zu unterstützen. Dieser Forderung will der Bund nachkommen und hat angekündigt, die nun besonders betroffenen Branchen zusätzlich zu unterstützen.

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7 Kommentare
  1. Andi Dinkelmann, 12.12.2020, 20:54 Uhr

    Die Tennishallen schliessen lassen im Kanton Luzern ist ein unüberlegter Schnellschuss. Beim Tennis ist man zu zweit und hat man 20 m Abstand. Kein Ansteckungsrisiko und Leute trifft man auch nicht gross. Hier nimmt man einen wirtschaftlichen Schaden in Kauf ohne jeglichen Nutzen.

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  2. mebinger, 12.12.2020, 13:38 Uhr

    So, so, die Kleine werden kaputt gemacht und die grossen wird der Weg frei gemacht, ich schäme mich dieser Regierung je vertraut zu haben und liebe Gewerbetreibenden ich bitte euch sofort jegliche Zahlungen an die FDP, CVP und SVP einzustellen, man füttert ja nicht seinen Metzger und wer sich von diesen Regierungsräten noch bürgerlich nennt solle mal in sich gehen und vielleicht lernen einfachste Fakten zu akzeptieren, wir haben eine ganz normale statistisch ins unendlich verlängerte Grippesaison (die nur theoretisch keine Influenza ist, aber in der Wirkung schon) und kein Gesundheitsproblem, sondern nur eine geplante Pandemie. Die momentane Corona-Politik idt direkt verantwortlich für zehntausende von Toten und zerstört die Kultur WENN mrtin Pfiste dies gut findet, dann möchte ich wisse, wie er noch gut schlafen kann. Die Konkurse , die psychischen Störungen scheinen in nivht zu interessieren. das sind Kollateralschäden im Kampf gegen das Gewerbe und die Kleinen

    Dass ich die Linken nicht erwähne, sei mir verziehen: Von euch bin ich Zerstörung gewohnt

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    1. lulu, 12.12.2020, 15:13 Uhr

      «dass ich die Linken nicht erwähne…» na ja, es wäre ja wohl auch etwas schwierig, ins blödsinnige linken-bashing einzustimmen, vor allem im kanton luzern, in dem die linken nicht in der regierung vertreten sind.

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  3. Daniel Steiner, 11.12.2020, 19:03 Uhr

    Lassen wir uns einen Bart wachsen, ziehen den Frauen Kopftücher an und wir sind eine islamistischer Kanton. Alles was Ausgleich bringt ist verboten. Wie war das mit der psychischen Gesundheit zu der es gestern einen Aktionstag von BAG gab?

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  4. Paul Bründler, 11.12.2020, 17:55 Uhr

    Kann mir mal jemand die Zahlen erklären?
    Am 8.4.2020 titelte die LZ: «Fast 500 Betten sind in Luzerner Spitälern für Covid-Patienten unbelegt.»
    Heute haben wir laut Lustat 87 Corona Patienten (14 werden beatmet) im Spital aber
    «Die Spitäler in der Zentralschweiz seien trotz der Verteilung der Intensivpflege-Patienten auf andere Kliniken innerhalb und ausserhalb der Zentralschweiz sehr stark ausgelastet.»

    Wie geht das zusammen? Wer lügt, oder was verstehe ich nicht?

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    1. Gery Weber, 11.12.2020, 23:42 Uhr

      LZ halt… was sagen denn die dazu?

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    2. Paul Bründler, 12.12.2020, 10:34 Uhr

      Wahrscheinlich geht es um das Corona Spital Nottwil, welches zwischenzeitlich abgebaut wurde und nun wieder aufgebaut wird.
      Das zeigt aber, dass die «starke Auslastung» hausgemacht ist und die Kapazitäten wieder aufgestockt werden können. Aber Panik schüren ist wohl heute politisch opportun.

      Sowieso verstehe ich das «Zahlenwerk» nicht wirklich.
      Jetzt ist es ja angeblich wieder besonders schlimm, aber es liegen genau 87 Corona Patienten in allen Spitälern des Kantons (Luzern, St. Anna, Wolhusen, Sursee, Meggen, Nottwil..).
      Wenn das schon «die Auslastungsgrenze» sein soll, was machen wir dann, wenn mal eine richtige Pandemie kommt?

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