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Zuger Ombudsfrau entdeckt das freiwillige Sparen
  • Politik
Katharina Landolf, Ombudsfrau des Kantons Zug, in ihrem Büro. (Bild: zentralplus)

Katharina Landolf kommt ohne Mitarbeiterin aus Zuger Ombudsfrau entdeckt das freiwillige Sparen

2 min Lesezeit 18.04.2018, 05:16 Uhr

Bürger klagen bei ihr immer noch über Probleme mit der Verwaltung. Und ihr Pendenzenberg ist gewachsen. Dennoch bewältigt Katharina Landolf von der Ombudsstelle des Kantons Zug die Arbeit mit weniger Personal. Unklar sei, ob sich das bewähre, sagt sie. Aber sie will den Sparbeitrag bis zum Schluss durchziehen.

Da soll noch jemand sagen, dass die Kantonsangestellten die Sparpolitik der Regierung nicht mittragen: Bei der Ombudsstelle des Kantons Zug kommt man seit vergangenem Juli mit erheblich weniger Personal aus. Statt 155 Stellenprozenten kümmern sich nur noch 115 Stellenprozente um die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger: Katharina Landolf, die Ombudsfrau des Kantons Zug, mit 80 Prozent und eine Verwaltungsmitarbeiterin mit 35 Prozent. Eine juristische Mitarbeiterin, die sechs Jahre lang für den Kanton gearbeitet hatte, hat gekündigt. Ihre 40 Stellenprozente bleiben versuchsweise eingespart.

Krankenkasse, Lärm, Schule

Die Arbeit der Ombudsstelle ist indes nicht weniger geworden. Vergangenes Jahr hat sich Landolf mit 135 Beschwerden beschäftigt – leicht weniger als im Vorjahr (141).

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Thematisch geht’s dabei vorwiegend um Probleme mit Prämienverbilligungen und Sozialleistungen, daneben sorgen bei den Bürgern immer wieder Bauangelegenheiten für rote Köpfe – von Baubewilligungen über Lärm bis zu Ortsplanungsfragen. An dritter Stelle stehen Vorfälle in der Schule. Übrigens sind 85 Prozent jener, die bei Landolf reklamieren, Schweizer Bürger.

Manche wollen einfach nur einen guten Rat

Neben den Beschwerden, die längere Abklärungen beinhalten, beantwortet die Ombusfrau auch zahlreiche Anfragen – im vergangenen Jahr wollten 153 Private und 19 Behörden Landolfs Rat.

Ob sich der freiwillige Sparbeitrag der Ombudsfrau in Zukunft fortschreiben lasse, stehe noch nicht fest, sagt Katharina Landolf auf Anfrage. «Dazu ist der Beobachtungszeitraum mit einem halben Jahr einfach zu kurz.»

Für Veranstaltungen bleibt keine Zeit mehr

Um allein klarzukommen, musste sich Landolf beschränken. «Es bleibt weniger Zeit für fundierte Vernehmlassungen und Mitberichte», schreibt sie in ihrem am Montag veröffentlichten Tätigkeitsbericht. Vorträge und die Teilnahme an externen Veranstaltungen hat sie deshalb seit Herbst kurzerhand ausgesetzt.

Dennoch haben sich bei Landolf Überzeit und Ferienguthaben kumuliert und der Pendenzenberg ist leicht angewachsen – von 4 auf 12 Beschwerden. Ausschlaggebend werde indes sein, wer ihr Nachfolger werde, sagt Landolf. Selber ist sie entschlossen, im Sparmodus bis zum Schluss weiterzuarbeiten.

«Die rechtliche Expertise ist unerlässlich.»

Katharina Landolf, Ombudsfrau

Ende Jahr jedoch endet ihre zweite Amtszeit und sie tritt altershalber zurück – und geht in Pension. Sollte die nächste Ombudsperson kein Jurist sein, brauche es zwingend wieder eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter. «Die rechtliche Expertise ist unerlässlich.» Landolf selbst ist Juristin und kann sie so gleich selber einbringen.

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