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Zuger Messe: Zwischen Klassentreffen und globaler Wirtschaft
  • Regionales Leben
Die Zuger Messe hat immer noch das Rüstzeug zum erfolgreichen Publikumsmagneten. (Bild: zvg)

Erstes Messe-Wochenende auf dem Stierenmarkt Zuger Messe: Zwischen Klassentreffen und globaler Wirtschaft

3 min Lesezeit 23.10.2019, 05:10 Uhr

Während andernorts die Messen sterben, feiert die Zuger Ausgabe erneut ein gelungenes Startwochenende. Messeleiter Peter Binggeli über den anhaltenden Erfolg des Zuger Modells und sein persönliches Highlight.

Beeindruckt ist Peter Binggeli in diesem Jahr von der Sonderschau zum Infrastrukturprojekt Nordstream 2. Die gigantische, 1230 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas von den weltgrössten Rohstoffquellen in Russland via Ostsee direkt zu den europäischen Verbrauchern transportieren.

Gesteuert wird das Unterfangen, an dem 1000 Unternehmen aus 27 Ländern beteiligt sind, von Zug aus. «Ein Stück Röhre aus dem Nordstream-2-Projekt vermittelt bei uns auch ein Gefühl dafür, was gerade in der Ostsee passiert», so der Messeleiter.

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Erdgas, Bauern und die Zuger Polizei vor Ort

Man mag vielleicht kein Freund von Gasenergie aus Russland sein, aber Fakt ist: Das Gewerbe in Zug ist nicht nur eine lokale Angelegenheit – Nordstream, ein Konglomerat aus fünf Energiegiganten, hat hier seinen Hauptsitz.

Die Sonderschauen seien einer der Gründe, weshalb sich die Zuger Messe auch bei ihrer 48. Ausgabe grösster Beliebtheit erfreut. Neben Nordstream sind auch der Gastkanton Uri, die Zuger Bauern oder die Zuger Polizei mit Sonderschauen präsent.

Die Besucherzahlen am Startwochenende waren laut Binggeli «im Rahmen des Vorjahres», was in Zug ein gutes Zeichen ist. Der Montag, üblicherweise ein schwächerer Messetag, sei gar überraschend gut gelaufen, sagt Binggeli. Die 80’0000 Besucher, welche die Messe über neun Tage in den vergangenen Jahren erreicht hat, scheinen auch heuer realistisch.

Rund die Hälfte der Besucher kommt aus Zug

Rund die Hälfte der Besucher kommt jeweils aus Zug, um die 400 Aussteller zu besuchen. Der erweiterte Einzugskreis reicht vom Rontal über das Freiamt bis hin an den Zürichsee. Auch aus dem Gastkanton Uri wird dieses Jahr der Eine oder die Andere den Weg in die Kolinstadt finden.

Während Messen wie die Zürcher Züspa oder die Basler Muba die Segel gestrichen haben, ist Zug eine der Publikumsmessen, die sich wacker hält – das gilt auch für die Luga in Luzern oder die Olma in St. Gallen. «Dass Publikumsmessen nicht mehr ziehen, stimmt nicht», sagt Binggeli.

Die Modeschau gehört traditionell zu den Publikumsmagneten an der Zuger Messe. (Bild: zvg)

Die Messen waren früher der Ort, an dem Innovationen präsentiert wurden. Das ist zwar auch heute noch der Fall, doch oft ist das Internet in dieser Hinsicht schneller. Dem Online-Handel, den viele weniger erfolgreiche Messen für das sinkende Publikumsinteresse verantwortlich machen, kann aber offenbar mit erlebnisorientierten Angeboten entgegengewirkt werden. Solche, die nicht nur informieren, sondern auch vermitteln.

Einmal mehr: Die Mischung macht’s

Grund für den anhaltenden Erfolg sind laut Binggeli dabei nicht nur die Sonderschauen. «Es ist meiner Meinung nach die Mischung aus Neuem und Bewährtem, die den Unterschied macht. Viele Besucher kämen eben nicht nur, um von neuen Produkten und Projekten überrascht zu werden, sondern auch, weil sie genau wissen, was sie erwartet. Sei es die traditionelle Modeschau, die Tierhalle oder das kulinarische Angebot.

«Man hört oft, die Zuger Messe sei jeweils ein Klassentreffen, zu dem man gerne hingeht», so Binggeli. Dazu steuern auch die etwas längeren Öffnungszeiten und die gute Erreichbarkeit bei. Das Zuger Klassentreffen beim Stierenmarkt läuft noch bis zum 27. Oktober.

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