Zuger Maskenmillionären droht eine Strafanzeige
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Hunderttausende Schutzmasken des Typs FFP-2 soll die Zuger Firma dem Bund verkauft haben. (Bild: Pexels/Markus Winkler)

Schutzmasken taugen nichts Zuger Maskenmillionären droht eine Strafanzeige

2 min Lesezeit 1 Kommentar 11.03.2021, 08:20 Uhr

Schutzmasken waren im letzten Frühling Mangelware. Die Firma Emix versprach Abhilfe – und zwei Jungunternehmer wurden so über Nacht Millionäre. Jetzt kommt ein böser Verdacht auf: Nämlich dass die teuren Masken gar nicht vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen.

Das Kantonsspital Glarus hat im letzten Frühling viel Geld in die Hand genommen, um Schutzmasken zu besorgen. Es hat der Firma – die heute ihren Sitz in Zug hat – 7.90 Franken pro Maske bezahlt. Der Kanton Glarus bezahlte gar 9.90 Franken pro Stück – und dies bei einer Bestellmenge von 40’000 Stück, wie die «Rundschau» berichtet.

Die Import-Firma musste für die hohen Preise schweizweit Kritik einstecken – auch eine Strafanzeige wegen Wucher wurde eingereicht (zentralplus berichtete). Und nun berichtet die SRF-Sendung, dass die Masken, die an den Kanton Glarus verkauft wurden, zudem gefälscht sein sollen. Eine Prüfung beim grossen deutschen Masken-Produzenten «Univent» habe ergeben, dass die Masken nicht einmal fünf Prozent der Kleinstpartikel filtern. Zum Vergleich: FFP2-Masken müssen eine Filterleistung von mindestens 95 Prozent ausweisen.

Rechtliche Schritte geprüft

Der Kanton Glarus plant deswegen rechtliche Schritte. «Wir haben die Masken abgegeben an die Leute, die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen, in der Erwartung natürlich, dass da keine Übertragung des Virus stattfindet», wird Regierungsrat Rolf Widmer in der Sendung zitiert.

Und weiter: «Wir werden mit unseren Juristen und auch mit unseren Staatsanwälten in den nächsten Tagen das Gespräch suchen und schauen, was wir für Möglichkeiten haben, ob wir rechtliche Schritte in die Wege leiten müssen oder das von den Strafverfolgungsbehörden von sich aus weiterverfolgt wird.»

Kaufpreis wird zurückerstattet

Die Zuger Jungunternehmer versichern in einer Stellungnahme gegenüber der «Rundschau», dass man für die Fake-Masken den vollen Kaufpreis rückerstatten werde. Man habe diese bei einem Schweizer Importeur gekauft und sei davon ausgegangen, dass es sich um echte, zertifizierte Masken gehandelt habe.

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1 Kommentare
  1. Rentner, 11.03.2021, 10:42 Uhr

    das wird schwierig ,den die Jungs haben sich ja bei der Lieferung auf 100 pro Qualität verlassen, kommt noch die Unerfahrenheit und warum hat das BAG bei der Lieferung keine Stichkontrollen auf Qualität gemacht, Urteil Mangel an Beweisen Rüge an BAG, die haben uns CH im Stich gelassen, zu wenig Masken ,kein Desinfektionsmittel,

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