Zuger im Hoch: «no good» läuft ganz gut
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Der Zuger Musiker Ramon Clau hat sich kürzlich zum ersten Mal im Radio gehört. Ein Traum wurde wahr. (Bild: bas)

Der Musiker Ramon Clau und sein Song des Tages Zuger im Hoch: «no good» läuft ganz gut

3 min Lesezeit 11.06.2016, 17:35 Uhr

Er macht nur, was ihm passt. Das dafür mittlerweile relativ erfolgreich. Ramon Claus Lied «no good» war letzte Woche Song des Tages auf Radio SRF3. Jetzt spricht er über sein Erfolgsrezept und warum er damit manchmal auch hadert.

Ein lauschiges Plätzchen schlägt Ramon Clau zum Interview vor. Es ist warm, Ramon Clau biegt im T-Shirt um die Ecke, die Gitarre in der Hand. Es ist Montagmorgen um 11 Uhr, wir sitzen vis-à-vis im Garten eines Stadtzuger Restaurants. Er ist erst vor Kurzem aufgestanden («am Montag kann ich immer ausschlafen»), scheint bestens gelaunt. Dazu hat er auch allen Grund: Letzte Woche war sein Lied «no good» Song des Tages auf Radio SRF3. 

Der hohe Preis für den Traum

Dass er den Durchbruch geschafft habe, will der 32-jährige Zuger so aber nicht sagen. «Dazu bräuchte es mehr. Zum Beispiel einen Hit, der rauf und runter gespielt wird. Oder noch besser: ein Album.»

Ob er einen Hit wollen würde, ist aber gar nicht so sicher: «Wäre es meine Musik, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass es mir gefallen würde.» Aber wenn jemand reinfunke und er die Dinge nur machen müsse, weil die Musik dann besser gefalle, dann würde er lieber auf den Hit verzichten, erklärt Ramon Clau bestimmt.

Im Video zeigt Ramon Clau, wie er klingt, wenn man ihn Ramon Clau sein lässt:

Aber trotzdem: Sich selber im Radio zu hören, das sei schon ein Traum von ihm gewesen, gibt der Musiker zu. Jetzt hat er das mit seiner EP-Auskopplung «no good» erreicht. Das gibt in gewisser Weise auch seinem unkonventionellen, aber sehr konsequenten Weg Recht. Ramon Clau hat keine Ausbildung abgeschlossen. Er hat alles hingeschmissen, sobald es nicht mehr genau das war, was er wollte. Selbst die Gesangsausbildung – eigentlich etwas, das ihn sehr fasziniert – hat er nicht beendet. Sie war zu theoretisch.

Diesbezüglich scheint der Zuger auch mal zu hadern. Er hat keine Festanstellung und von der Musik alleine kann er nicht leben. «Natürlich ist es nicht immer einfach, kein fixes Einkommen zu haben.» Aber das sei eben der Preis für seine Freiheiten. Aktuell arbeitet er nebenher als Gärtner und gibt privaten Musikunterricht.

«Seit Langem macht es wieder extrem Freude, mit einer Band zu spielen.»
Ramon Clau, Musiker

Unbeständigkeit als Konstante

Dass Ramon Clau nur macht, was ihm Spass bereitet, spiegelt sich auch in seiner Vergangenheit als Künstler wider: Munter wechselte er von Reggae zu Funk und weiter zum Pop, mit immer wechselnden Bands und neuen Zusammensetzungen. Ramon Clau gibt’s solo, gab’s als Duo, als Trio, als Quartett und mit Band. Gerade war er lange solo unterwegs. «Zurzeit arbeite ich aber mit Sämi Büttiker am Schlagzeug und Wolf Meyer am Bass. Und seit Langem macht es wieder extrem Freude, mit einer Band zu spielen.»

«Das Album wird weniger reduziert als die EP ‹ocean› und auch etwas grösser.»
Ramon Clau, Musiker

Es passe einfach, sagt Ramon Clau. Deswegen sei das eine Formation, die bis auf Weiteres mal fix sei. «Dann kann man später immer noch Bläser oder ein Klavier dazunehmen.» Aber zuerst haben die drei Zuger andere Pläne: Sie wollen ein Album machen. «Das wird weniger reduziert als die EP ‹ocean› und auch etwas grösser», erklärt er.

Bald beginnen die Drei mit Aufnehmen und dann wird es sich zeigen, was Ramon Clau gefällt, oder ob schon bald wieder eine Veränderung ansteht. Aber vielleicht geht mit dem neuen Album ja auch sein nächster Traum in Erfüllung: ein Auftritt im Zürcher Volkshaus, weil das «einfach eine geile Location» sei.

Das ist Ramon Claus «Song des Tages»: «no good»

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