«Zusammenarbeit ist unter diesen Umständen nicht möglich»
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Der Heilmittelinspektor hatte Strafanzeige gegen seinen eigenen Arbeitgeber eingereicht. (Bild: Unsplash/Anastasiia Ostapovych)

Zuger Heilmittelinspektor freigestellt «Zusammenarbeit ist unter diesen Umständen nicht möglich»

1 min Lesezeit 7 Kommentare 13.08.2020, 11:25 Uhr

Der kantonale Heilmittelinspektor hat Strafanzeige gegen Regierungsrat Martin Pfister und Kantonsarzt Rudolf Hauri eingereicht. Diese hätten eine Inspektion in einer Arztpraxis verhindern wollen. Nun wurde er freigestellt.

Der kantonale Heilmittelinspektor Ludek Cap hat gegen seinen Arbeitgeber Strafanzeige eingereicht (zentralplus berichtete). Sie richtet sich gegen Gesundheitsdirektor Martin Pfister (CVP) und Kantonsarzt Rudolf Hauri. Der Vorwurf: Die Behörden hätten eine Inspektion in einer Arztpraxis verhindern wollen. Als Cap schliesslich unangemeldet eine Kontrolle durchführte, habe er zahlreiche Mängel festgestellt.

Nun wurde Cap freigestellt, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Die Kommunikationsstelle der Zuger Gesundheitsdirektion gibt zum Fall keine Auskunft wegen Befangenheit, wie es auf Anfrage von zentralplus heisst. Zuständig ist deshalb die Direktion des Innern.

Dessen Direktor Andreas Hostettler bestätigt gegenüber zentralplus die Freistellung Caps. Sie gilt per sofort. «Unter diesen Voraussetzungen ist eine Zusammenarbeit zwischen den involvierten Personen nicht möglich», sagt Hostettler.

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7 Kommentare
  1. Aristoteles, 17.08.2020, 18:29 Uhr

    Müssten nicht die freigestellt werden die versucht haben eine normale Inspektion zu verhindern? Ah, sorry wir sind in Zug, da werden die gefeuert die sich korrekt verhalten aber leider nicht zum Filz gehören – ja, ein Regierungsrat der sogar seine Chefin hinschickt um eine Inspektion zu verhindern, ein Kantonsarzt der eine Sprachnachricht hinterlässt um eine Amtshandlung zu verhindern… das hilft Zug im Korruptionsindex ein paar Punkte gut zu machen.

    Für alle beteiligten gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

  2. igarulo, 13.08.2020, 18:15 Uhr

    Übrigens ist auch alt Nationalrat Andy Tschümperlin vor einem Monat klammheimlich im Kanton Zug freigestellt worden. Er wurde im 2017 Leiter des Amtes für Soziale Dienste Asyl im Kanton Zug. Niemand, der ihn wirklich kannte, konnte verstehen, weshalb er als Reallehrer und Schulleiter ohne Diplom (vorgängig angestellt als Schulleiter am Integrations-Brücken-Angebot ZG vom Stadtzuger Rektor Jürg Kraft, der auch in gegenseitigem Einvernehmen die Stadtschulen Zug verliess) die Stelle bekam, bis klar wurde, dass im rechten Kanton Zug auch der linke Filz spielt, denn die damalige Regierungsrätin Manuela Weichelt hievte Tschümperlin auf den Posten, obwohl im Inserat ein Jurist oder Wirtschaftwissenschafter gesucht wurde. Ich bin nicht erstaunt, denn ein Reallehrer ist eben kein Wissenschafter. Nach drei Jahren geht Tschümperlin und ich habe im 2017 in der Zuger Zeitung gewarnt, dass Tschümperlin den Anforderungen nicht gewachsen sei. Ich habe recht bekommen und Manuela Weichelt verpulvert mit ihren filzigen Entscheidungen Steuergeld. Dafür ist sie jetzt Nationalrätin und der Filz heisst dort Lobbyarbeit. Wer schaut ihr auf die Finger?

    1. Martin Schleiss, 13.08.2020, 21:31 Uhr

      Sie sagen, dass er der Aufgabe nicht gewachsen gewesen sei. Dann wissen Sie, weshalb er freigestellt wurde?

    2. Hans Peter Roth, 14.08.2020, 14:52 Uhr

      Das tönt stark nach übler Schlammschlacht! Sie müssten Ihre Behauptungen zur angeblichen Überforderung von Andy Tschümperlin – immerhin seit bald 2 Jahren als Amtsleiter eines freisinnigen Regierungsrats tätig – zumindest argumentativ untermauern. Die Tatsache, dass schon wieder ein Amtsleiter von der Zuger Regierung freigestellt wird, wird das Misstrauen breiter Bevölkerunskreise gegenüber dem monolitisch bürgerlichen Regierungsrat weiter anfachen.

    3. Martin Hosek, 15.08.2020, 08:42 Uhr

      Wie es aussieht, hat der Heilmittelinspektor einfach seine Arbeit gemacht. Aber man liess ihn nicht. Falls es hier um Filz gehen solle, kommt er nicht aus der linken Richtung, Herr oder Frau „igarulo“. Was soll die Ablenkung vom Thema?

  3. Roberta, 13.08.2020, 15:28 Uhr

    Dä hauri chan schalte und waltä wiener will, binrä strafazeig sind plötzlich alli züügä still. In zug isch das normal, fürd bevölkerig ischs n qual.

    1. Martin Hosek, 15.08.2020, 08:44 Uhr

      Ein verzagtes „Die mached doch sowieso, was si wänd!“ hilft hier nicht. Unser politisches System ist so gestaltet, dass Machtmissbrauch geahndet wird.

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