Martin Pfister CVP Regierungsrat Zug Gesundheitsdirektor
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Der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister zeichnet ein besorgniserregendes Bild der aktuellen Situation. (Bild: uus)

Regierung hat erste Massnahmen beschlossen Zuger Gesundheitsdirektor warnt vor vollen Intensivstationen

3 min Lesezeit 10 Kommentare 26.11.2021, 08:30 Uhr

Zug vermeldet derzeit so viele Corona-Ansteckungen wie noch nie seit Pandemie-Beginn. Dementsprechend besorgt zeigt sich der Gesundheitsdirektor Martin Pfister. Erste Sofortmassnahmen hat der Kanton bereits getroffen.

Seit Tagen bewegt sich die Zahl der Corona-Ansteckungen im Kanton Zug in bisher unerreichten Höhen (zentralplus berichtete). Entsprechend besorgt zeigte sich der Zuger Gesundheitsdirektor am Donnerstag vor dem Kantonsrat, als er zur aktuellen Corona-Situation im Kanton Stellung nahm. «Seit zwei Wochen sind wir in unserem Alarmsystem im dunkelroten Bereich», sagte Martin Pfister (Die Mitte).

Die Lage sei in der Innerschweiz sehr kritisch, vor allem auch aufgrund der Situation in den Spitälern. Die Intensivstationen seien fast voll. Zwar könne man derzeit Patienten in die Westschweiz oder ins Tessin verlegen. Aber Pfister ergänzt: «Wenn wir nicht mehr verlegen können, haben wir wirklich ein Problem.»

Zur hohen Auslastung der Intensivbetten kommt im Kanton Zug die Belastung des Contact Tracings. Bei den rekordhohen Fallzahlen kommt dieses an den Anschlag. Pfister erklärte vor dem Kantonsrat, dass die Regierung das Personal im Contact Tracing schon aufstocken könne, doch: «Bis die Neuen verstehen, wie es geht und Qualitätsansprüche erfüllen können, braucht es Zeit.»

Bund schiebt Verantwortung an Kantone ab

Im ganzen Land werden aufgrund der angespannten Lage die Rufe nach verschärften Corona-Massnahmen lauter. Doch der Bundesrat scheint sich damit vor der Abstimmung über das Covid-Gesetz zu scheuen (zentralplus berichtete). Er appelliert aufgrund der grossen regionalen Unterschiede überlässt er es den Kantonen, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.

«In der aktuellen Lage sehen wir uns als Kanton klar in der Verantwortung, weitere verschärfende Massnahmen zu ergreifen.»

Martin Pfister, Gesundheitsdirektor Zug

Diese liessen nicht lange auf eine Reaktion warten. Bereits wenige Stunden nach der Pressekonferenz des Bundesrats verkündete der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf, dass Luzern die Massnahmen verschärft. Allerdings löste der Zeitpunkt der Umsetzung in der Folge grosse Verwirrung aus (zentralplus berichtete).

Zug gibt Booster-Impfung für U65 frei

Verwirrung, die im Kanton Zug bisher ausblieb. Doch auch hier sind strengere Massnahmen vorgesehen. «In der aktuellen Lage sehen wir uns als Kanton klar in der Verantwortung, weitere verschärfende Massnahmen zu ergreifen», sagt Martin Pfister auf Anfrage von zentralplus. Diese Verantwortung werde der Kanton wahrnehmen.

Um welche Massnahmen es sich dabei handelt und wann der Kanton diese einführt, lässt Pfister offen. Der Regierungsrat werde sich «in Kürze» damit befassen. Es darf davon ausgegangen werden, dass sie unter anderem die Schulen betreffen. In dieser Altersgruppe werden derzeit besonders viele Ansteckungen verzeichnet.

Erste Sofortmassnahmen hat die Gesundheitsdirektion bereits ergriffen. «Wir haben Empfehlungen herausgegeben, die das persönliche Verhalten ansprechen», bekräftigte Pfister am Donnerstag vor dem Zuger Kantonsrat. Er sei überzeugt, dass sich mit dem persönlichen Verhalten viel bewirken lasse in der Pandemie. Er rief deshalb die ganze Bevölkerung dazu auf, die bekannten Massnahmen wieder stärker zu berücksichtigen. Eine «gewisse Nachlässigkeit» ortet Pfister auch im Umgang mit den Schutzkonzepten. Diese würden jetzt wieder intensiver kontrolliert.

Der Kanton Zug setzt zudem auf die Booster-Impfung. Als einer der ersten Kantone hat er sie am Donnerstag für alle Altersgruppen freigegeben. Um die Nachfrage bewältigen zu können, wurden die personellen Ressourcen und die Öffnungszeiten des Impfzentrums ausgebaut (zentralplus berichtete).

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10 Kommentare
  1. Dario Griit, 26.11.2021, 17:56 Uhr

    Ich würde den Herren im Kanton Zug gerne ein Paar Massnahmen vorschlagen die auch etwas bewirken:
    1. Schüler endlich nicht mehr im ÖV transportieren sondern mit Sonderfahrten/Bussen
    2. Endlich Maskenpflicht in Einkauszentren und im ÖV durchsetzen, es sind seit 2 Jahren die selben Leute die sich nicht daran halten, unter anderem die Schüler!
    3. Endlich Polizeikontrollen im Gastro (vorallem Steinhausen und Cham) für Zertifikate durchführen!

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  2. Stefanie Tobler, 26.11.2021, 13:59 Uhr

    Wie liebe ich diese wolkige Politikersprache! Die Intensivstationen seien «fast voll». Man «könne derzeit» Patienten in andere Spitäler verlegen. Wird das nun gemacht oder nicht? Wenn ja, warum, wenn die Stationen nicht ganz voll sind? Oder müsste es «könnte» heissen, als Option?

    Fazit: Nichts ist klar. Obwohl nichts mehr gefragt wäre als Klarheit.

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    1. Daniela Übersax, 26.11.2021, 14:20 Uhr

      Ihr Kommentar zeigt nur, dass Sie entweder keine Ahnung haben oder es einfach nicht verstehen wollen. Zug hat 8 Intensivbetten. 5 davon sind Stand gestern durch Corona-Patienten belegt, eines durch einen anderen Patienten. https://www.covid19.admin.ch/de/hosp-capacity/icu
      Das heisst, die Abteilung ist zu 75% belegt. Das nennt sich fast voll. Eine schwierige OP, ein Verkehrsunfall, und die Intensivabteilung in Zug ist ganz voll oder überbelegt. Und dann wird man in andere Spitäler verlegen müssen. Man kann, weil in Zürich oder Luzern noch einige freie Betten sind. Ist es nun klarer?

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      1. Domenico Chiesa, 26.11.2021, 15:58 Uhr

        Bei nur 8 IPS-Betten ist es wohl klar, dass man bald einmal an die Grenzen kommt. Verlegungen kommen immer wieder vor, das war schon vor Corona so. Und nein, die Frage, ob in den letzten Tagen bereits Patienten von Zug in andere Spitäler verlegt worden sind, haben auch Sie nicht beantwortet.

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      2. Daniela Übersax, 26.11.2021, 17:20 Uhr

        @Domenico Chiesa: Ich sehe nicht als meine Aufgabe an, alle Fragen hier im Forum zu beantworten. Ich kann diese sogenannten Skeptiker aber nicht mehr hören mit ihrem Pseudo-Argument, dass die Impfung doch überflüssig ist, so lange es auf irgend einer Intensivstation noch ein freies Bett hat.

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  3. Daniel Ruess, 26.11.2021, 11:23 Uhr

    Es sind Zahlen gefragt? Vier der acht Intensivpflegeplätze in Zug sind durch Nichtgeimpfte Covid-Patienten belegt. 63% aller Covid-Fälle in Zug waren nicht geimpft. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei ungeimpften Personen war 3.9-mal höher als bei geimpften Personen. Vielleicht hilft dies den Aluhüten, ihre Impfskepsis zu überdenken.

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  4. Roli Greter, 26.11.2021, 08:49 Uhr

    Wieder die alte Leier mit den vollen Intensivstationen… Untermauert doch bitte mal mit den effektiven Zahlen, diese sind auf der Webseite des BAG ersichtlich, für jedermann 😉

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    1. René Gruber, 26.11.2021, 11:12 Uhr

      Hier gibts Zahlen: https://www.zg.ch/behoerden/gesundheitsdirektion/amt-fuer-gesundheit/corona/lagebeurteilung/200911-lage-covid-19-zg.pdf/download.

      PS: Zug hat 8 Intensivpflegeplätze.

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      1. Roli Greter, 26.11.2021, 11:21 Uhr

        Ja, und?

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      2. Alain, 26.11.2021, 11:59 Uhr

        Es bring nichts. Diese Leute verstehen das Virus and exponentielles Wachstum nicht.

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