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Die Fachverbände wehren sich gegen Revision Zuger Denkmalkommission soll nicht abgeschafft werden

2 min Lesezeit 04.09.2018, 17:30 Uhr

Im Kanton Zug wurde mit Motionen und Postulaten eine Änderung des Denkmalschutzgesetzes gefordert, um unter anderem dem Eigentümer eines Objekts vermehrt Entscheidungsbefugnisse und Abwehrrechte zu eröffnen. Bei dieser Revision soll die Denkmalkommission abgeschafft werden. Jetzt wehren sich die vier Fachverbände.

Der Zuger Heimatschutz, das Bauforum Zug, der Archäologische Verein Zug und  der Historische Verein Zug wollen nicht, dass die Denkmalkommission gekippt wird.

«Die Denkmalkommission soll sich auch in Zukunft Gehör verschaffen können.»

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Meinrad Huser, Zuger Heimatschutz

Die Umwelt-, Fach- und Interessenverbände fordern den Gesetzgeber vielmehr auf, sich für den Erhalt der Denkmalkommission als beratendes Fachgremium einzusetzen und bei der Revision des Denkmalschutz-Gesetzes ihre Verantwortung bezüglich Erhaltung des baukulturellen Erbes wahrzunehmen.

«Steigende Bodenpreise, rasante Bauaktivitäten, übermässige Renditeansprüche und Verdichtung rufen nicht nach einer Schwächung, sondern nach einer Stärkung des Denkmalschutzes im Kanton Zug», sagt Meinrad Huser, Präsident des Zuger Heimatschutzes. «Die Denkmalkommission hatte in der Debatte um die bauliche Zukunft schon immer eine wichtige Stimme. Sie soll sich auch in Zukunft Gehör verschaffen können.»

Nur noch internes Fachwissen der Verwaltung

Mit einer Änderung des Denkmalschutzgesetzes will der Regierungsrat die Denkmalkommission aufheben. Angebliches Ziel sei es dabei, das Schutzverfahren für Objekte zu beschleunigen. «Als Grundlage für seine Entscheidungen will sich der Regierungsrat künftig ausschliesslich auf internes Fachwissen aus der Verwaltung stütze», so Huser. Hier sei genügend Knowhow vorhanden, so das Argument. In komplexen Fällen könne man ergänzend externe Experten für Gutachten beiziehen.

Es werde behauptet, die Denkmalkommission ziehe Verfahren unnötig in die Länge und gehöre abgeschafft. «Gegen diese Absicht setzen wir uns zur Wehr.»

Denkmalkommission sei politisch breit abgestützt

Um im Denkmalschutzverfahren sowohl den privaten wie den öffentlichen Interessen gerecht zu werden und diese abzuwägen – dafür gebe es die Denkmalkommission. Und dafür brauche es diese auch weiterhin. Die Mitglieder der Denkmalkommission werden von der Regierung für eine Legislatur von 4 Jahren gewählt.

«Die Denkmalkommission hat eine hohe demokratische Legitimation.»

Meinrad Huser

Die Denkmalkommission sei breit abgestützt, so Huser. Gegenwärtig ist das Bauforum, der Heimatschutz, der Archäologische Verein, der Bauernverband, der Hauseigentümerverband sowie die Ennetsee-, die Berg- und die Talgemeinden darin vertreten.

«Sie alle bringen ihre Sichtweise und ihr Fachwissen ein und sorgen – zusammen mit dem zuständigen kantonalen Amt – dafür, dass verhältnismässige und nachvollziehbare Entscheide gefällt bzw. Anträge gestellt werden. Die Denkmalkommission ist auch politisch breit abgestützt und hat demzufolge eine hohe demokratische Legitimation.»

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