Zuger Bildungsdirektor: «Viele Schüler fürchten die Quarantäne mehr als das Virus»
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Bald sollen Zuger Schüler zweimal wöchentlich auf Covid getestet werden. (Bild: zvg)

Massen-Coronatests an Schulen Zuger Bildungsdirektor: «Viele Schüler fürchten die Quarantäne mehr als das Virus»

3 min Lesezeit 2 Kommentare 16.02.2021, 14:46 Uhr

Mit Reihentests will die Zuger Regierung Massenquarantänen im Schulbereich verhindern. Verpflichtend sind die Tests nicht – doch wer mitmacht, ist klar im Vorteil.

Die verschärften Quarantänebestimmungen beeinträchtigen den Schulbetrieb auch im Kanton Zug stark, findet der Zuger Regierungsrat. Darum führt er sogenannte Reihentests ein, welche zweimal pro Woche zum Zuge kommen sollen.

«Der Test ist für Schüler grundsätzlich obligatorisch», so Regierungsrat Stephan Schleiss an einer entsprechenden Medienkonferenz. Wer von den Tests ausgenommen werden wolle, brauche eine entsprechende Dispens, so der Bildungsdirektor. Für ihn ist klar: «Wer an den Reihentests teilnimmt, ist klar im Vorteil. Denn, auch wenn in einer Klasse ein positives Ergebnis ermittelt wurde, entgehen die anderen Schüler der Massenquarantäne. Wer hingegen nicht spuckt, wird nicht vom Unterricht ausgeschlossen, unterliegt aber weiterhin den verschärften Quarantänevorschriften und muss bei einem positiven Fall in seinem Umfeld unverzüglich in Quarantäne.» Wird heute ein Schüler auf eine mutierte Corona-Variante positiv getestet, wird die ganze Schulklasse unter Quarantäne gestellt. Auch diese Massnahme entfalle mit den geplanten Reihentests.

Weiterhin in Isolation müssen positiv Getestete, so Gesundheitsdirektor Martin Pfister ergänzend.

Starke Beweggründe für eine Teilnahme

Für die Zuger Regierung ist der Wegfall der Massenquarantäne ein starker Beweggrund für die Teilnahme am Spucktest, denn, so Stephan Schleiss: «Viele Schülerinnen und Schüler fürchten die Quarantäne mehr als das Virus.»

Darin spiegle sich die Erfahrung der Schülerinnen und Schüler, dass sie im Präsenzunterricht besser lernen. Zudem sei das Bedürfnis der Jugendlichen gross, Corona zum Trotz ein einigermassen normales Leben zu leben. Dazu gehört der gemeinsame Schulbesuch. Wer sich testen lasse, sei zudem fast tagesaktuell über seine Coronasituation im Bild, was nicht nur den Schülerinnen, sondern allen Menschen in ihrem Umfeld eine zusätzliche Sicherheit gebe, ist die Zuger Regierung sicher.

Angenehmere Tests für die Schüler

Betroffen von den Massentests sind nicht alle Zuger Schüler, sondern insbesondere Oberstufen. Diese werden ab dem 22. Februar zweimal wöchentlich, jeweils nach der ersten Schulstunde, getestet. Glück für die Jugendlichen: «Es handelt sich bei den Tests um reine Spucktests», wie Kantonsarzt Rudolf Hauri erklärt. Will heissen: «Es gibt zwei Entnahmen. Zum Ersten spucken die Schüler in ein Röhrchen. Zum Anderen entnehmen sich die Schüler eigenhändig Proben von den Mundschleimhäuten.»

Die Spucktests aus den Röhrchen kommen in einen «Pool», dieser wiederum lande im Labor. Sollte sich darin eine positive Probe befinden, werde die Klasse genauer unter die Lupe genommen, respektive dann könne anhand der zweiten Proben eruiert werden, welche Schüler konkret betroffen seien.

«Gibt es positive Fälle, werden die Betroffenen via Contact Tracing informiert», so Stephan Schleiss.

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2 Kommentare
  1. Chu, 16.02.2021, 15:33 Uhr

    Was Herr Schleiss anordnet verstösst gemäss BAG gegen das Gesetzt. Hoffentlich verweigern sich möglichst viele! Spätestens jetzt müsste die SVP ihren Regierungsrat zurück pfeiffen.

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    1. Contra, 22.02.2021, 12:52 Uhr

      Es ist interessant, wie es immer wieder gescheite Menschen gibt, die besser wissen, was für die Allgemeinheit gut ist. Verweigern, verweigern, verweigern!
      Das ist ihre Lösung, bis sie selbst dran sind. Und dann verweigert hoffentlich die Medizin auch, ihnen zu helfen.

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