Zuger Beizer ging auf die Barrikaden – jetzt droht eine massive Geldstrafe
  • Gesellschaft
Der Beizer Iwan Iten bei seiner Rede an der Corona-Demo in Lachen. (Bild: Screenshot)

Schutzmaske verweigert Zuger Beizer ging auf die Barrikaden – jetzt droht eine massive Geldstrafe

3 min Lesezeit 12 Kommentare 27.11.2020, 05:00 Uhr

An der Corona-Demo letztes Wochenende in Lachen hatte der Wirt einer Zuger Beiz einen grossen Auftritt. Er hatte sich im Oktober geweigert, in seinem Restaurant die Maskenpflicht einzuhalten. Nun läuft gegen ihn ein Strafverfahren.

«Wie lange wollen wir noch dieses Corona-Theater mitmachen?», fragt der Zuger Wirt Iwan Iten rhetorisch. Die Menge klatscht. Rund 1’000 Personen waren es, die sich am letzten Samstag in Lachen (SZ) zusammengefunden haben, um gegen die Corona-Massnahmen zu demonstrieren (zentralplus berichtete).

Der Beizer tritt als Vertreter der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) auf. Er wirft dem Bundesrat vor, im Sommer zu wenig Vorkehrungen gegen die zweite Welle getroffen zu haben. Auf Youtube existiert ein Mitschnitt der Rede. Der Bundesrat reagiere unverhältnismässig, sagt Iten darin. Und er trage die Konsequenzen der angeordneten Massnahmen nicht mit. Das sei eine «Sauerei». Wenn man etwas gegen die Maske sage, werde man diffamiert.

Der Wirt erzählt in seiner leidenschaftlichen Rede, dass er und sein Team sich bei der Einführung der Maskenpflicht weigerten, den Nasen-Mund-Schutz anzuziehen. Nach 14 Tagen sei sein Betrieb von der Polizei geschlossen worden. Daraufhin habe er sich in Absprache mit den Mitarbeitenden der Maskenpflicht gefügt. «Wir sind ja keine Rebellen. Aber wir fordern den Dialog.» Doch weder die Zuger Regierung noch Gastro Zug hätten dazu Hand geboten.

Zuger Polizei bestätigt die Verstösse

Die Zuger Polizei bestätigt auf Anfrage von zentralplus: «Bei mehreren Kontrollen wurde festgestellt, dass der Pächter des Restaurants sich nicht an die Bundesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus hält», sagt Sprecher Frank Kleiner. Das vorhandene Schutzkonzept sei nicht entsprechend umgesetzt worden.

«So trugen das Servicepersonal sowie die Verantwortlichen keine Schutzmasken», so Kleiner weiter. Der Pächter sei mehrmals auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam gemacht, verwarnt sowie angezeigt worden. Der Polizeisprecher bestätigt auch, dass das Lokal Ende Oktober für 36 Stunden zwangsweise geschlossen wurde. Dies, weil der Beschuldigte «fehlende Einsicht» gezeigt und es sich um Wiederholungsfälle gehandelt habe.

Öffentliche Gesundheit gefährdet?

Aus Sicht der Zuger Polizei hat der Beizer die öffentliche Gesundheit unmittelbar gefährdet. Gemäss einem Regierungsratsbeschluss vom Juli kann die Polizei in solchen Fällen Betriebe für bis zu 36 Stunden schliessen. «Eine längere Schliessung muss vom Regierungsrat mittels Verfügung angeordnet werden», erklärt Kleiner die Rechtslage. So weit kam es vorliegend nicht.

Der Wirt war für zentralplus bisher nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Er trage inzwischen aber eine Schutzmaske, wenn er arbeite, wie er in der «Zuger Zeitung» sagte. Trotzdem könnte seine Verweigerung noch ein juristisches Nachspiel haben.

Zwar hat die Polizei derzeit keine Möglichkeit, bei Verstössen gegen das Epidemiengesetz unmittelbar eine Busse auszusprechen. Stellt sie eine Widerhandlung fest, wird die Person aber bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Im Falle einer Verurteilung drohen Bussen bis zu 5’000 Franken oder es werden Geldstrafen verhängt. Noch ist das Verfahren allerdings nicht rechtskräftig abgeschlossen.

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12 Kommentare
  1. Stephan Schlumpf, 05.12.2020, 13:47 Uhr

    Seit gestern ist das Restaurant Raten wieder für eine Woche geschlossen. Weshalb wird aus dem Aushang an der Türe nicht ersichtlich.

  2. Inderbitzin, 29.11.2020, 20:35 Uhr

    Wer sind wirklich Corona-Leugner od. -Rebellen….? Jene die wahre Zahlen und Vergleiche verschweigen, Angst, Nötigung, Freiheitsberaubung, psychische Gewalt ausüben, od. jene die obrigkeitshörigkeit mangelnde Informationen und Täuschung hinterfragen und einfach frei leben wollen, ohne andere zu nötigen und diffamieren…..wacht auf, schaut hin….

  3. Roland Grüter, 27.11.2020, 14:04 Uhr

    Corona-Leugner sind Simpel.

    1. Andreas Peter, 28.11.2020, 10:48 Uhr

      Aber Menschen, welche Kampfbegriffe wie «Corona-Leugner» verteilen sind intelligent?
      Was ist eigentlich ein «Corona-Leugner»?
      Ich habe bisher keinen «Corona-Leugner» angetroffen, aber viele Leute, welche die Politik hinterfragen.
      Das ist wichtiger denn je und überhaupt nicht «simpel».

  4. mebinger, 27.11.2020, 09:25 Uhr

    Und wann landen diejenigen, welche die desaströse tödliche Corona-Politik kritisieren auf dem Scheiterhaufen? 1933 war Kinderarten im Vergleich zur heutigen Staatswillkür

    1. Manjaro, 27.11.2020, 10:06 Uhr

      Verschwörungstheoretikern und Corona-Schwurblern sollte man eigentlich keine Plattform bieten.
      Obwohl Sie ja immer behaupten, dies nicht zu sein. Vergleiche mit 1933 sind völlig fehl am Platz.

    2. Tobias Mueller, 27.11.2020, 14:56 Uhr

      Wow. So viel Meinung gepaart mit so wenig Wissen. Das Bildungssystem hat Sie grausam im Stich gelassen.

      @Zentralplus: Obwohl der Ruf nach dem Scheiterhaufen eng gesehen als Aufruf zu Gewalttaten verstanden werden kann, sollten Sie @mebingers Kommentar stehen lassen, und vielleicht bald mal einen Artikel über die Geschehnisse im Europa der 30er-Jahre publizieren. Damit könnten sie noch einige LeserInnen abholen, bevor sie wie er enden.

    3. Redaktion Redaktion zentralplus, 27.11.2020, 16:27 Uhr

      Der Nutzer gibt seiner Befürchtung Ausdruck, dass man wieder Scheiterhaufen einführen könnte. Dies interpretieren wir nicht als Aufruf zur Gewalt.

    4. Sämi Gallati, 27.11.2020, 20:10 Uhr

      Entschuldigung @sebinger,
      das meinen Sie nun aber nicht wirklich? Es gibt gute Dokus über das Dritte Reich.

    5. Hugo Ball, 27.11.2020, 21:11 Uhr

      Wer den Ball hat, wird angegriffen!

    6. Andreas Peter, 28.11.2020, 10:59 Uhr

      Ich verstehe schon, dass sich Herr Mebinger sorgt, aber hier schiesst er vielleicht etwas über das Ziel hinaus.
      Ich finde die derzeitige Corona-Politik in der Schweiz vergleichsweise gut und mutig.
      Aber über Deutschland darf man sich schon mal wieder Sorgen machen.
      Dort überschreitet die Staatswillkür tatsächlich einige Grenzen, welche auch bei mir die Alarmglocken läuten lassen.
      Noch zum Stil hier: Die selbsternannten «Intellektuellen» bringen augenscheinlich viel Aggressivität und wahnsinnig wenig Argumente.
      Zur Begriffsklärung: «Corona-Schwurbler», «Verschwörungstheoretiker», «Das Bildungssystem hat Sie grausam im Stich gelassen» sind keine Argumente und tragen wirklich nichts zum Erkenntnisgewinn bei.
      Offenbar gehen diese Leute davon aus, dass derjenige, welcher die Propaganda nicht kritiklos übernimmt dumm sei. Ich sehe das eher umgekehrt.

    7. Andreas Peter, 29.11.2020, 12:23 Uhr

      A propos Verschwörungstheorien: «Youtube sperrt zahlreiche Videos und Konten von Regierungskritikern».
      Nicht nur Professor Sucharit Bhakdi wurde gelöscht, sondern auch bereits ein ZDF-Video mit Professor Schrappe von der Universität Köln.
      Das hier etwas arg schief läuft, sollte eigentlich jedem auffallen und jeder, der sich für anständig hält, sollte dagegen kämpfen. egal wo er politisch steht.
      Es ist nicht mehr die Zeit für Schubladendenken.
      Noch ein Spruch, den ich neulich gehört habe: «Ich brauche neue Verschwörungstheorien… meine alten sind alle wahr geworden».

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