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Zug will hoch hinaus – ausser beim Bauen
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Das Siegerprojekt gab Anhaltspunkte für den Bebauungsplan, wie der neuen Zuger Stadtteils «Baarerstrasse-West» aussehen soll. (Bild: zvg)

Stadtteil «Baarerstrasse-West» Zug will hoch hinaus – ausser beim Bauen

3 min Lesezeit 07.05.2015, 16:26 Uhr

Es liegt ein Plan vor, wie der neue Zuger Stadtteil «Baarerstrasse-West» konkret aussehen könnte. Und die Ansprüche sind hoch. Das «Kerngebiet des Zuger Hochhaus-Konzepts» soll ein Zentrum für alle werden. Ausser für Hochhäuser.

Unmittelbar beim Bahnhof Zug soll ein neuer Stadtteil entstehen. Denn sowohl die Zuger Kantonalbank wie auch andere Grundeigentümer, deren Gebäude auf dieser Fläche liegen, planen in naher oder ferner Zukunft Um- oder Neubauten (zentral+ berichtete). Das Siegerprojekt «Ein Stück Zentrum von Zug» von Güller Güller und SLiK Architekten dient nun als Grundlage für den Bebauungsplan. Dieser zeigt auf, wie sich das Gebiet der Baarerstrasse und dem Bahnhof Zug entwickeln soll.

Insgesamt vier Gebäudegruppen stehen auf dieser Fläche. Im Zentrum steht dabei klar das markante Glashaus der Zuger Kantonalbank. Eigentümer sind unter anderem auch die Pensionskassen der Migros und des Kantons Zug. Ein relevanter Flecken für Zug, wie André Wicki, Vorsteher Baudepartement, in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt: «Dieser Stadtteil wird Zug stark prägen. Denn hier sehen wir grosses Verdichtungspotential und es ist ein Kerngebiet unseres Hochhaus-Konzeptes.»

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Plan wegen Zuger Kantonalbank überarbeitet?

Das Projekt an sich ist schon älter. Die Zuger Kantonalbank beabsichtigte zunächst, das ehemalige Marc Rich Gebäude an der Baarerstrasse 37 aufzustocken. Das Vorhaben wurde im März 2011 jedoch sistiert, weil eine Aufstockung wegen der Statik, des Feuerschutzes und der Erdbebensicherheit nicht möglich war. Daher wurde nun ein Neubau ins Auge gefasst. Die Stadt ersuchte damals die Zuger Kantonalbank, den Bebauungsplan des betroffenen Gebietes zu überarbeiten. Dies, um die planerischen Voraussetzungen für diese Entwicklung zu schaffen. Allerdings beteuerten beide Seiten stets, dass die Stadt Zug ist in diesem öffentlich rechtlichen Verfahren federführend sei, und nicht die Zuger Kantonalbank.

«Lebendiges Zentrum mit attraktiven Angeboten»

Verdichtung heisst also die Devise. Doch das ist nicht das einzige Ziel, das auf der Fläche der «Baarerstrasse-West» umgesetzt werden soll. Auch Detailhandel, Dienstleistungen und Wohnungen sollen auf dem Areal Platz finden, wie Wicki sagt. «Wir wollen auf diesem Gebiet ein lebendiges Zentrum, welches in den Erdgeschossen publikumsattraktive Angebote und in den Obergeschossen Räume für Dienstleistungen und Wohnungen bietet.» Aber auch für Velofahrer und Fussgänger soll das Gebiet attraktiv werden und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Das Siegerprojekt überzeugte die Jury, weil es als «stimmige Ergänzung zum bestehenden Stadtkörper empfunden wird». Die Architekten hätten das Areal als grossen Stadtplatz mit vier kompakten Gebäuden konzipiert. «Diese bestehen aus sechsgeschossigen Sockeln, die sich in die Stadt einfügen sowie aus einzelnen, relativ niedrigen Türmen, die eine Silhoutte bilden», so die Stadt Zug.

«Ein Ensemble von Klötzen, wie Spielzeug, nur nicht so verspielt.»

Philipp Klaus, ETH-Dozent, zu solchen Bauprojekten

«Grossbürgerliche Architektur, die keinen Halt gibt»

Klotzt nun Zug mit einer eigenen «Europaallee» auf? Philipp Klaus, Dozent für Soziologie in der Architektur an der ETH Zürich, kritisiert an solchen Bauprojekten: «Klotz an Klotz, grossbürgerliche Architektur die keinen Halt gibt, jeder Blick flutscht sozusagen weg an den monotonen und repetitiven Elementen.» Das Gebiet sei nur als Gesamtskulptur zu betrachten, «als Ensemble von Klötzen, wie Spielzeug, nur nicht so verspielt. Es ist elitär.»

In Zürich entstanden damals 400 Wohnungen und Lofts in gehobenem Standard. Dies hat Auswirkungen auf die Bewohnerstruktur: «Bezüglich Wohnen gibt es keine soziale Durchmischung im Areal», so Klaus. Wie auch in der Zürcher «Europaallee» werden in der Zuger Version Wohnungen entstehen. Dass sich die beim Bahnhof Zug entstehenden Wohnungen im tiefen oder mittleren Preissegment bewegen werden, bleibt unter anderem aufgrund der Lage zu bezweifeln.

Das überarbeitete (siehe Box) Projekt dient nun als Grundlage für den Bebauungsplan. Ziel sei es laut der Stadt Zug, diesen im kommenden Jahr dem Grossen Gemeinderat vorzulegen. Für weitere Auskünfte war André Wicki am Donnerstag nicht erreichbar.

(Bild: zvg)

(Bild: zvg)

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