Zug: Polizist wurde bei Verfolgungsjagd mit dem Velo verletzt
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Der Ladendieb flüchtete aus dem Gefängnis - auf einem Velo. (Bild: Pixabay)

Täter muss ins Gefängnis Zug: Polizist wurde bei Verfolgungsjagd mit dem Velo verletzt

2 min Lesezeit 1 Kommentar 03.01.2021, 06:32 Uhr

Ein notorischer Ladendieb ist im Sommer 2019 in Zug verhaftet und verurteilt worden. Danach ist er geflüchtet – und wurde wieder verhaftet. Jetzt zeigen Recherchen von zentralplus, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Ein Coiffeur hat 2019 innerhalb von rund zwölf Monaten elf Ladendiebstähle in Warenhäusern und Apotheken im Kanton Zug begangen. Im Visier hatte er vor allem Kosmetikprodukte. Weil er bei seinen Diebestouren teils ein Messer dabeihatte – und in einem Fall gegenüber Polizisten auch noch ausfällig war – wurde er mit einer Freiheitsstrafe von 120 Tagen sowie einer Busse von mehreren Hundert Franken bestraft.

Der Iraker befand sich bereits im offenen Strafvollzug, als ihm Anfang Juli 2019 während eines externen Arbeitseinsatzes die Flucht gelang. Nachdem er davongerannt war, schnappte er sich ein Velo und raste so durch die Stadt.

Muskelriss durch Veloattacke

Eine umgehend eingeleitete Grossfahndung zeigte innerhalb von dreissig Minuten Erfolg (zentralplus berichtete). Der 20-Jährige leistete allerdings erbitterten Widerstand gegen seine erneute Verhaftung, wie sich jetzt zeigt. Gemäss einem Strafbefehl, der zentralplus vorliegt, warf der Mann das Velo mit voller Wucht gegen einen Polizisten. Dieser zog sich nicht nur blaue Flecken, sondern sogar einen Muskelriss dabei zu.

Der junge Mann ist mehrfach wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. Mit einer Schonbehandlung durfte er deshalb nicht mehr rechnen. Weil er innerhalb der Probezeit und trotz Verwarnungen erneut straffällig geworden ist, muss er jetzt zwei frühere Geldstrafen bezahlen.

Ursprünglich war ihm dafür der bedingte Vollzug gewährt worden. Nun muss er 1500 Franken für Straftaten bezahlen, die er 2017 begangen hat – und 900 Franken für Delikte, die 2018 folgten.

Sechzig Tage Gefängnis – ohne Bewährung

Hinzu kommt eine neue Freiheitsstrafe für die Flucht und die damit verbundenen Gesetzesübertretungen. Sprich: Gewalt und Drohung gegen Behörden, einfache Körperverletzung des Polizisten, die Verletzung von Verkehrsregeln und den Velodiebstahl. Aufgrund der diversen Vorstrafen gibt es dafür kein Pardon mehr: 60 Tage muss der Mann ins Gefängnis.

So kurze Freiheitsstrafen werden in der Regel gar nicht mehr ausgesprochen – weil sie gemäss Studien keine präventive Wirkung zeigen. Im vorliegenden Fall macht die Staatsanwaltschaft aber eine Ausnahme. Wegen der Vorstrafen und weil aufgrund der «finanziellen Verhältnisse und der Lebensumstände» nicht zu erwarten sei, dass der Mann die Geldstrafe bezahlen würde, wie es im Strafbefehl heisst.

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1 Kommentare
  1. Max Barmettler, 03.01.2021, 14:25 Uhr

    Ein typisches Beispiel dafür, wie eine Ausschaffung umgangen wird. Nämlich mittels Strafbefehl durch die Staatsanwaltschaft. Also ohne gerichtliches Verfahren, die bei einem Wiederholungstäter angebracht gewesen wäre. Da stellt sich die Frage, wer an einer solchen Praxis interessiert ist und sie deshalb verteidigt.

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