Zug ist für Fussgänger ein hartes Pflaster, Luzern wird für Grendel gelobt
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1,2 Millionen Franken werden in die Sicherheit der Fussgängerstreifen in der Stadt Luzern investiert. (Bild: zentral+)

Studie zur Fussgänger-Situatiion Zug ist für Fussgänger ein hartes Pflaster, Luzern wird für Grendel gelobt

3 min Lesezeit 17.06.2020, 10:36 Uhr

Im Rahmen eines Projekts wurde in 16 Schweizer Städten die Fussgängerfreundlichkeit untersucht. Sowohl in Luzern als auch in Zug herrscht Nachholbedarf.

Zusammen mit der Hochschule für Technik haben umverkehR und Fussverkehr Schweiz die Situation für Fussgänger in Schweizer Städten untersucht. Das Projekt «GEHsund – Städtevergleich Fussverkehr» wurde in drei Teile aufgeteilt: Es gab eine Begehung vor Ort (Fussverkehrstest), eine Bevölkerungsbefragung (Umfrage) und schliesslich wurden die städtischen Aktivitäten zur Förderung des Fussverkehrs (Planungspraxis) beurteilt. Getestet wurden die Städte Aarau, Basel, Bellinzona, Bern, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Locarno, Lugano, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich.

Die Zentralschweizer Städte schafften es aber nicht in die vorderen Ränge. Beim Fussverkehrstest schnitt Aarau am besten ab, bei der Umfrage war es Chur und bei der Planungspraxis sowie in der Gesamtbewertung Basel. Wo sind Luzern und Zug?

Mittelfeld und hinterer Rang

In Luzern hat der Test vor Ort gezeigt, dass gerade bei Haltestellen für Fussgänger nicht optimal sind. Am besten ist die Situation hingegen bei Plätzen und Querungen, wo Luzern den zweiten Platz nach Aarau belegt.

Zug erreicht bei der Haltestellenqualität hingegen einen Höchstwert. Am schlechtesten wurden Strecken und Querungen beurteilt – bei letzteren bildet Zug sogar das Schlusslicht. Sowohl Luzern als auch Zug haben beim Test insgesamt 63 Prozent der Anforderungen erreicht.

Die Ergebnisse des Tests vor Ort. (umverkehR)

Auch bei der Planungspraxis belegt Zug den letzten Platz, teilt ihn sich aber mit Lugano. Beide Städte erreichen lediglich 48 Prozent der Gesamtanforderungen. Luzern liegt mit 62 Prozent im oberen Mittelfeld.

Zug schneidet bei der Planungspraxis am schlechtsten ab.

Auch die Bevölkerung hatte mitzureden. In Luzern sind 352 Antworten eingegangen, in Zug 137. Am wenigsten zufrieden waren die Luzerner und Zuger mit der Politik, gefolgt vom Verkehrsklima. Insgesamt belegen jedoch beide Städte mit einer Gesamtzufriedenheit von 60 Prozent (Luzern) und 62 Prozent (Zug) einen Platz in den vorderen Rängen.

Die Politik stört die Befragten in Zug und Luzern am meisten.

Weniger gut sieht es in der Gesamtbewertung aller drei Teilprojekte aus. Zug belegt hier mit 58 Prozent einen der hinteren Plätze, Luzern liegt mit 61 Prozent im Mittelfeld.

Zug schneidet in der Gesamtbewertung eher schlecht ab.

Das Projekt zeigt, wo die Schweizer Städte generell Nachholbedarf haben. So seien die Trottoirs mehrheitlich zu schmal, entlang von Hauptstrassen werde die Norm oft nicht eingehalten. Ausserdem sei eine Temporeduktion in der Bevölkerung ein häufiges Bedürfnis. Eine solche Massnahme kann auch Fussgängerunfälle verhindern. In Zug ereignen sich pro Jahr 1,7 solcher Unfälle pro 10’000 Einwohner und Beschäftigte, in Luzern sind es sogar 2,7 Fussgängerunfälle.

Weiter hat die Untersuchung ergeben, dass die Wartezeiten an Fussgängerampeln generell sehr lang sind. Das haben der Test vor Ort und auch die Umfrage in der Bevölkerung ergeben. Als eines der häufigsten Probleme nennen die Befragten jedoch Velofahrer auf Trottoirs. Die Infrastruktur sollte deshalb getrennt werden, schlussfolgert die Organisation umverkeR. Zudem sollte die Fachstelle Fussverkehr ausgebaut werden.

Im Bericht wird aber auch Lobenswertes aufgeführt. So gebe es in den Städten auch Leuchtturmprojekte, die zumindest als guter Ansatz dienten. In Luzern ist das die Gestaltung Grendel-Löwengraben, in Zug wird die Neugestaltung des Postplatzes erwähnt.

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