«Zug Fäscht»: Zug plant grosse Stadtparty im Jahr 2022
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2022 wird in Zug wieder gefeiert, nachdem Grossanlässe – wie das Zuger Seefest – zuletzt der Coronakrise zum Opfer fielen. (Bild: Andreas Busslinger)

Volksfest anlässlich des Bahnhofsjubiläums «Zug Fäscht»: Zug plant grosse Stadtparty im Jahr 2022

4 min Lesezeit 10.05.2021, 19:19 Uhr

Ein Stadtfest mit 50’000 Gästen: Was in den Pandemiejahren 2020 und 2021 wie ein Traum scheint, soll 2022 in Zug Realität werden. Anlässlich des Jubiläums von Bahnhof und Eisenbahn steht die Mobilität im Fokus des Grossanlasses – und auch ein wenig die Freude nach der belastenden Coronazeit.

Erst wenige Tage ist es her, dass die Stadt Zug in prächtiger Feierlaune war: Der Meistertitel des EVZ liess die Fans im Freudentaumel schwelgen und machte die Coronasituation beinahe vergessen (zentralplus berichtete).

Nun wartet Zug bereits mit der nächsten freudigen Nachricht auf, die in Zeiten von reihenweise abgesagten Anlässen und eingeschränkten Sozialkontakten wie eine Belohnung wirkt: 2022 soll anlässlich eines Doppeljubiläums ein grosses Stadtfest über die Bühne gehen.

Denn Zug feiert den Zug: Nächstes Jahr zelebriert der Zuger Bahnhof seinen 125. Geburtstag. Gleichzeitig feiert die Eisenbahn in der Schweiz ihr 175-jähriges Bestehen. Grund genug für ein Volksfest: «1897 war eine grosse Zäsur. Der Kanton Zug würde heute anders aussehen ohne die damals neuen Bahnlinien und den Verkehrsknoten», sagt Initiant Martin Stuber, der an einem Buch über die Geschichte der Eisenbahn im Kanton Zug arbeitet.

«Das ist eine grosse Sache, das sollte man feiern.»

Martin Stuber, Initiant

Erst der neue Zuger Bahnhof sowie die Bahnlinie Thalwil–Baar–Zug–Walchwil–Arth-Goldau – zuvor war Zug ein Kopfbahnhof – schufen die Voraussetzungen für den industriellen und wirtschaftlichen Aufschwung in Zug. Im Sommer 2019 trat er mit seiner Idee an die Stadt heran. Denn für Stuber ist klar: «Das ist eine grosse Sache, das sollte man feiern.» 

Elf Festplätze im Stadtzentrum

Auf Initiative des ehemaligen Zuger Kantonsrats und der Zuger Interessengemeinschaft IG Kulturspot werden beide Jubiläen mit einem grossen Anlass gefeiert: mit dem «Zug Fäscht 2022». Erwartet werden rund 50’000 Gäste aus Zug und der Umgebung. Zum Vergleich: Beim Grossanlass Schwingfest 2019 zählte Zug rund 420’000 Besucher.

Das Festgelände sieht drei Bereiche vor, die nach Themen unterteilt werden. Im Norden soll zwischen Bahnhof und Güterbahnhof eine historische Meile zur Eisenbahngeschichte entstehen. Geplant ist beispielsweise, dass der «Rumpelbus», der erste Zuger Bus Orion, unterwegs sein wird. Im Bereich des Stadthauses geht der Blick in die Zukunft: Diese «Meile» beschäftigt sich mit neuen Mobilitätsformen und den künftigen Grossprojekten wie Zimmerberg-Basistunnel oder Durchgangsbahnhof.

Mit einer Blaskapelle ist der neue Bahnhof in Zug 1897 eingeweiht worden.

Eine dritte Meile ist dem Feiern gewidmet. Insgesamt sind elf Festplätze vorgesehen, bespielt von den Zuger Gemeinden: Jede nimmt ein spezifisches Thema auf und bespielt ihre Bühne mit Speis, Trank und Unterhaltung. Geplant ist darüber hinaus ein Rahmenprogramm und ein temporärer Ausstellungspavillon, der einen Monat lang offen steht. Nebst Kanton und Gemeinden sollen auch die SBB, die Zuger Verkehrsbetriebe und das Verkehrshaus Luzern involviert werden.

Zwei erfahrene Veranstalter

Idee und Grobkonzept des Volksfests stammen von der Zuger IG Kulturspot. Im Hinblick auf die weitere Konkretisierung, Planung und Organisation haben die Initianten den Verein «Kulturfäscht» gegründet. Wie der Zuger Stadtrat in seinem Bericht an den Grossen Gemeinderat schreibt, übernimmt die Keep Cool Produktion und Verlag AG unter der Leitung von Marco Schneider und Philipp Schweiger nach den Sommerferien im Auftrag des Vereins «Kulturfäscht» die Verantwortung für die Gesamtorganisation des Fests.

«Ich bin froh, dass wir diesen grossen Meilenstein jetzt erreichen und Stadt und Kanton sich an der Finanzierung beteiligen.»

Martin Stuber

Die beiden hätten eine grosse Erfahrung mit Grossveranstaltungen, sie waren bereits für die Durchführung der 700-Jahr-Feier des Kantons Zug (1991), des Landsgemeindefests (1998) und der 650-Jahr-Feier zum Beitritt der Eidgenossenschaft (2002) federführend.

Seit 1897 ist der Bahnhof Zug am heutigen Standort.

Das Budget des Fests beträgt rund 700’000 Franken. Der Zuger Regierungsrat hat bereits 250’000 Franken gesprochen. Der Stadtrat beantragt dem Parlament einen Beitrag in derselben Höhe, plus 50’000 Franken für die Bespielung des eigenen Festplatzes. Die anderen Zuger Gemeinden sowie Sponsoren dürften den Rest zur Finanzierung beitragen. «Ich bin froh, dass wir diesen grossen Meilenstein jetzt erreichen und Stadt und Kanton sich an der Finanzierung beteiligen», sagt Martin Stuber, der im Patronatskomitee Einsitz hat.

Hoffen auf Impfkampagne

Stattfinden soll das «Zug Fäscht» am 3. September 2022. Bis dahin hat sich die Coronapandemie, so die Hoffnung, verzogen. Der Stadtrat rechnet aufgrund der Impfstrategie bis nächstes Jahr mit einer Normalisierung der Situation.

Und: Gerade nach der belastenden Coronazeit sei ein Fest für die Zuger Bevölkerung ein wichtiges Signal. «Feste sind eine willkommene Zäsur im Alltag der Menschen», hält er in seinem Bericht und Antrag an das Stadtparlament fest: «Gerade nach den Pandemiejahren 2020 und 2021 ist das ‹ZugFäscht 2022› ein wichtiges Signal für die Zukunft: gemeinsam feiern!»

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