Zug bremst Blockchain-Euphorie
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Die Stadt Zug will mit Moderation auf die Blockchain-Technologie setzen. (Bild: Adobe Stock)

Stadtrat beantwortet Fragen Zug bremst Blockchain-Euphorie

3 min Lesezeit 07.03.2021, 09:12 Uhr

Die Stadt Zug sieht viel Potenzial in der Blockchain-Technologie. Auch in der Verwaltung könnte diese zur Verwendung kommen – allerdings soll sie nicht auf Biegen und Brechen eingesetzt werden.

Der Kanton Zug ist ein Hotspot für die Entwicklung der Blockchain-Technologie. Verständlich also, wenn die Stadtzuger SVP Fragen zu deren potenzieller Anwendungen in der Verwaltung stellt. Der Stadtrat hat nun eine entsprechende Interpellation beantwortet. Berührungsängste mit der Technologie habe die Stadt keine, sehe sie aber auch nicht als Allheilmittel.

Wie der Antwort des Zuger Stadtrates zu entnehmen ist, hat die Stadt Zug hat als eine der ersten öffentlichen Verwaltungen den Einsatz von Blockchain-Technologie geprüft und verschiedene Projekte lanciert. «Für Anwendungen im Verwaltungsbereich muss stets abgewogen werden, welche Technologie mit welchem Produkt zur Anwendung kommen soll», so der Stadtrat.

Eine Blockchain könne in einigen Fällen Sinn machen, etwa wenn es um die Anforderung der Unveränderlichkeit von Daten gehe. «Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Überlegungen für den Einsatz einer Blockchain Technologie von der Anwendung ausgehen sollte und nicht umgekehrt. Wir überlegen uns also nicht, was wir mit einer Blockchain-Technologie machen könnten, sondern prüfen deren Einsatz spezifisch aus Sicht der Anwendung.»

Nicht immer setzt sich die beste Technologie durch

Die SVP wollte aber auch wissen, wo der Stadtrat Schwachstellen sieht. Eine Schwachstelle liege im Bereich der Komplexität, antwortet der Stadtrat. «Nur wenige verstehen die technische Funktionsweise einer Blockchain-Technologie und wie auch viele andere Technologien unterliegt sie stetigem Wandel.» Eine weitere Schwachstelle liege in der Leistungsfähigkeit: «Eine zentrale Datenbank ist im Grunde genommen immer leistungsfähiger als ein verteiltes System.»

Weiter warnt der Stadtrat auch davor, dass sich nicht immer die neuste und beste Technologie durchsetzt: «Beispielsweise hat sich der Ottomotor bei Personenwagen lange behauptet, obwohl er nicht den besten Wirkungsgrad hat. In der IT-Welt hat sich trotz technologischer Überlegenheit die Mini Disc als Tonträger nie gegen die CD durchgesetzt.»

eZug-App als Leuchtturmprojekt

Dennoch will die Stadt durchaus Projekte mit Blockchain-Lösungen erarbeiten. So wollte die SVP wissen, ob es in Verwaltung der Stadt Zug aktuell konkrete Projekte im Zusammenhang mit Blockchain und wie diese aussehen. Gemäss dem Stadtrat wird aktuell eine mögliche Integration der Blockchain-Technologie in die neue eZug-App unter-sucht. «Dabei geht es darum, Authentifizierungs- und Verifizierungsanfragen der einzelnen Subjekte auf ihre Gültigkeit zu prüfen.»

Generell erhofft sich die Stadt Zug von der eZug-App einiges. Diese treffe den Zeitgeist und schaffe ganz neue Möglichkeiten im Bereich eGovernment und darüber hinaus, beispielsweise die Bestellung von Auszügen und Bescheinigungen oder die Anmeldung für elektronische Baueingaben (zentralplus berichtete). «Das schafft Aufmerksamkeit und zieht entsprechende Firmen an, welche in der Stadt Zug bereits mehrfach erfolgreich zu einem Ökosystem zusammengewachsen sind», ist der Stadtrat überzeugt.

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