Leserbrief: Rolf Schweiger zum Hochhausreglement «Zug braucht Luft und zum Atmen»

2 min Lesezeit 13.11.2017, 21:04 Uhr

Der ehemalige FDP-Sänderat Rolf Schweiger findet, Zug müsse die Offenheit für Neues bewahren und aufhören, grosse Bauprojekte zu verhindern. Das Hochhausreglement müsse man deshalb annehmen – alleine schon, um die richtigen politischen Signale auszusenden.

«Ich gebe zu, dass mein liberaler Instinkt mit dem Hochhausreglement etwas Mühe hat. Bau und Planung gehören ohnehin schon zu an dichtesten reglementierten Lebensbereichen. Ich bevorzuge auch in Baufragen grundsätzlich privatrechtliche Lösungen vor Behördenvorschriften. Aber beim Urnengang über das städtische Hochhausreglement am 26. November kommt wirklich nichts anderes als ein klares Ja in Frage.

Der Grund dafür sind weniger einzelne Detailregelungen – über einen «Fussabdruck» kann man endlos streiten und konkrete Projekte müssen ja ohnehin immer wieder neu ausgehandelt werden. Ja sagen muss man in 14 Tagen vielmehr, weil ein Nein verheerende Folgen haben könnte, sowohl in der Sache, vor allem aber für das politische Klima in der Stadt. Städtebaulich droht bei einem Nein ironischerweise genau jener Wildwuchs an Hochhäusern, den die Gegner des Reglements zu bekämpfen vorgeben.

Die Linke möchte das Chaos ausnützen, um dann in einem zweiten Schritt Hochhäuser grundsätzlich zu verhindern. Eine entsprechende Volksinitiative hat die SP ja schon angekündigt. Noch grössere Sorgen macht mir aber das politische Signal, das ein Nein aussenden würde. Nach der Ablehnung des Stadttunnels, nach der Versenkung der Wohnüberbauung Unterfeld wäre es das dritte Mal, dass die Neinsager und Verhinderer triumphieren würden. Die wirtschafts- und wachstumsfeindlichen Kräfte würden dann wie in bekannten Rot-Grünen Städten den Ton angeben und erklären, dass Zug «gebaut» ist.

Aber gerade in diesen unsicheren Zeiten dürfen uns nicht in einer angeblich besseren Vergangenheit einigeln! Zug hat immer davon profitiert, dass wir ein wenig besser, ein wenig flexibler und ein wenig rascher waren als andere. Diese Offenheit für Neues müssen wir unbedingt bewahren. Deswegen gilt: Zug braucht Luft und zum Atmen, Ja zum Hochhausreglement!»

Rolf Schweiger

Alt-Ständerat, Baar

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