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«Zug 94? Ich bin eher für den EVZ»
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Mit lokalem Wissen können Regierungsräte in der Bevölkerung punkten. Zum Beispiel über in Zug gelebte Traditionen. (Bild: Facebook Stadt Zug, Caroline Pirskanen)

Neue Regierungsratskandidaten im Test «Zug 94? Ich bin eher für den EVZ»

5 min Lesezeit 13.08.2014, 05:55 Uhr

Drei Personen kandidieren neu für den Regierungsrat im Kanton Zug. zentral+ testet ihr Wissen im Quiz über Politik, Brauchtum und Wirtschaft. Wie gut kennen die Kandidaten ihren Kanton?

Regierungsräte stehen im Rampenlicht. Ihre Präsenz in den Medien als auch in der Bevölkerung gehören zu ihrem beruflichen Alltag. Sie müssen einerseits geplante Projekte, Massnahmen und Absichten erklären und wollen andererseits die Nähe zu den Zugerinnen und Zugern pflegen. Sie wollen schliesslich lange im Amt bleiben.

Auf einen Landammann kommen so gesamthaft rund 180 Veranstaltungen jährlich zu. Inbegriffen sind öffentliche Veranstaltungen, Generalversammlungen, Medienkonferenzen, interne Anlässe und solche mit Repräsentationsfunktion. Gemäss der Direktion des amtierenden Regierungsvorstehers Beat Villiger werden es in diesem Jahr sogar noch etwas mehr Verpflichtungen sein, die er in seiner Funktion wahrnimmt – 70 bis 80 alleine als Landammann.

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Klar, dass dabei immer wieder das lokale Wissen der Amtsträger gefragt ist. zentral+ hat deshalb für die drei neuen Kandidaten (hier geht es zur Vorstellung der Kandidaten) ein Quiz zusammengestellt und ihre Kenntnisse über ihren Kanton genauer unter die Lupe genommen. Mit überraschenden Ergebnissen.

1. Wie viele Regierungsräte zählt der Kanton Zug seit Gründung des Bundesstaates 1848? 

Christina Bürgi Dellsperger: (Nimmt den Taschenrechner zu Hilfe) 68

Martin Pfister: (Rechnet laut vor) 112

Stefan Thöni: 100

(Lösung: 113 Amtsträger)

2. Wie lange dauerte die längste Amtszeit eines Regierungsrats? 

Bürgi Dellsperger: 32 Jahre

Pfister: 35 Jahre

Thöni: 16 Jahre

(Lösung: 40 Jahre)

3. Welches ist die jüngste politische Gemeinde im Kanton Zug?

Bürgi Dellsperger: Oberägeri

Pfister: Neuheim (Blitzstart von Martin Pfister. Die ersten drei Runden entscheidet er für sich!)

Thöni: Da habe ich keine Ahnung. Ich tippe auf Risch.

(Lösung: Neuheim 1848)

4. Wie gross ist der Ausländer-Anteil im Kanton Zug?

Bürgi Dellsperger: 25,3 Prozent

Pfister: 28 Prozent

Thöni: 15 Prozent

(Lösung: 25,3 Prozent, 2012)

5. Wie viele Türme zählt die Zuger Stadtmauer?

Bürgi Dellsperger: 5: Zytturm, Pulverturm, Kapuzinerturm, Knopfliturm und Huwilerturm.

Pfister: 4: Pulverturm, Huwilerturm, Knopfliturm und Kapuzinerturm.

Thöni: 4

(Lösung: 7)

Erklärung
Gemäss der Liste der Zuger Kulturgüter zählen die folgenden Türme zur Stadtbefestigung: Cheibenturm, Zytturm, Knopfliturm, Huwilerturm, Pulverturm, Kapuzinerturm und Schatzturm.

6. Von wo stammt der Name «Zug» ab?

Bürgi Dellsperger: (überzeugt) «Zug» stammt vom lateinischen «Tugium» ab.

Pfister: Der Name «Zug» steht in Zusammenhang mit dem Fischen. Er kommt von Fischenzen (Fischereirechte, Anm. d. Red.).

Thöni: Der Name entstammt der Römischen Siedlung «Zugo».

Erklärung
Gemäss der Stadtzuger Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute, der ältesten der heute noch bestehenden fünf Zuger Zünfte, geht der Name der Stadt auf die Zeit um 1200 zurück. Im Jahre 1092 soll zum ersten Mal der Name «ziuge», das heisst Fischzug, aufgetaucht sein. Dieser weise auf eine Örtlichkeit mit reichem Fischfang hin, woraus sich der Name des Städtchens entwickelt habe. Das Wasser als Nahrungsquelle soll auch bei den ersten Siedlern lange vor der Römischen Siedlung «Tugium» im Vordergrund gestanden haben.

7. Der Zuger Rötel wurde im Spätmittelalter nicht nur verspeist. Wozu diente er noch? 

Bürgi Dellsperger: (muss raten) Als Zahlungsmittel.

Pfister: Da habe ich keine Ahnung.

Thöni: (überlegt lange) Keine Ahnung.

(Lösung: Zahlungsmittel)

8. In welchem Zusammenhang wurden die Baarer Höllgrotten entdeckt: a) Beim Pilze sammeln b) Eisenbahnbau c) Textilindustrie?

Bürgi Dellsperger: c) Textilindustrie.

Pfister: (möchte zum Thema gleich ein Referat halten) b) Eisenbahnbau.

Thöni: c) Textilindustrie.

(Lösung: Eisenbahnbau)

9. Was geschieht beim «Chrööpfelimee»?

Bürgi Dellsperger: Da gehen Gruppen zu frisch verheirateten Paaren, singen etwas und bekommen als Dank dafür Krapfen und Wein.

Pfister: Pärchen signalisieren mit einer roten Laterne, dass sie frisch verheiratet sind. Die Chöre sehen das und singen vor deren Häusern. Dafür erhalten sie einen Korb, den das Pärchen aus einem Fenster hinablässt.

Thöni: Das sagt mir nichts.

Erklärung
Am Sonntag nach dem Aschermittwoch, der sogenannten Altfasnacht, werden in Zug Liebespaare, Verlobte und frisch Verheiratete besungen. Gesangsgruppen ziehen von Paar zu Paar und singen unter ihren Fenstern Lieder. Die Paare bedanken sich mit Krapfen und Wein, die sie in einem Korb auf die Strasse hinunterlassen. Darauf fordern die Sängerinnen und Musiker «Chrööpfelimee», also noch mehr Krapfen. Daher auch der Name des historischen Brauchs.

10. Worum drehte sich der Hünenberger «Maitlimarkt» bis 1860: a) Um heiratswillige Frauen b) um Dienstboten c) um Prostituierte?

Bürgi Dellsperger: Um heiratswillige Frauen.

Pfister: Ich weiss es nicht. (Er tippt) Dienstboten?

Thöni: b) Dienstboten?

(Lösung: Dienstboten)

11. Von welchem Obst wird im Kanton Zug am meisten geerntet?

Bürgi Dellsperger: Kirschen oder Äpfel? Ich tippe auf Kirschen.

Pfister: Wohl eher Äpfel als Kirschen!

Thöni: Es wäre speziell, wenn es nicht Kirschen wären.

Erklärung
Im Jahr 2011 wurden im Kanton Zug am meisten Äpfel geerntet (2’395 Tonnen). Mit grossem Abstand folgen weitere Obstsorten. Zuerst Birnen (535 Tonnen), dann die traditionsreichen Zuger Kirschen (144 Tonnen) sowie Zwetschgen (56 Tonnen).

12. Welches ist die grösste Branche im Kanton Zug?

Bürgi Dellsperger: Früher war es die Maschinen- und Elektroindustrie. Heute wohl eher die Pharmaindustrie oder der Grosshandel. Ich entscheide mich für Letzteren.

Pfister: (ist unentschlossen zwischen dem Grosshandel und der Medizinalbranche) Medizinalbranche.

Thöni: Finanzdienstleistungen?

(Lösung: Grosshandel (15 Prozent) vor Elektronik und Uhren)

13. Welcher Fisch wird in den beiden Zuger Seen neu am häufigsten gefangen?

Bürgi Dellsperger: Rötel

Pfister: Das ist der Egli. Als Bub habe ich damals viel gefischt.

Thöni: Ich esse nicht gerne Fisch.

(Lösung: Egli)

14. Wie tief ist der Zugersee? 

Bürgi Dellsperger: 85 Meter

Pfister: 117 Meter

Thöni: Mindestens 100 Meter

(Lösung: 197 Meter. Oberfläche 413 m.ü.M. und tiefster Punkt 216 m.ü.M.)

15. Welches ist der beste Zuger Fussballklub? 

Bürgi Dellsperger: Zug 94? Ich bin eher für den EVZ!

Pfister: Das müssten Cham und Zug 94 sein.

Thöni: Keine Ahnung.

(Lösung: SC Cham, Zug 94, beide 1. Liga)

And the winner is…
Als klarer Sieger aus dem Quiz geht der Parteipräsident der CVP, Martin Pfister, hervor. Er beantwortete rund zwei Drittel der Fragen richtig oder besser als seine beiden Mitstreiter. Pfister ist über den Kanton Zug gut informiert. Christina Bürgi Dellsperger belegt den zweiten Rang. Für Stefan Thöni schienen die Fragen etwas zu schwierig. Vielleicht ein Grund dafür: Thöni wohnt erst seit vier Jahren im Kanton Zug. Er wanderte aus dem Berner Ort Spiez zu.

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