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Züri West schenkt der Chollerhalle ihr Herz
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Kuno Lauener, der souveräne und charismatische Kopf von Züri West, am Freitag in der Chollerhalle. (Bild: mfa)

Berner Mundart-Rocker begeistern Zug Züri West schenkt der Chollerhalle ihr Herz

3 min Lesezeit 06.05.2017, 10:12 Uhr

Züri West machten mit ihrem neuen Album «Love» und neu besetzter Band in Zug halt. Auch ihre Hits aus 30 Jahren Bandgeschichte kamen am ausverkauften Konzert nicht zu kurz.

Bereits um 19 Uhr versammelten sich am Freitagabend die ersten Fans vor der Zuger Chollerhalle. In rund 90 Minuten würden hinter den noch verschlossenen Türen Züri West auftreten. Tickets gab es an der Abendkasse keine mehr, das Konzert war restlos ausverkauft.

Seit Mitte April touren die Berner Musiker nach langjähriger Pause wieder durch die Schweiz und stellen ihr neues Album «Love» vor. Das Album stieg, fünf Jahre nach «Göteborg», direkt auf Platz eins der Albumcharts ein und bringt zwölf rundum überzeugende Songs mit.

Anstossen mit eigenem Bier

Züri West hat nach bald 30 Jahren Bandgeschichte und 15 Alben viele weiter Songs im Gepäck, die sie in der Chollerhalle vor einem fröhlichen, mitsingenden und -summenden Publikum zum Besten gab.

Gelassen und amüsiert: Kuno Lauener mit Züri West.

Gelassen und amüsiert: Kuno Lauener mit Züri West.

(Bild: mfa)

Das Set bestand aus 19 Songs und insgesamt acht Zugaben, mit der die Gruppe um Kuno Lauener die Stimmung konstant hochhielt – und immer wieder unter tosendem Applaus auf die Bühne zurückkehrte. Um dann doch noch jene Songs zu spielen, die man bisher vermisste. Da durfte natürlich «I schänke dr mis Härz», der Mundarthit von 1994, nicht fehlen. Angestossen wurde dazu mit «Schatteboxerbier», dem eigenen Band-Bier, das eigens für die Tour entworfen wurde.

Die Neuzugänge überzeugten

Den Erfolg verdanken Züri West vielen Faktoren, das war an diesem Konzert in der Chollerhalle sehr gut spür- und hörbar. Einerseits sind es die berndeutschen Texte, die zwar sehr simpel, aber trotzdem tiefgründig sind und immer wieder kleine Episoden erzählen. Und mit den oft schlichten Melodien und Soli schaffte es die Band immer wieder, das Publikum zu entzücken.

Und da war natürlich die Bühnenpräsenz von Kuno Lauener: Er tigerte auf der Bühne herum und fühlte sich sichtlich wohl. Auch die beiden Neuzugänge Manuel Haefliger und Wolfgang Zwieauer an Gitarre und Bass spielten, als waren sie schon immer dabei.

19 Songs und acht Zugaben boten Züri West am Freitag.

19 Songs und acht Zugaben boten Züri West am Freitag.

(Bild: mfa)

Doch was den Songs letztlich das gewisse Etwas gab, war die unverkennbare Stimme Laueners. Die melancholischen Phrasen hauchte er fast ins Mikrofon, bei den schnelleren Nummern hingegen hatte er richtig Power inne. Das verlieh den Songs ihre Einzigartigkeit. Hinzu kam Bühnenbild: Auf einer Leinwand hinter dem Schlagzeug wurde mit Bildern und Videoaufnahmen das jeweilige Lied passend untermalt.

Keine Starallüren

Züri West und der charismatische Kuno Lauener geniessen in der Schweiz Kultstatus, trotzdem ist er von jeglichen Starallüren befreit und vermindert so die Distanz zum Publikum aufs Minimum.

Als sich etwa sein Gitarrengurt mit dem Headset verhedderte, nahm er das ganz gelassen und kommentierte sein Missgeschick sichtlich amüsiert. Songwünsche aus dem Publikum nahm er zufrieden auf – konnte sie aber nicht erfüllen, da sich die neuen Mitglieder bereits mit dem jetzigen Programm innerhalb von kurzer Zeit sehr viel aufgeladen hätten. Sie spielten die Songs und jedes Solo jedoch so überzeugend, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Laueners Stimme gibt den Züri-West-Songs das gewisse Etwas.

Laueners Stimme gibt den Züri-West-Songs das gewisse Etwas.

(Bild: mfa)

Nach dem rund zweistündigen Set verabschiedete sich die Band endgültig von der Bühne und hinterliess allerhand glückliche Gesichter in der Chollerhalle. Das Set wurde aus der 30-jährigen Geschichte gut zusammengestellt und präsentierte das neue Album hervorragend. Besonders eindrücklich waren die neuen Nummern «Chliine Brueder» und «Schatteboxe».

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