Zu viele Kinder: Stadt Kriens lagert Essendienst aus
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Mahlzeiten für Kinder in Krienser Tagesstrukturen kommen bald aus Zürich. (Symbolbild: Unsplash/Raphael Nogueira)

Zuschlag geht nach Zürich Zu viele Kinder: Stadt Kriens lagert Essendienst aus

2 min Lesezeit 3 Kommentare 03.04.2021, 06:02 Uhr

Das Essen für Krienser Kinder in den Tagesstruktur-Angeboten wird ab August 2021 zentral aus der Grossküche eines Catering-Profis geliefert. Für das dezentrale Kochen in den Horten fehlen aufgrund stark gestiegener Nachfrage nämlich der Platz und die Infrastruktur.

Die Tagesstrukturen in Kriens erfreuen sich grosser Nachfrage. Eltern können ihre Kinder zu bestimmten Zeiten dort betreuen lassen. Sie bezahlen diese Betreuung zwar, gewinnen auf der anderen Seite Freiräume für eine eigene berufliche Tätigkeit. Zu diesem gesetzlich vorgeschriebenen Angebot der Tagesstrukturen gehört auch die Verpflegung der betreuten Kinder. So kann für die Kleinen sowohl Frühstück und Mittagessen, aber auch ein Zvieri am Nachmittag bestellt werden.

Nun musste die Stadt Kriens wegen der gestiegenen Nachfrage das Konzept überdenken. Aktuell würden fast mehr als doppelt so viele Mittagessen zubereitet, als eigentlich vorgesehen war. Wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt, kämen in den 38 Schul- und 11 Ferienhortwochen 4’700 Morgenverpflegungen, 46’000 Mittagessen und rund 22’000 Zvieris zusammen.

Zuschlag geht nach Zürich

Das sei mit den bestehenden Kücheneinrichtungen und den aktuellen personellen Ressourcen kaum mehr zu bewältigen. Darum hat die Stadt Kriens entschieden, die Verpflegung der Horte auszulagern. Der Stadtrat hat den Auftrag an die Firma «Menu and more» aus Zürich vergeben. «Das Zürcher Unternehmen verfügt über die grösste Erfahrung mit der Bereitstellung kindergerechter Verpflegung», begründet die Stadt ihren Entschied.

Fünf Unternehmen hatten sich anfänglich für die Lieferung interessiert, vier davon reichten ein Angebot ein. Darunter befanden sich auch drei Unternehmen mit einem Standort oder dem Hauptsitz im Kanton Luzern, betont die Stadt. Bei der Vergabe des Auftrages hätten neben dem Preis auch andere Aspekte eine wichtige Rolle gespielt. Das grösste Gewicht sei dabei auf die Sichtung der eingereichten Referenzmenüpläne, mit denen eine ausgewogene, gesunde Ernährung der Kinder sichergestellt werden soll, gelegt. Weitere Aspekte waren ein Testessen, eingeholte Referenzen, die eingeforderten Einkaufsleitfaden, die geplante Logistik sowie Hygienevorgaben.

Der Auftrag wurde für die nächsten vier Jahre vergeben. Bis dahin will die Stadt Kriens entschieden, ob eine eigene Produktion beispielsweise in der geplanten Grossküche im Altersheim Grossfeld denkbar ist.

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3 Kommentare
  1. Marc Wieser, 05.04.2021, 09:57 Uhr

    Es würde einem Medium wie Zentralplus gut anstehen, ihre Lesenden in einem recherchierten Artikel über die gesetzlichen Vorgaben aufzuklären. Für Dienstleistungen über 150‘000 Franken über 4 Jahre ist ein Gemeinwesen verpflichtet, mindestens ein öffentliches Einladungsverfahren durchzuführen. Übersteigt die Vergabesumme 250‘000 Franken über 4 Jahre (also etwas über 60‘000 Franken pro Jahr) ist eine öffentliche Ausschreibung nach GATT/WTO vorgeschrieben. Dass dann ein Anbieter aus Zürich, der auf Menüdienste spezialisiert ist und bereits diverse Schulen beliefert, ein überaus konkurrenzfähiges Angebot einreicht, war zu erwarten. Selbst wenn man ökologische Gründe wie den Menütransport im Verfahren hoch gewichtet, ist eine Bevorzugung von lokalen Unternehmen bei entsprechend höheren Angeboten nicht möglich. Das Bundesgericht hat hier durch diverse Präzendenzfälle die minimale Höhe der Preisgewichtung festgelegt. Der Stadt Kriens kann hier aus meiner Sicht darum kein Vorwurf gemacht werden.

  2. Ricardo, 03.04.2021, 16:41 Uhr

    Sehr professionell, dass die Presse besser Bescheid weiss als …
    Die Köche finden die Kündigungen bestimmt, in der momentanen Corona- Situation auch phantastisch.
    Geld ist alles heutzutage. Das die Mitarbeiter seit Jahren alles stemmen, die Mehrzahl der Kinder und frisch kochen, wird natürlich nicht erwähnt. Und Sitzplatz Mangel liegt eher an anderer Stelle.

    1. Knechtsepp, 03.04.2021, 18:03 Uhr

      Tatsächlich dürfte da wohl vor allem sie Kostenfrage ausschlaggebend gewesen sein. In Zeiten des allgemeinen Nachhaltigkeitsgebrabels das Essen in Tsüri kaufen, sehr vorbildlich…
      Mein Mitgefühl dem Küchenpersonal, das sich nun nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen darf. Ein Armutszeugnis in jeder Hinsicht.

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