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Zu viele fette Tauben in der Stadt – der Wanderfalke so: «Ich kümmere mich darum»
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Ein Wanderfalke schaut sich nach Beute um. (Bild: Adobe Stock)

Jagt der Greifvogel bald auch in der Stadt Luzern? Zu viele fette Tauben in der Stadt – der Wanderfalke so: «Ich kümmere mich darum»

4 min Lesezeit 15 Kommentare 25.11.2019, 12:12 Uhr

Den Stadtluzerner Tauben geht es prächtig, fast zu gut. Auf Schildern werden Passanten nun wieder darauf aufmerksam gemacht, das Füttern der Tiere zu unterlassen. Denn auch im Winter ist das Nahrungsangebot üppig genug. Zudem fehlen den Stadttauben die natürlichen Feinde. Doch das könnte sich bald ändern.

Auf orangenen Plakaten in der Stadt Luzern prangt der Slogan in grossen Buchstaben: «STOPP FÜTTERN». Im durchgestrichenen «O» ist eine Taube abgebildet. Rundherum gurren einige Exemplare und picken zwischen den Kopfsteinpflastern vor der Jesuitenkirche nach Essbarem.

«Die Stadttauben sind anpassungsfähige Tiere mit einem hohen Reproduktionspotenzial. Dieses wird am besten über das Nahrungsangebot gesteuert», sagt Christian Hüsler, Wildhüter und Fachbearbeiter Jagd beim Kanton Luzern. Auch wenn Taubenfreunde es wohl gut meinen: «Durch regelmässige Fütterungen wird jede Taubenpopulation rasch über die natürliche Tragbarkeitsgrenze hinauswachsen.»

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Die Folgen davon sind unangenehm, auch für die Vögel selber: Krankheiten, Stress und Streit um die Brutplätze. Für die Menschen sind die Schäden hygienischer Art, durch übertragbare Krankheiten sowie Verkotungen.

Tauben sind die Leibspeise der Stadtfalken

Währenddessen im belgischen Brügge: Die Strassen und Denkmäler sind blitzblank. Wer sich umschaut, stellt fest: Es gibt kaum Tauben in der Stadt. Auch hier hängt ein Plakat: Es macht darauf aufmerksam, dass im Turm der Liebfrauenkirche ein paar Wanderfalken leben. Rhetorisch wird darauf gefragt: «Und nun ratet mal, was ihre Leibspeise ist?»

Wildhüter Hüsler ist selbst Falkner. Er weiss: «Wenn Wanderfalken in einer Stadt brüten, werden sie auch die lokale Taubenpopulation als Nahrungsquelle nutzen.» Insbesondere in der Brutzeit wird viel Futter benötigt und «ein Einfluss auf den Taubenbestand dürfte spürbar» sein.

Greifvögel rotten keine Tauben aus

Der Wanderfalke als spezialisierter Vogeljäger im offenen Luftraum stürzt sich aus grosser Höhe oder von Ansitzwarten auf hohen Gebäuden im Sturzflug auf seine Beute herab. Oft wird die Beute durch den Aufprall des Falken schlagartig getötet und sonst am Boden mittels Nackenbiss.

Doch Hüsler relativiert auch das Beispiel aus Brügge: «Kein Wanderfalke wird eine gesamte Taubenpopulation ausrotten.» Sobald weniger Tauben in der Stadt sind, würden die Falken ihr Nahrungsspektrum auf andere Beutevögel verlagern. «Der Aufwand, auch noch die allerletzte Taube zu erbeuten, wäre für einen Greifvogel viel zu gross und macht insbesondere für seinen Energiehaushalt keinen Sinn.»

Die Ausrottung der Tauben in der Stadt sei auch nicht das Ziel. Die in den Städten vorkommenden Strassentauben seien zwar keine Wildtauben, sondern verwilderte Haustiere. Sie würden – wie die Parkbäume – dennoch ein Stück Natur in die Stadt bringen. «Den Tauben bei der Futtersuche oder im Frühling bei der Balz zuzuschauen, kann vom Alltagsstress ablenken und einen die Sorgen für einen Moment lang vergessen lassen.» So würden diese Tiere zum Wohlbefinden der Stadtbevölkerung beitragen.

Um sich anzusiedeln, brauchen Falken Nisthilfen

Die Strassentauben dienen jedoch eben auch den Beutegreifern wie Wanderfalken – oder Sperbern – als Lebensgrundlage, um den urbanen Lebensraum überhaupt besiedeln zu können. 

Hüsler konnte auch schon Wanderfalken in der Stadt Luzern beim Jagen beobachten. «Dabei wird es sich aber entweder um Durchzügler oder Brutvögel von ausserhalb der Stadt gehandelt haben.» Aktuell ist ihm nämlich kein sesshaftes Brutpaar von Wanderfalken in oder um die Stadt Luzern bekannt.

Das könnte sich aber ändern. Aktuell wird diskutiert, ob und wo ein Aufhängen von zusätzlichen Nisthilfen auf hohen Gebäuden in der Stadt Luzern sinnvoll und möglich wäre. «In der Vergangenheit wurden meines Wissens zumindest am Stadtrand bereits Nistkästen angebracht.»

Platz für maximal zwei Brutpaare

Da Wanderfalken territoriale Greifvögel sind und ihr Revier oder zumindest die Horstumgebung gegen Artgenossen verteidigen, ist eine natürliche Dichtebegrenzung gegeben. «Das heisst, mehr als ein oder bei reichlichem Nahrungsangebot vielleicht zwei Brutpaare werden sich in der Stadtumgebung wohl nicht niederlassen», sagt Hüsler.

Doch könne schon ein Brutpaar einen Effekt auf die lokale Taubenpopulation haben, sofern nicht regelmässige Fütterungen stattfinden.

Der natürliche Feind sorgt für gesündere Tauben

Hüsler glaubt nämlich durchaus an eine positive Wirkung einer Wanderfalkenansiedlung auf die Taubenpopulation. «Wanderfalken jagen in der Regel äusserst selektiv, das heisst, sie erkennen aus einem Taubenschwarm heraus innert Sekunden kranke, schwache und unaufmerksame Individuen und jagen genau diese Tiere, da so der Jagerfolg maximiert und der dafür notwendige Energieaufwand minimiert werden kann.»

In der Folge wird die Taubenpopulation gesünder, «weil in erster Linie die fittesten Tiere davonkommen und die kranken selektiert werden». Einen weiteren Effekt würde man womöglich im Verhalten der Tauben spüren. Um sich vor dem Wanderfalken zu schützen, bewegen sich die Tauben vermehrt in kleineren Gruppen und verursachen dadurch nicht die starken Verkotungen einzelner Orte, die durch grosse Taubenansammlungen verursacht würden.

Fütterungsverbot bleibt die wichtigste Massnahme

Wichtig bleibt aber in jedem Fall die Verhinderung einer unbegrenzten Nahrungsverfügbarkeit. «Die effektivste Methode, um die Anzahl Tauben zu kontrollieren, ist der Fütterungsverzicht», sagt denn auch Biologe Livio Rey von der Vogelwarte Sempach. Sonst könnten Wanderfalken weder die Taubenbestände spürbar reduzieren noch grosse Ansammlungen von Taubenschwärmen an einzelnen Orten verhindern.

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15 Kommentare
  1. Helmut Wolff, 28.11.2019, 01:52 Uhr

    Der Artikel strotzt geradezu von unreflektierten und längst widerlegten Unwahrheiten (Brutverhalten in Abhängigkeit des Futterangebots, Gebäudeschädigung, Krankheitsüberträger) aus dem Milieu der Taubenabwehrfirmen oder Falkner … beide verdienen gut an der “Stadttaubenproblematik” und haben auch kaum Interesse an einer nachhaltigen Lösung (betreute Taubenhäuser).
    Dazu werde ich mich jetzt nicht weiter äußern, denn dazu wurde hier ja schon hinreichend kommentiert … nur eine Frage, wo finden die Tauben eigentlich in ihrer Stadt genügend artgerechtes Futter (Mais, Erbsen, Weizen, Hanf, und viele andere Sämereien)?
    Der Einsatz bzw. die Ansiedlung von Wanderfalken werden dem Taubenbestand letztlich nichts anhaben, Sie unterschätzen die Tauben sträflich. Ein Falke kann eine Taube nur im Fluge schlagen und dass wissen auch die Tauben (egal, wie fit sie sind!) 😉 … wenn sie am Boden sind, oder auf den Dächern sitzen, hat er keine Chance. Nur wenige, unerfahrene Tauben werden von ihm erbeutet. Außerdem birgt die Stadt auch für einen Falken erhebliche Risiken und tödliche Gefahren. Ganz nebenbei werden dem Falken besonders auch Singvögel zum Opfer fallen!
    Mir ist ein Fall bekannt, wo im Nachbargebäude von einem betreuten Stadttaubenschlag ein Wanderfalkenpaar zuhause ist. Die Verlustrate ist marginal, ohne Bedeutung für die Population der Tauben, zumal offensichtlich ein sog. “Burgfrieden” herrscht, d.h. die Tauben in unmittbarer Umgebung des Falkennestes nicht bejagt werden.
    Der Titel “…… der Wanderfalke so: «Ich kümmere mich darum»” ist genauso unsinnig wie der Slogan von einigen Taubenabwehrfirmen “Wir machen aus den Tauben Zugvögel”. Never! Tauben sind standorttreu … weiß eigentlich jedes “Kind”.

  2. Sylvia Müller, 28.11.2019, 00:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Schorno,

    wie kommen Sie dazu, in ihrem Titel von “fetten Tauben” zu reden? Davon kann überhaupt keine Rede sein. Ich verstehe, dass man als Laie leicht zu der Annahme kommt, Tauben seien fett, weil sie lediglich ihre Federn aufplustern – das machen sie übrigens auch, wenn es ihnen grottenschlecht geht! Das Publikum glauben machen, dass fette Tauben in der Stadt sind, halte ich – ehrlich gesagt – für FAKE NEWS.

    Dass Sie sich gleich mit einem Jäger über das Taubenthema unterhalten, kommt auch nicht von ungefähr. Es gäbe ja auch die Möglichkeit, mit Leuten Kontakt aufzunehmen, die die Tauben wirklich gut kennen. Man kann die Taubenpopulation auch mit Taubenschlägen reduzieren, indem Eier gegen Attrappen getauscht werden. Dann wären die Tauben gut aufgehoben – zu 80% des Tages würden sie sich im Schlag aufhalten. 80% des Taubenkotes würde im Schlag verbleiben und dort entsorgt und evtl. als Dünger verwendet werden (wurde früher immer so gemacht). Die Tauben würden ARTGERECHT gefüttert werden.

    Im Augsburg wurde das “Augsburger Modell” konzipiert. Die Stadt Augsburg hat ihre Stadttauben mit Schlägen abgedeckt. Es funktioniert, nicht umsonst haben auch viele andere Städte mit der Errichtung von Taubenschlägen angefangen. So werden Tausende Elendsleben verhindert.

    Bitte recherchieren Sie gewissenhaft, bevor sie wieder über Stadttauben schreiben. Inzwischen haben viele Organisationen Stadttauben-Kampagnen gestartet, um das – vor allem von der Presse kolportierte negative – Bild der Stadttauben gerade zu rücken!

  3. Antonia Fisser, 27.11.2019, 23:41 Uhr

    Bitte wenden Sie sich an die Tauben Züchter, das sie all ihre Tauben in den Städten abholen kommen, die es aus Erschöpfung (Brieftauben Sport für den gelangweilt Menschen) nicht mehr zurück zu ihrem Heimat Schlag geschafft haben.
    Außerdem können sie sich dann gleich um eine Tauben Steuer kümmern, die jeder Züchter jährlich zu zahlen hat.
    Mit diesem Geld können dann in den Städten Tauben Schläge errichtet und betreut werden.
    Der Mensch ist der größte Verschmutzer und Zerstörer (Umwelt Gifte, Müll etc.pp.).
    Da ist im Vergleich das bisschen Tauben Schiss eine zarte Feder im Wind.

  4. Vera Fauner, 27.11.2019, 18:13 Uhr

    Prüfen Journalisten eigentlich nicht den Wahrheitsgehalt dessen, was man ihnen zum Schreiben andient nach, besonders wenn es sich um einen Jäger handelt der selbst Falkner ist und uns einreden will, dass Falken durch Fütterungsverbot abgemagerte Haustauben Singvögeln als Beute vorzieht, ist die Taube nicht nur das Alibi zur Jagd auf alles, was fliegt? Auch Biologen sollten wissen, dass Stadttauben keine Wildtiere sind und dass artgerechtes Körnerfutter in den Städten nicht zur Verfügung steht und dass die Verschmutzungen vom Hungerkot und nicht artgerechter Nahrung (Resten von menschlicher Nahrung) herrühren.
    Die Stadttauben angezüchtete Bruthäufigkeit ist nicht durch Futtermangel/Fütterungsverbote einzudämmen (seit wann wird man vom Essen schwanger), im Gegenteil – zum Ausgleich von durch Hunger gestorbenen Küken wird zur Arterhaltung vermehrt gebrütet, man trägt mit Fütterungsverboten nur zum Verhungern und zur Verelendungung der Tiere bei, was tierschutzwidrig ist.
    Eine tierschutzgrechte Populationskontrolle ist nur durch Haltung von Stadttauben in Taubenschlägen mit Eieraustausch durch Attrappen möglich.
    Stadttauben gefährden nicht die Gesundheit von Menschen und anderen Tieren und der Kot greift keine Materialien an, was gutachterlich bewiesen ist.

  5. Tomislav Obradovic, 27.11.2019, 17:04 Uhr

    grüezi herr Schorno

    leider verbreiten sie in ihrem artikel tatsächlich entweder vorurteile, veraltete oder schlicht und einfach falsche informationen. viele kommentatoren haben sie bereits berichtigt.

    nochmals zu den einzelnen punkten:
    1. das problem ist damit keinesfalls gelöst. da den stadttauben der bruttrieb angezüchtet ist, wird ganzjährig fleissig gebrütet, unabhängig vom futterngebot. also den bestand kann man so nicht kontrollieren. das einzige, was damit erreicht wird, ist, dass die tauben täglich hungern oder bestenfalls unsere abfälle zu sich nehmen, was sie krank macht. allein durch den reisserischen titel bekommt man den eindruck, dass die tauben genug zum fressen haben, dabei kämpfen sie täglich ums überleben.

    2. zur gesundung von stadttauben tragen am besten betreute taubenschläge bei. die tauben werden verpflegt, medizinisch versorgt und der bestand wird durch den eiertausch oder die endoskopische sterilisation von männchen kontrolliert. die stadt bern, beispielsweise, hat ein sehr gutes taubenmanagement.

    3. „ein gesunder taubenbestand ist im interesse aller“ – einverstanden. um darauf hinzuweisen, könnte man sich vielleicht der richtigen informationen bedienen und tierschutzgerechte lösungen präsentieren.

  6. Zinaida Nabulsi, 26.11.2019, 23:01 Uhr

    Eine Nachfrage im Tauben-Kenner-Kreisen hätte zutage gebracht, dass keine Stadttaube auch nur einen Tag in ihrem Leben satt, geschweige denn artgerecht ernährt wurde! Nun lebt sich hier offenbar jemand mit seinen Jagd-Instinkten an schwächsten und ungeschützten Geschöpfen aus.

  7. Mary, 26.11.2019, 22:47 Uhr

    Als hätte es die Tauben nicht schon schwer genug.
    Geld ist mehr wert als Leben – die Menschheit ist eine Schande.

  8. Ruth, 26.11.2019, 16:55 Uhr

    Werte Taubenliebhaber/innen
    Klar müssen Tauben dezimiert werden. Sie versch…. die ganzen Städte, Hausfassaden, Fensterläden etc. dieser Kot greift die Materialien an – davon kann jeder Hausbesitzer ein Lied singen. Zudem müssen tausende Franken investiert werden um Taubenschutz an die Häuser zu montieren.
    Tierschutz in Ehren aber was zuviel ist ist zuviel und Tauben gibt es viel zu viele in den Städten.
    Fett sind sie auch weil sie von vielen Menschen gefüttert werden – nichts mit Abfall picken!

    1. Mary, 26.11.2019, 22:49 Uhr

      Lesen Sie auch was Sie schreiben? Aussetzen dieser Haustiere ist in Ordnung – dann den Bestand „dezimieren“ weil sie Koten? Rly?

    2. Sylvia Müller, 28.11.2019, 02:08 Uhr

      Werte Ruth,

      mit was werden sie gefüttert? Mit argerechtem Futter? NEIN! Mit Brot und ähnlichem. Das artgerechte Futter wäre Körnerfutter. Das findet sich nicht in der Stadt. Auch wenn Tauben wohlgenährt aussehen mögen, weil sie sich aufplustern, heißt das noch lange nicht, dass sie wohlgenährt oder womöglich “fett” sind. Das stimmt nicht oder haben sie jemals eine Stadttaube selbst in der Hand gehabt und ihr Brustbein gefühlt? Aufplustern und “sich dick machen” tun Tauben auch vor allem, wenn es ihnen richtig schlecht geht.

      Die einzig wirklich vernünftige Methode zur Reduzierung der Stadttaubenpopulation ist, genügend Taubenschläge für die Stadtpopulationen zu errichten. Dann wären die Tauben 80% der Zeit im Schlag – also von der Straße und den Bürgern weg. Es könnten viele elende Taubenleben durch Eiertausch gegen Attrapen verhindert werden. Die Tauben würden artgerecht gefüttert und ihr dann fester und gesunder dort verbleibender Kot (80% davon) wäre leicht entfernbar und sogar wieder als Dünger verwendbar (wurde früher gern dafür genommen!). Das nennt man das “Augsburger Modell”. In Augsburg vollständig umgesetzt, in anderen deutschen Städten ist die Umsetzung angestrebt.

      Warum die Presse immer auf der Negativ-Berichterstattung herumreitet und sich hier lieber Rat bei Jägern holt als bei Tauben-Experten, bleibt ihr Geheimnis. Dass sie damit aber die Bürger gegen Stadttauben aufhetzt, ist sehr bedauerlich.

  9. Rosita Darrell, 26.11.2019, 14:54 Uhr

    Die Tauben sind nicht „fett“! Wovon auch?? Etwa dem Müll, den sie fressen müssen, um zu überleben? Tauben sind Körnerfresser, artgerechtes Futter finden sie nirgendwo auf der Straße! Der Bruttrieb ist ihnen angezüchtet und wird Nicht über die Nahrungsmenge reguliert. Taubenschläge mit artgerechter Fütterung und das austauschen der Eier gegen Toneier sind die Lösung, um die Population zu steuern. Unter den aufgeplusterten Federn sind sie zum Verhungern dünn! Wundervolle Tiere, ehemalige Haustiere sind es, die in den Städten gestrandet sind und schlimm behandelt werden von ignoranten Menschen.

  10. Elise, 26.11.2019, 12:55 Uhr

    Sehr geehrter Herr Schorno
    können Sie mir bitte mal erklären, von welchem üppigen Nahrungsangebot für Tauben Sie sprechen? Ihren Müll? Von dem die armen Tiere Bauchweh und Durchfall bekommen? Eine Taube benötigt pro Tag 30-40g Körner (Weizen, Mais, Erbsen um einige Beispiele zu nennen – getrocknet, ungesalzen, nicht geröstet). Ich frage Sie: Wo soll eine Taube, welche einst als Haus- und Nutztier (Der lat. Name ist nicht umsonst Columba livia domestica) durch den Menschen gezüchtet wurde, das ohne die Hilfe des Menschen herbekommen soll? Tauben sind verwilderte Haustiere, die sich selbst nicht versorgen können in der freien “Natur” Sie können gerne mal bei mir in der Pflegestelle vorbei kommen, da kann ich Ihnen mal die ganzen “fetten” Tauben zeigen, die zum Teil, wenn sie zu mir kommen, ein Gewicht von 150g (normal sind 300-400g für eine adulte Taube) auf die Waage bringen, die so schwach sind, dass sie kaum noch stehen können, bei denen das Brustbein spitz heraussteht. Dann können wir nochmal über die fetten Tauben, denen es ja so gut geht, sprechen.
    Die einzige Art sinnvoll und nachhaltig die Taubenpopulation in der Stadt einzuschränken, sind betreute Taubenschläge nach dem Augsburger Modell, in denen die Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden, damit nicht noch mehr Tauben schlüpfen. Ein Fütterungsverbot führt nur dazu, dass die Tauben noch mehr brüten – um die Population stabil zu erhalten. Und noch ein kleiner Fun Fact zum Schluss: Die Tauben in der Stadt brüten so häufig, weil der Mensch es ihnen angezüchtet hat.
    Mit freundlichen Grüßen

  11. Silvia Berger, 25.11.2019, 21:27 Uhr

    Das habe ich noch nie gehört, daß es in einer Stadt mit Fütterungsverbot zu viele “FETTE TAUBEN” gibt, ich kenne nur solche die schwach und in der Folge krank sind.
    Da stimmt doch etwas nicht. Vielleicht ernähren sie sich von Manna, das vom Himmel fällt >>>>> ein Wunder wie in weiland in der Bibel, oder aber eine glatte Lüge, um sich die Kosten für ein taubengerechtes Management zu ersparen (Taubenhaus, Eiertausch, etc.)!
    Man kann gar nicht soviel essen, wie man ko..en möchte.

    1. Martin Gerber, 26.11.2019, 17:25 Uhr

      Natürlich gibt es in Luzern fette Tauben. Auch kein Wunder bei all den Chinesen, die sie den ganzen Tag mit gekauftem Brot füttern. Das kann man sich in Deutschland vielleicht schlecht vorstellen, doch diese Stadt wird jeden Tag von 25’000 Touristen heimgesucht, die ihre Zeit mit dem Füttern von Schwänen und Enten verbringen. Der grosse Rest des Brotes geht aber an die Tauben, Fütterungsverbot hin oder her.

    2. Elise, 27.11.2019, 09:46 Uhr

      Sehr geehrter Herr Gerber, ist Ihnen bewusst, dass Brot einer Taube nicht die Nährstoffe liefert, die sie benötigt und bei dem Tier sogar zu Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts führt?

      Im Übrigen verschmutzen Tauben Ihre geliebten Häuserfassaden nur mit ihrem Kot, weil diese Durchfall oder sogenannten Hungerkot haben. Der Kot einer gesunden Taube ist kein Vergleich zu dem Kot, den man in der Stadt sieht.

      Es mag sein, dass eine Populationskontrolle stattfinden muss, aber doch bitte mit artgerechten Mitteln, wie betreuten Taubenschlägen, in denen die Eier ausgetauscht werden und die Tauben mit artgerechtem Futter versorgt werden. Das hätte auch den Vorteil, dass es in der Stadt wesentlich weniger Tauben gäbe, denn auch eine Taube hat keine Lust, den ganzen Tag auf der Suche nach ein wenig Futter durch die Stadt zu laufen. Die Taube sitzt viel lieber in ihrem Schlag bei ihrem Partner/ Ihrer Partnerin und dem Nest.
      Mit freundlichen Grüßen