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Zoff ums Baarbürgli: «Wir werden schikaniert»
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Janette Luginbühl und Mike Schwarz führen das Restaurant Baarbürgli. (Bild: zentralplus)

Zuger Wirtepaar sucht ein neues Lokal Zoff ums Baarbürgli: «Wir werden schikaniert»

3 min Lesezeit 14 Kommentare 18.07.2019, 18:38 Uhr

Im Baarbürgli in Baar hängt der Haussegen schief. Der Vermieter besteht darauf, dass um acht Uhr morgens geöffnet wird. Morgenstund hat Gold im Mund: Daran glauben die Wirte nicht. Nun sind sie auf der Suche nach einem neuen Lokal.

Vor fünfeinhalb Jahren haben Mike Schwarz und Janette Luginbühl das «Baarbürgli» übernommen. Das Restaurant ist eine Beiz im klassischen Sinne: gutbürgerliche Küche gepaart mit Stammtisch und Gartenplätzen.

Seit letztem September hat das Wirtepaar jedoch Probleme mit dem Vermieter. «Der will, dass wir wieder um acht Uhr morgens aufmachen», klagt Schwarz. Der Inhaber würde ihm weiter vorwerfen, er hätte ein Nachtlokal aus dem Baarbürgli gemacht.

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Arbeiterbeiz oder Nachtlokal?

«Ich habe auf der Gemeinde nachgefragt, das Lokal hat die Bewilligung, um bis zwei Uhr morgens offen zu haben, schon seit 1998», wehrt sich der Wirt. Ausserdem seien die meisten Stammgäste, die morgens bereits gekommen sind, inzwischen gestorben.

Der Besitzer hält laut Schwarz aber daran fest, dass es eine Arbeiterbeiz sei und früh öffnen müsse. Auf Anfrage von zentralplus hin, sagt der Inhaber lediglich, dass Schwarz den Mietvertrag nicht eingehalten habe. Weiter will er keine Stellung dazu nehmen.

«Wir werden schikaniert, es ist ein richtiger Terror.»

Mike Schwarz, Wirt

Der Vermieter habe einen Anwalt eingeschaltet, um die Wirte zur vorzeitigen Mietvertragsauflösung zu bewegen. «Auch wir mussten jetzt den Rechtsschutz einschalten. Wir werden schikaniert, es ist ein richtiger Terror», sagt Schwarz aufgeregt. Die Anwälte seien stetig miteinander im Gespräch. Der nächste Schritt wäre die Schlichtungsbehörde.

Der Besitzer will verkaufen

Beim Gedanken daran, dass er das «Bürgli» hinter sich lassen muss, gehe es ihm richtig schlecht: «Wir haben nun fünfeinhalb Jahre Herzblut und Geld in dieses Lokal investiert», so Schwarz. Und jetzt, wo es zu rentieren beginnt, wolle man sie rausekeln.

Inzwischen wolle der Besitzer das Baarbürgli verkaufen, erzählt uns der Wirt. Es hätte sogar einen Käufer gegeben, der das Wirtepaar behalten hätte. Der jetzige Besitzer habe das Angebot aber ausgeschlagen.

Suche nach neuem Lokal

Das Paar hat genug und ist auf der Suche nach einem neuen Lokal. Gesucht wird vor allem mitttels Social Media. Auf Facebook, Instagram und Whatsapp verbreitet Schwarz die Nachricht über seine missliche Lage und fragt nach freien Lokalen.

Liebe Freunde, unsere Vermieter wollen uns mit allen erdenklichen und unerdenklichen Mittel aus dem Baarbürgli ekeln….

Gepostet von Mike Baarbürgli Schwarz am Mittwoch, 17. Juli 2019

Fündig geworden sei er aber noch nicht. Er bekomme zwar viele gute Inputs von Freunden und Bekannten. Oft seien die Angebote aber viel zu teuer für das Wirtepaar. «Bei den meisten Lokalen bezahlt man eine Übernahmegebühr von 250’000 bis 300’000 Franken, das ist schlicht zu viel», so Schwarz.

Das «Gotthärdli» wäre optimal

In der Region sei es zurzeit sowieso etwas schwierig, eine freie Gaststätte zu finden. Im Notfall würden die beiden auch etwas annehmen, das weiter weg ist. Eigentlich würden sie aber lieber in der Region Baar, Cham oder Zug bleiben. Sie haben sich hier eine Kundschaft aufgebaut und Luginbühl kommt aus der Region.

Am liebsten hätte Schwarz wieder etwas Ähnliches wie das «Baarbürgli», eine Küche, einen Garten und eine Bar. So etwas wie das «Gotthärdli» in Zug wäre optimal, sagt der «Baarbürgli»-Wirt.

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14 Kommentare
  1. Pietro, 22.07.2019, 19:21 Uhr

    Die Vermieter passen exakt zu der Schweizer Neid Mentalität.Solche Leute haben nichts positives gelebt und erlebt.Da sitzen zwei armselige Verbitterte die nichts anderes zu tun haben als ihren eigenen Mieter zu schikanieren.
    Traurig nur dass solche Leute auch noch Rechtlichen Beistand kriegen.
    Ich wünsche dem Vermieter einen freundlichen Renitenten Nachmieter!

  2. Conny, 21.07.2019, 12:40 Uhr

    Und schon wieder eine Beiz weniger! Kann es das denn wirklich sein? Muss es denn nur noch schicki miki geben? Wo bleibt denn der normale Menschenverstand? Schaut mal auf die letzten 20 Jahre zurück, wie viele Beizen, Restaurants und Bars sind verschwunden, ich spreche von diesen gemütlichen Castro Betrieben, wo einfach jeder sein kann wie er ist, ob Büetzer, Bänker oder Gemeinderat. Jeder denkt in der heutigen Zeit nur noch an Geld und will profit machen. Herr Vermieter, sehen Sie denn nicht, dass Micke und Jeannette Tag und Nacht alles geben, um das Bürgli aufrecht zu halten. Was ist genau Ihr Problem? Es geht Ihnen auch nur noch um die Kohle, und nicht um die Zufriedenheit der Gäste. Lassen Sie doch die beiden das Bürgli so weiterführen wie es ist, es ist ja alles in Ordnung. Sehen Sie denn nicht, was für Ideen die beiden an den Tag legen, um die Gäste glücklich zu machen, und ich denke die Gäste sind die das Bürgli betreten sind glücklich so wie es ist, und brauchen nicht ein Lokal das für Sie bereits um 8.00 Uhr geöffnet hat. Und wenn es Ihnen wirklich um die Öffnungszeiten geht, dann gibt es wohl in Baar oder Umgebung genug Möglichkeiten, dass unsere lieben Büetzer Ihren Znüni einnehmen können. Kann man sich nicht an den Stammtisch setzen und wie normale Erwachsene Menschen miteinander sprechen? Ich in Ihrer Situation würde mich schämen und könnte nicht mehr ruhig schlafen.

  3. Christian Roth, 20.07.2019, 00:12 Uhr

    Die beste Beiz im Umkreis von 10km.
    Urig gemütlich und das Wirtepaar ist mehr als engagiert, ein besonderes Flair zu halten. Was für ein Blödsinn mit dem Nachtlokal. Das Publikum sind Stammgäste, die vormittags knechten und sich Abends auf ein paar Bier treffen, und gemütlich Essen von Küche oder Grill.
    Wie in jedem Lokal ist es gelegentlich biz zünftiger und die Stimmung ausgelassener. Das macht die ganze Location keinesfalls schlechter. Im Gegenteil: im Baarbürgli spürt man noch das Feuer von Service, Professionalität und herzlicher Freundschaft.
    Mit dem Bürgli stirbt auch ein Stück Baarer Kultigkeit. Früh zu öffnen wäre verschwendete Zeit, die der Wirt dazu nutzt, Küche und Keller fürs Beizgeschäft fit zu machen. Dafür geht bei Öffnung relativ zügig die Post ab, und der Wirt zeigt dem Gast, das der Gast noch König sein darf.
    Helft dem Mike… Wirte wie er sind ein seltenes Gut. Lasst seinen Traum weiter wachsen und erkundigt euch nach freien Beizen.
    Herzlichst Christian Roth

  4. Daniel Huber, 19.07.2019, 17:57 Uhr

    Wo gibt es nachher noch eine richtige Beiz in der Region?

  5. Söne, 19.07.2019, 16:51 Uhr

    Verstehe ich das richtig ? Der Wirt hat den Vertrag ( hoffentlich) gelesen, in allen Punkten akzeptiert und unterschrieben, und er hält sich nicht daran? Ja, da werden neue Vermieter sicher ” schlangestehen “

  6. Thomas, 19.07.2019, 13:09 Uhr

    Ach, der gute Mike mit seinem steht’s freundlichen, gutmütigen und zurückhaltenden Wesen.
    Wie konnte ausgerechnet ihm sowas passieren?
    Ironie: off

  7. Gisela Hotz, 19.07.2019, 10:29 Uhr

    Für mich eine echte Beiz.Die einzige,die übrieggeblieben ist.
    Das Wirtepaar arbeitet hart und hat viele lässige Events nebst dem Normalbetrieb durchgeführt.
    Die Dekorationen an der Chiilbi, Fasi und der Tannenwald an Weihnachten sind absolut Spitze.
    Kein anderes Restaurant nimmt sich diese Mühe.
    Ich finde es soooo schade,dass Baar noch ärmer und bünzliger wird.
    Gisela Hotz

  8. Evi Bolli, 19.07.2019, 09:40 Uhr

    Satire — der arme, kleine, schwache , hilflose Mike lässt sich von einem Rentnerehepaar „terrorisieren — Genau mein Humor !

    Sapere aude!

  9. Petra, 19.07.2019, 09:26 Uhr

    Alles Lug und Trug
    War mein Stammlokal. Inzwischen haben 52 Personen Wirtshausverbot

    1. Fähndrich Martin, 19.07.2019, 11:36 Uhr

      Dann fragt man sich ja warum das man “Beizenverbot” bekommt gell. Einfach fürs Dasitzen und friedlich Bier trinken wohl kaum.

    2. ex-Baarer, 19.07.2019, 13:13 Uhr

      Wen wunderts? Nicht jeder lässt sich von Mike übers Maul fahren. Diese Beiz werde ich garantiert nie mehr betreten – freiwillig!

    3. Janette und Mike, 23.07.2019, 17:26 Uhr

      Alles Lug und Betrug von deiner Seite “Petra”. Es sind genau 4 schriftliche Hausverbote ausgesprochen. Dies in den letzten 5 1/2 Jahren. Die Hausverbote können gerne bei uns oder der Zuger Polizei, bei der diese hinterlegt sind eingesehen werden.

  10. Roland Hotz, 19.07.2019, 09:08 Uhr

    Extrem schade wenn es soweit kommen muss. Beizensterben programmiert. Das Bürgli ist so wie heute eine Institution für Bürger aller Schichten und ein Schmelztiegel der Dorfgemeinschaft. Apropos Büezer, diese sind wegen 50 Rappen Parkgebühr weitergefahren zum Znüni essen.
    Roli, ein Baarer

  11. Mike von Ah, 19.07.2019, 08:37 Uhr

    Das Morgarten Restaurant, Hotel, sucht tüchtige seriöse Pächter. Traumlage, direkt am Ägerisee.