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ZKB: «Der alten Dame geht es ausserordentlich gut»
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Pascal Niquille, der CEO der Zuger Kantonalbank. Die ZKB feiert 2017 ihre Gründung vor 125 Jahren. (Bild: Zuger Kantonalbank)

Zuger Bank verschenkt zum Geburtstag Geld ZKB: «Der alten Dame geht es ausserordentlich gut»

3 min Lesezeit 16.01.2017, 20:03 Uhr

Während der Kanton sparen muss, verschenkt die Zuger Kantonalbank eine halbe Million Franken. Die Bank feiert ihr 125-Jahr-Jubiläum und hat dafür einen Projektwettbewerb ins Leben gerufen. Kreative Zuger sollen bis Sommer Konzepte einreichen. Wir wollten von ZKB-CEO Pascal Niquille wissen, was ihm denn vorschwebt und wie es der greisen «Jubilarin» geht.

zentralplus: Herr Niquille, was steckt hinter dem Wettbewerb «Ideen für Zug»?

Pascal Niquille: Ein Jubiläum soll man feiern wie einen Geburtstag. Doch für uns stellte sich die Frage, wie wir etwas auf die Beine stellen könnten, das übers typische Jubiläumsfest eine längere Wirkung haben könnte. Wir haben beschlossen, beides zu tun: Einerseits organisieren wir mit unseren Sponsoringpartnern einen Strauss von Anlässen für jeden Geschmack; das ist der kurzfristige Festteil. Auf der anderen Seite haben wir den Projektwettbewerb «Ideen für Zug» ins Leben gerufen, bei dem man kreative Konzepte eingeben kann. Wenn es Ideen mit nachhaltiger Wirkung darunter hat, freut uns das natürlich, denn sie sollen über 2017 hinaus eine Wirkung haben.

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zentralplus: Will die Zuger Kantonalbank damit originell sein oder den Zugern einfach auf spezielle Art und Weise 500’000 Franken schenken?

Niquille: Weder das eine noch das andere. Ohne das allzu schön reden zu wollen, möchte die Zuger Kantonalbank Verantwortung für die Wohn- und Arbeitsregion Zug übernehmen. Bis Ende Juni können Einzelpersonen und Gruppen kreative Konzepte eingeben. Die Bevölkerung wird in einem Public Voting über diese befinden. Eine breit abgestützte und unabhängige Jury entscheidet dann im September über die Vergabe der Preisgelder. Damit wollten wir sicherstellen, dass Projekte realisiert werden, welche der Bevölkerung Freude machen und nicht einfach kommerziell sind.

Der Projektwettbewerb «Ideen für Zug»

Einzelpersonen und Gruppen können bis Ende Juni kreative Konzepte bei der ZKB einreichen. Sie sollen einen «nachhaltigen Nutzen» und «spürbare Wirkung» für den Kanton Zug und seine Bevölkerung generieren. Die bis 30. Juni eingereichten Projekte werden auf der Jubiläumswebseite der Bank präsentiert und dort bis 31. Juli durch die Bevölkerung online bewertet. Anschliessend beurteilt eine unabhängige Jury die führenden Projekte und entscheidet definitiv über die Vergabe der Preisgelder. Dabei werden die Projektkosten bis zu einem Maximum von  50’000 Franken pro Projekt übernommen; die Preissumme beträgt total 500’000 Franken. Die Siegerprojekte werden an der Zuger Messe präsentiert.

Die Jury des Projektwettbewerbs engagiert sich ehrenamtlich. Sie setzt sich unter der Leitung von Pascal Niquille aus folgenden Zuger Persönlichkeiten zusammen: Schwester Anna Nerlich, Oberin des Klosters Maria Opferung; Peter Niederberger, Marketingleiter Zug Tourismus; Pascal Niquille, CEO Zuger Kantonalbank; Hans-Peter Strebel, EVZ-Präsident; Andreas Umbach, Präsident Zuger Wirtschaftskammer; Manuela Weichelt-Picard, Frau Landammann und Regierungsrätin; sowie Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung».

zentralplus: Was schwebt Ihnen denn vor? Haben Sie Beispiele für erwünschte Projekte?

Niquille: Ich versuche möglichst keine Beispiele zu geben, es soll ja keine Bestellung sein.

zentralplus: In Ihrer Werbekampagne für den Wettbewerb nennen Sie einen Vierbeiner-Wasserpark, ein Senioren-Speed-Dating-Treff und eine Kissenschlacht-Arena als Projekte. Ist das nicht etwas trivial?

Niquille: Diese Ideen sind gute Beispiele dafür, dass grundsätzlich alles möglich ist. Wie gesagt, das sind Beispiele, nicht Projekte. Sie sollen ja lediglich veranschaulichen, wie offen wir für jegliche Projektideen sind.

zentralplus: Ein Tipp vom Zahlenmensch und Bankdirektor für kreative Zuger: Was kann man mit 50’000 Franken überhaupt realisieren und was eher nicht?

Niquille: Die Maximalsumme von 50’000 Franken pro Projekt ist so hoch, dass man auch in der heutigen Zeit viel machen kann.

zentralplus: Konkret?

Niquille: Wir stellen jedes Jahr aus unserem Gewinn 800’000 Franken für Vergabungen bereit. Eine Mitarbeiterin bestimmt nach unseren Richtlinien, welche Anfragen wir unterstützen. Da werden Beträge von 100 bis zu einigen 1000 Franken gesprochen, das reicht von den Preisen für ein Seifenkistenrennen in ihrem Quartier, welche wir spendieren, über den besonderen Jahresanlass des Jassclubs, für den wir um Unterstützung angefragt werden, bis hin zu grösseren Anlässen, die wir unterstützen, wie das Zuger Seenachtsfest oder kulturelle Events. Dabei stelle ich immer wieder fest: Die Kreativität der Zugerinnen und Zuger ist sehr gross.

zentralplus: Ihre persönliche Meinung, was fehlt in Zug noch, was wünschen Sie sich?

Niquille: Ich merke, Sie möchten unbedingt einen Hinweis, was ein erfolgreiches Projekt sein könnte. Ich möchte hier aber nicht beeinflussen.

zentralplus: Ohne der Halbjahres-Bilanzpressekonferenz von nächster Woche vorzugreifen: Wie geht es der alten Dame Zuger Kantonalbank in ihrem 125. Jahr gesundheitlich?

Niquille: Mit solchen Aussagen muss ich vorsichtig sein, denn wir sind ein börsenkotiertes Unternehmen. Wenn Sie den Halbjahresabschluss 2016 anschauen, der am 15. Juli publiziert wurde, sehen Sie: Der alten Dame geht es ausserordentlich gut.

Pascal Niquille ist seit 2009 Präsident der Geschäftsleitung der Zuger Kantonalbank

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