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Zibbz: «Wir werden sicher Unterhosen anziehen»
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Haben das Rennen für sich entschieden: Das Geschwister-Duo aus Giskion, Stee und Corinne Gfeller. (Bild: SRF/Mirco Rederlechner)

Luzerner vertreten Land am Eurovision Song Contest Zibbz: «Wir werden sicher Unterhosen anziehen»

4 min Lesezeit 05.02.2018, 15:31 Uhr

Die Würfel sind gefallen: «Zibbz», das Geschwisterpaar aus Gisikon, wird die Schweiz am «Eurovision Song Contest» kommenden Mai in Lissabon vertreten. Der Druck ist gewaltig. Dennoch möchten Corinne und Stee Gfeller authentisch und schlicht auftreten.

«Es geschieht wohl nicht zweimal im Leben, dass man auf einer so grossen Bühne stehen darf. Wir wollen jeden Moment geniessen», reflektiert die 32-jährige Corinne Gfeller den Auftritt beim Schweizer Finale des «Eurovision Song Contest» in einem Live-Chat.

Am Sonntagabend entschied die Luzerner Band «Zibbz» die Entscheidungsshow «Eurovision Song Contest 2018» für sich. Mit dem Song «Stones» hat sich das Geschwisterpaar aus Gisikon gegen fünf Mitstreiter durchgesetzt (zentralplus berichtete).

Lesen Sie unser ausführliches Porträt über das Geschwister-Duo «Zibbz»

Schlechtes Omen bei der Probe

Corinne und Stee Gfeller hätten nicht damit gerechnet, dass sie gewinnen werden. In der Probe sei es nicht gut gelaufen, weshalb die Künstler ins Zittern gekommen seien, so Corinne Gfeller. «Wir wussten nicht, wer punkten wird. Jeder der Teilnehmer war stark auf seine eigene Art. Einige haben sich in die Herzen gesungen, andere rockten die Bühne. Wir wollten alles geben und uns so zeigen, wie wir sind.» 

«Wir finden unseren Song geil und wollten ihn möglichst authentisch rüberbringen.»

Stee Gfeller

Die beiden hätten gewusst, dass der Song «Stones» Potenzial habe. «Wir finden unseren Song geil und wollten ihn möglichst authentisch rüberbringen», so Stee Gfeller. Doch wer den Geschmack des Publikums im entscheidenden Moment trifft, habe niemand vorhersagen können. Zibbz hat jedoch genau das geschafft: Die Fernsehzuschauer und die Fachjury schicken das Geschwister-Duo an den Eurovision Song Contest nach Lissabon, der im Mai über die Bühne geht.

Worin bestand der Reiz der beiden, die Schweiz beim Wettbewerb repräsentieren zu wollen? «Früher war es noch viel mehr Glamour», so Corinne Gfeller. «Doch heute stehen Künstler, die von Kopf bis Fuss Musiker sind, auf der Bühne.» Sie haben einen Wandel des Contests wahrgenommen – die Musik stehe inzwischen mehr im Fokus als früher.

«Das frühere Steinigen ist das heutige Cyber-Bullying.»

Corinne Gfeller

Ihr Song «Stones» ist keine Ballade, sondern ein dynamischer Song mit einer klaren Message gegen Mobbing (zentralplus berichtete). «Das frühere Steinigen ist das heutige Cyber-Bullying», meint Corinne Gfeller. Es sei wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie sehr die eigenen Worte das Gegenüber verletzen können.

Schweiz und der ESC: keine harmonische Beziehung

Die Schweiz hat den «Eurovision Song Contest» erst zweimal gewonnen. 1956 siegte Lys Assia für die Schweiz, 1988 war es Céline Dion. Zuletzt war die Schweiz 2005 in den Top Ten. In den letzten drei Jahren war nach der ersten Runde bereits Schluss. Steht das Duo aus Gisikon nun unter Druck?

«Es wäre definitiv ein Traum, im Finale stehen zu können.»

Corinne Gfeller

«Die Erwartungshaltung ist enorm. Auch an uns selber», so der 30-jährige Stee Gfeller. «Unser Ziel ist es definitiv, ins Finale zu kommen.» Die Messlatte sei höher als sonst, erzählt er weiter. Aber es sei Zeit, dass die Schweiz sich wieder einmal beweisen könne.

«Ich hatte Schmetterlinge im Bauch»

«Es wäre definitiv ein Traum, im Finale stehen zu können», meint auch Corinne Gfeller. Einen bestimmten Druck brauche es, um auf der Bühne liefern zu können. Mit der Nervosität werde es «öpe glich schlimm» wie bei der Vorentscheidung. Am Sonntagabend standen sie auf der Bühne des SRF und repräsentierten sich vor der ganzen Schweiz. Dies sei kein Zuckerschlecken gewesen, so Corinne Gfeller.

Auf Twitter vergleicht Zibbs den Auftritt sogar mit einer Notlandung, die sie vor einem Jahr erlebten.

 


 

Die beiden sind nervös gewesen, insbesondere die Sängerin. «Ich hatte Schmetterlinge im Bauch.» Für ihren Bruder sei es hingegen «ganz easy» gewesen, denn: Gesungen wird live – gespielt jedoch Playback. «Die Schlagzeugsticks dürfen mir nicht gerade aus der Hand fliegen», so Stee Gfeller. «Aber ich habe die Show genossen» – «Jaja, als ich mal zu dir schaute, dachte ich auch, du hast es ja ganz easy dahinten», meint Corinne Gfeller lachend.

Schlichte Bühnenpräsenz

Klar ist: Das Duo muss auffallen, um am «Eurovision Song Contest» abräumen zu können. «Vielleicht sollten wir giftgrüne Kleidung anziehen», meint Stee Gfeller mit einem Schmunzeln. «Nein, eben nicht», kontert seine Schwester prompt.

«Wir wollen nicht mit einer Federboa geschmückt die Bühne betreten.»

Stee Gfeller

Was das Künstler-Duo anziehen werde, wisse es noch nicht. «Unterhosen bestimmt», so Stee Gfeller. «Der Rest wird schlicht sein. Wir wollen nicht mit einer Federboa geschmückt die Bühne betreten.» Eines weisss sie allerdings bereits jetzt: «Ein schöner Hut ist wichtig», so Corinne Gfeller im Live-Chat des «Blick». Denn: Ihren Glücksbringer trägt sie stets auf ihrem Kopf.

Hier geht’s zum Porträt des Luzerner Geschwister-Duos «Zibbz».

«Wir finden unseren Song geil und wollten ihn möglichst authentisch rüberbringen», so Stee Gfeller.

«Wir finden unseren Song geil und wollten ihn möglichst authentisch rüberbringen», so Stee Gfeller.

(Bild: SRF/Mirco Rederlechner)

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