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ZHB-Sanierung steht vor Durchbruch
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Eine Sanierung der ZHB ist zwingend notwendig. Jetzt könnte es plötzlich schnell gehen. (Bild: PD / SRF )

Kantonsratskommission sagt zähneknirschend Ja ZHB-Sanierung steht vor Durchbruch

4 min Lesezeit 18.12.2015, 17:50 Uhr

Die Zentral- und Hochschulbibliothek beim Vögeligärtli sorgt für politischen Zündstoff. Das Stadtluzerner Stimmvolk will eine Sanierung, bezahlen muss diese aber der Kanton. Das stösst der zuständigen Kommission sauer auf. Dennoch stimmt sie der Sanierung zu, sie hat das Gezänke satt.

Die Kommission Verkehr und Bau (VBK) des Luzerner Kantonsrates stimmt dem Sonderkredit über insgesamt 20,7 Millionen Franken zur Sanierung der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern zu. Sie ist grossmehrheitlich der Ansicht, dass das Projekt in dieser Form rasch anzugehen ist. Die Kommission ist sich der früheren Diskussionen bewusst und äussert ihre Unzufriedenheit mit der Situation, schreibt die Luzerner Staatskanzlei in einer Mitteilung. Sie anerkenne aber, dass sich die Bedingungen durch die Annahme der «Initiative zur Rettung der ZHB Luzern» im September 2014 in der Stadt Luzern verändert haben (zentral+ berichtete). Weiter hat der Kantonsrat seither mit überwiesenen Vorstössen selber signalisiert, dass es mit der Sanierung nun vorwärts gehen muss.

In seiner Botschaft legt die Luzerner Regierung die Baukosten offen:

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Rund 20,7 Millionen Franken kostet die Sanierung der ZHB.

Rund 20,7 Millionen Franken kostet die Sanierung der ZHB.

Stadt bestimmt und Kanton muss zahlen

Kommissionspräsident Rolf Bossart (SVP) aus Schenkon präzisiert, weshalb die Diskussion in der Kommission für Unmut sorgte. «Erstens wegen den Mehrkosten von 1,82 Millionen Franken, zweitens wegen dem politischen Gezanke.» Zur Erinnerung: Die Bevölkerung der Stadt Luzern hat die Rettung der ZHB an der Urne beschlossen. Das Gebäude gehört allerdings dem Kanton, was problematisch ist. Bossart sagt: «Voten wie ‹die Stadt befiehlt und der Kanton bezahlt› wurden im Parlament sowie in der Kommission laut.» Eine Übergabe des Gebäudes an die Stadt war nicht möglich.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Sanierung auf 20,7 Millionen Franken (siehe Bild oben). Damit übersteigt der Betrag die ursprünglich geplante Summe um 1,82 Millionen Franken. Die Bauaufwendungen werden der Investitionsrechnung kantonale Hochbauten belastet. Im Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2016 bis 2019 sind für die Sanierung der ZHB Luzern 21 Millionen Franken vorgesehen. Die grosse «Sparübung» der letzten Monate hat also keinen Einfluss auf die ZHB-Sanierung.

In seiner Botschaft führt der Regierungsrat aus, warum die Sanierung 1,82 Millionen Franken mehr kostet:

1,82 Millionen Franken teurer kommt die Sanierung als ursprünglich geplant.

1,82 Millionen Franken teurer kommt die Sanierung als ursprünglich geplant.

Die Politik hat die ZHB-Diskussion satt

Dass es nun aber vorwärts gehen müsse, ist für Bossart klar. «Eine Sanierung des Gebäudes ist zwingend notwendig. Bei einzelnen Stellen besteht Einsturzgefahr.» Das Geschäft habe nun alle Instanzen mehrfach beschäftigt und wurde kontrovers diskutiert (zentral+ berichtete). Bossart denkt: «Man hat langsam genug von diesem Thema und will jetzt endlich vorwärts machen. Das ewige Hin und Her ist ermüdend.»

Plötzlich könnte es schnell gehen

Nun kommt das Geschäft in den Kantonsrat. Bossart schätzt, dass in der Debatte nochmals der Unmut geäussert wird, am Entscheid werde aber wohl nicht mehr gerüttelt. «Auch Referendumsgefahr besteht in meinen Augen nicht. »Danach könnte es schnell gehen. Baugesuch einreichen – Einsprachefristen abwarten – Einsprachen abhandeln – loslegen. Anfang 2017 könnte die Sanierung beginnen. «Wenn es sportlich läuft, können wir noch 2018 die sanierte ZHB in Betrieb nehmen», so der SVP-Kantonsrat. Es wäre ein Schlusspunkt unter eine lange und mühsame Diskussion.

Dringender Sanierungsbedarf

Der Sempachergarten, genannt Vögeligärtli, gehört seit 1949 der Stadt Luzern. Die ZHB war 1951 nach den Plänen des renommierten Architekten Otto Dreyer erbaut worden. Inzwischen bröckelt die Fassade des denkmalgeschützten Bauwerks.

Neu mit Cafeteria und Solaranlage

Zu den Neuerungen aus dem Sanierungskonzept von 2010 zählt eine grosszügige Freihandbibliothek mit einem breiten Spektrum an Fach-, Sach- und Unterhaltungsmedien auf den bestehenden sechs Stockwerken. Ein Treppenhaus an der Seite verbindet die Etagen miteinander. Geplant ist auch eine Cafeteria mit 53 Plätzen im Innern des Erdgeschosses. Laut den Projektverantwortlichen ist das Betriebskonzept noch nicht fertig. Ein Café im klassischen Sinne soll es aber nicht geben, das Angebot richte sich an Bibliotheksbesucher. Die Cafeteria «dient als kombinierter Aufenthaltsraum sowohl für das Personal der ZHB als auch für das Publikum», heisst es in der Botschaft.

Die Westfassade entlang der Hirschmattstrasse befindet sich in einem schlechten Zustand. Sie soll denkmalpflegerisch restauriert werden. Ebenfalls sieht das Konzept eine Aufwertung der Umgebung vor. Baumbestand und Grünflächen werden angepasst. Das Gebäude soll nach der Sanierung Minergie-Standard haben. Hierfür werden Fassade und Dachstock neu isoliert. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant.

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