Zentralschweizer Spitäler rechnen mit Millionenverlusten
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Mit den Verordnungen des Bundes sollte ein Kollaps der Spitäler verhindert werden. (Bild: zvg)

Wegen Corona-Notverordnungen Zentralschweizer Spitäler rechnen mit Millionenverlusten

2 min Lesezeit 1 Kommentar 26.08.2020, 07:33 Uhr

Weil der Bund während des Lockdowns Notverordnungen erliess, durften die Spitäler nur notwendige Operationen durchführen. Das zeigt sich nun negativ in den Halbjahreszahlen.

Die Bilder von italienischen Spitälern während des Lockdowns sorgten für Angst: Überfüllte Zimmer, auf den Fluren untergebrachte Patienten, zu wenig medizinisches Personal und fehlende Ausrüstung. Um solche Szenarien in der Schweiz zu verhindern, erliess der Bund im Frühling Notverordnungen für Spitäler und hielt sie an, nur noch absolut notwendige Eingriffe vorzunehmen. Während sechs Wochen waren diese Verordnungen in Kraft. Der Plan ging auf – allerdings auf Kosten der Spitäler.

Diese gehen nun nämlich von hohen Verlusten aus. Gemäss einer Umfrage der «Luzerner Zeitung» sind auch Spitäler in der Zentralschweiz betroffen. Als eines der wenigen Spitälern nennt das Kantonsspital Zug konkrete Zahlen. Fast zwei Millionen Franken Einbussen verzeichnet das Spital im ersten Halbjahr. Der letztjährige Jahresumsatz lag bei 53.5 Millionen Franken. Auch sei spürbar gewesen, dass sich weniger Leute im Spital behandeln lassen wollten. Immerhin hätte man so aber mehrere hunderttausend Franken gespart, die budgetiert gewesen wären.

Noch keine Zahlen aus Luzern

Beim Luzerner Kantonsspital (Luks) kann man hingegen noch keine genauen Zahlen nennen. Dies, weil derzeit noch Gespräche auf nationaler Ebene wegen möglichen Abgeltungen durch den Bund laufen. Mediensprecher Martin von Rotz gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Wir gehen aber davon aus, dass die Covid-19-Pandemie auch für das Luks erhebliche finanzielle Folgen haben wird.»

Ebenfalls spürbar waren die Einbussen bei privaten Kliniken wie der Hirslandengruppe. Diese führt unter anderem die Spitäler St. Anna in Luzern und die Andreasklinik in Cham. Sprecher Claude Kaufmann wird zitiert: «Alleine für die Klinik St.Anna rechnen wir beispielsweise mit mehr als 25’000 Arbeitsstunden, die im Zusammenhang mit Corona im ersten Halbjahr geleistet worden sind.» Auch hier sei eine grundsätzliche Zurückhaltung beim Spitalbesuch spürbar gewesen.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 26.08.2020, 12:23 Uhr

    Das Luzerner Kantonsspital mit seinen über 7’000 Mitarbeitenden ist das grösste Zentrumsspital in der Schweiz. Die Wachstumsstrategie muss finanziert sein. U.a. erreicht dies ein Spital mit den Operationen resp. seinen Produkten. Ob dann diese Operationen gerechtfertigt sind oder nicht, spielt für das Spital keine Rolle.
    Die Aussage des Mediensprechers ist an Sarkasmus nicht zu überbieten. Eine Pandemie für erheblichen finanziellen Verlust verantwortlich zu machen zeigt doch nur auf, dass die Wachstumsstrategie falsch ist. Diese Strategie beinhaltet genau diese Art von Operationen, welche nicht wirklich gerechtfertigt sind. Dort liegt eben auch das Geld auf der Strasse. Vielleicht würde es einem solchen Spital auch mal gut tun, nicht nur Strategie, sondern die Werte zu überdenken.

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