Zali’s Green Catering will den Luzernern Persien schmackhaft machen
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Ali Asghar Heidari serviert in Zali's Green Catering in der Pfistergasse Schweizer und persische Spezialitäten an. (Bild: vro)

Neues Restaurant in der Pfistergasse Zali’s Green Catering will den Luzernern Persien schmackhaft machen

4 min Lesezeit 3 Kommentare 13.08.2020, 12:54 Uhr

Wie vereint man afghanische und Schweizer Küche? Ali Asghar Heidari hat sich diese Frage zur Aufgabe gemacht. Mit seinem ersten Restaurant in der Pfistergasse hofft er nun, die Luzerner an persische Spezialitäten zu gewöhnen.

Noch ist die Einrichtung im Lokal schlicht gehalten. Das Sortiment ist ebenfalls noch nicht komplett. Und auch die Aussenbeschriftung fehlt noch. Doch die Türen sind offen, der Empfang äusserst herzlich. Seit Montag ist in die ehemalige Bäckerei Rüthemann in der Pfistergasse wieder Leben eingekehrt. Zali’s Green Catering setzt auf Zmorge und Zmittag. Das Konzept: frisch und ökologisch.

Hinter dem neuen Lokal steht Ali Asghar Heidari – ursprünglich im Iran aufgewachsen und seit sechs Jahren in der Schweiz. Im Hotel Continental hat er seine Ausbildung zum Koch gemacht. Schon damals hatte er den Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Und jetzt hat er sein Lokal an der Pfistergasse.

Der Chef kümmert sich um jeden einzelnen Gast

Der 26-Jährige steht an fünf von sieben Tagen selbst hinter der Theke. Angestellte kann sich der frischgebackene Ladenbesitzer noch nicht leisten. An zwei Tagen pro Woche hilft sein Geschäftspartner aus.

Das Essen trägt der junge Lokalbesitzer den Gästen zum Tisch hinterher – ganz nach dem Motto: Der Kunde ist König. Heidari kümmert sich aufopfernd um seine Gäste, es soll ihnen an nichts fehlen. «Es ist auch anstrengend, gerade jetzt am Anfang», sagt er. Aber die Arbeit mache ihm Spass. «Und auch die Leute haben Freude, das freut auch mich.» Tatsächlich zieht es immer wieder Neugierige ins Lokal, während zentralplus auf Besuch ist. Heidari entschuldigt sich jedes Mal freundlich und kümmert sich sofort um die Gäste.

Noch fehlt die Aussenbeschriftung. (Bild: vro)

Dass es in diesen nicht ganz einfachen Zeiten an Kunden mangeln könnte, glaubt der 26-Jährige nicht. Mit zwei Hotels habe er eine Übereinkunft, dass sie ihren Gästen das Lokal empfehlen. Auch Laufkundschaft aus der Pfistergasse gehört zum Zielpublikum. Bisher scheint Heidari jedenfalls zufrieden.

Schweizer sollen sich an persische Küche gewöhnen können

Der 26-Jährige glaubt an den Erfolg: «Ich wollte die afghanische und die Schweizer Küche mischen. In der Ausbildung habe ich das gelernt. Den Leuten, denen ich es zum Probieren serviert habe, gefiel es.»

Dass seine persischen Spezialitäten jedoch nicht von heute auf morgen reissenden Absatz finden, ist sich Heidari bewusst. Deshalb gibt es in seinem Lokal momentan noch überwiegend Schweizer Köstlichkeiten, «bis sich die Leute an die persischen gewöhnt haben». Sein Ziel ist es, nach und nach mehr afghanische und iranische Produkte anzubieten. Geht der Plan auf, will Heidari später einen separaten Verkaufsladen mit Spezialitäten aufmachen.

Schon jetzt kann man im Lokal persische Spezialitäten kaufen. (Bild: vro)

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Erst einmal will der junge Iraner Fuss fassen. Wegen der Pandemie musste er sich bereits länger gedulden als ihm lieb war. «Eigentlich wollte ich schon früher eröffnen. Aber das ging wegen Corona nicht.» Nebenbei bietet Heidari auch einen Catering-Service an, diesen konnte er immerhin von zuhause aus betreiben.

Das Sortiment wird noch reichlich ausgebaut – mit Bio-Produkten

Schon heute kann man die persische Küche im Lokal kosten: Heidari bietet beispielsweise afghanischen Safran, Süssigkeiten wie Nabat (karamelisierte Zucker-Stängeli mit Safran, die man in den Tee tunkt) oder Sohan (persische Toffee-Spezialität zum Verkauf an. Sie sind als Geschenk oder zum Schmausen gedacht.

Im Lokal gibt es afghanischen Safran zu kaufen. (Bild: vro)

Ausserdem offeriert Heidari jedem Kunden, der sich ein Zmorge in seinem Take-Away gönnt, ein Stück Bolani – ein typisch afghanisches Frühstück, bestehend aus frittierten Teigtaschen mit Lauch-Zwiebel-Kartoffel-Füllung. Wer es Schweizerischer mag, kann aber auch einfach ein Gipfeli haben.

Zum Zmittag gibts derzeit noch bei Schweizern bekannte und beliebte Gerichte wie Spaghetti Bolognese oder Lasagne. Einmal pro Woche wird auch ein afghanisches Menü serviert. Später soll es regelmässiger persische Gerichte geben, erklärt Heidari.

Der 26-Jährige hat noch weitere Pläne: Ab Freitag soll es bereits Bio-Bauernhof-Glace aus Sempach geben. Später sollen auch Käsespezialitäten aus dem Tessin hinzukommen.

In ein bis zwei Monaten will er das Sortiment reichlich ausbauen. Dabei gilt für ihn stets ein Grundsatz: frisch, ökologisch und speziell muss es sein. «Produkte, die andere nicht haben, und die biologisch und lokal sind.» Gerade diese Produkte seien derzeit beliebt, glaubt Heidari. Denn: «Wegen Corona sind die Leute etwas sensibler geworden.»

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3 Kommentare
  1. Nicole Bauer, 14.08.2020, 10:40 Uhr

    Ich habe Ali kennengelernt als es noch nicht sehr lange in der Schweiz war. Es ist toll zu sehen wie sich seine Träume erfüllen, er hat aber sehr viel dafür geleistet. Ich wünsche ihm alles alles Gute.
    Eine Homepage oder Facebookprofil, mit Öffnungszeiten, gibt es nicht?

  2. Jacek, 13.08.2020, 15:28 Uhr

    Also was jetzt? Persisch oder afghanisch?

    1. Redaktion Vroni Fehlmann, 13.08.2020, 20:46 Uhr

      Beides: Ali Asghar Heidari hat afghanische Wurzeln, ist aber im Iran aufgewachsen. Die Küche ähnelt sich, Heidari bietet von beidem etwas. Da in der Schweiz einige Zutaten kaum zu beschaffen sind, ist es eigentlich schweizerisch-persisch-afghanische Küche.

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