Zahl der Fischsterben im Kanton Luzern steigt sprunghaft an
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Tote Fische aus dem Rickenbach im gleichnamigen Ort. Durch eine verstopfte Abwasserleitung wurde Reinigungsmittel oder Seife über das Überlaufsystem in den Bach geleitet. (Bild: Luzerner Polizei)

Fischer sind empört Zahl der Fischsterben im Kanton Luzern steigt sprunghaft an

2 min Lesezeit 08.01.2021, 15:58 Uhr

Im Kanton Luzern wurden im vergangenen Jahr 92 Fälle von Gewässerverschmutzungen registriert. Das sind vier Fälle mehr als im Vorjahr. 16 dieser Fälle hatten überdies ein Fischsterben zur Folge, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr gleichkommt. Die Fischer schlagen Alarm.

Die meisten Verunreinigungen von Luzerner Gewässern werden laut Mitteilung des Kantons von Industrie und Gewerbe verursacht (35 Fälle). Auch die 19 Gülleunfälle tragen das ihrige zur traurigen Statistik bei. Hinzu kommen Verschmutzungen, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind, etwa wenn nach einem Autounfall Schadstoffe ins Wasser gelangen. Fazit: Noch nie wurden der Polizei so viele Gewässerverunreigungen gemeldet, wie im Jahr 2020:

Zahl der Gewässerverschmutzung in Luzern seit 2013 (Lustat Statistik Luzern)

Fischsterben nehmen erstmals seit 2016 zu

Das hat auch Auswirkungen auf die gezählten Fischsterben im Kanton. Der Kanton bemüht sich seit Jahren darum, die Zahl herunterzukriegen. Dass ist seit 2016 auch immer gelungen: Die Tendenz der vergangenen Jahre war sinkend. Doch mit 16 Fällen 2020 hat sich die Zahl der Fischsterben gleich verdoppelt im Vergleich zum Vorjahr.

In einer Mitteilung reagieren denn auch die Fischer prompt. Im mehrjährigen Vergleich seien diese Zahlen «katasprophal». «Dieser traurige Rekord ist kein Ruhmesblatt für Bauern, Gewerbler und Gemeinden», kritisert Markus Fischer, Präsident des gleichnamigen Verbandes des Kantons Luzern. «Es sind schlicht und einfach zu viele Fische und zu viele Lebensräume, die kaputt gehen.»

Kanalisationen und Entwässerungen besser unterhalten

Der Fischerverband fordert nun «mehr Sorgfalt auf Bauernhöfen und Baustellen». Es sei nicht böser Wille, sondern meist mangelnde Vorsicht, die zu fatalen Verschmutzungen führten.

Auch die Gemeinden und Zweckverbände seien aufgefordert, Kanalisationen und Entwässerungen besser zu unterhalten. Die Erkenntnis, dass alleine 17 Gewässerverschmutzungen auf Mängel bei Kanalisationen und Entwässerungen zurückzuführen ist, ist dem Umstand verdankt, dass diese erstmals in der Statistik der Umweltpolizei aufgeführt sind.

Gewässerverschmutzung in Kastanienbaum: Aus einer undichten provisorischen Kanalisationsleitung gelangte Fäkalwasser in das Oberflächengewässer der Baustelle. Zusätzlich entwich Wasser aus einer Erdsondenbohrung. 

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