Wurden Kinder von Viehhändlern mit Mist beworfen?
  • Gesellschaft
Stammen die Flecken an den Kleidern vom Angriff? Dies wird von der Polizei aktuell abgeklärt.

Vorfall auf dem Zuger Stierenmarktareal Wurden Kinder von Viehhändlern mit Mist beworfen?

2 min Lesezeit 8 Kommentare 03.02.2020, 18:13 Uhr

Am Samstagmorgen sollen Tierschützer und deren Kinder auf dem Zuger Stierenmarkt von Ausstellern mit Mist und Gülle beworfen worden sein. Die Gruppe hatte anlässlich einer Viehausstellung gegen Massentierhaltung und den Konsum tierischer Produkte demonstriert.

Der Vorfall soll ich am letzten Samstag auf dem Zuger Stierenmarkt ereignet haben. Die Organisation «Fluid Spirit» demonstrierte anlässlich der Braunvieh-Ausstellung «Sorexpo» gegen Massentierhaltung und den Konsum tierischer Produkte. Organisiert wurde der Anlass von der Schweizer Original-Braunvieh-Jungzüchtervereinigung.

Durch die Veranstaltung soll laut der Website des Verbandes «die Verbreitung der Rasse in der Schweiz gefördert, sowie die kommende Züchtergeneration die Verbreitung der Rasse in der Schweiz sowie die kommende Züchtergeneration gefördert werden.»

Unbekannte sollen Mist mit Schaufeln geworfen haben

Der Verein «Fluid Spirit» demonstrierte mit rund einem Dutzend Personen und verschiedenen Transparenten vor dem Gelände der Viehausstellung. Die Demonstration war nach eigenen Angaben bewilligt. Doch die Kundgebung sei plötzlich gestört worden, schreibt die Präsidentin von «Fluid Spirit», Danielle Jolissaint auf Facebook.

«Wir wurden von den Bauern aus dem Hinterhalt von hinten mit Gülle und Mist beworfen, versteckt hinter der Abschrankung, wo wir nicht sein durften.» Auf Nachfrage bekräftigt Jolissaint den Vorwurf und ergänzt: «Sie haben vor allem unsere Kinder mit Gülle und Mist getroffen.»

Personen habe man allerdings nicht erkennen können. Es seien lediglich Schaufeln über der Abschrankung aufgetaucht, welche den Mist über die Demonstranten und deren Kinder gekippt hätten.

Polizei bestätigt Einsatz am Stierenmarkt

Bei der Zuger Polizei hat man Kenntnis vom Vorfall, wie Mediensprecher Frank Kleiner auf Anfrage bestätigt. «Wir wurden am Samstagmorgen informiert und waren entsprechend vor Ort.» Nachdem die betroffenen Personen Anzeige eingereicht hätten, habe die Polizei Ermittlungen eingeleitet. Diese seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

Dass die Polizei auf dem Festgelände war, bestätigt man auch beim Organisationskomitee der «Sorexpo». Solange nicht mehr Details bekannt sind, möchte man sich jedoch nicht konkreter zum «angeblichen Vorfall» äussern. Auch weil man bis jetzt nicht habe eruieren können, bei wem es sich um die angebliche Täterschaft handeln könnte.

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8 Kommentare
  1. Franz Ferdinand, 05.02.2020, 14:52 Uhr

    Dieser Titel scheint mir unglücklich: Sind es nun Kinder, die von Viehhändlern mit Mist beworfen wurden, oder sind es die Kinder von Viehhändlern, die mit Mist beworfen wurden?

  2. Marc, 05.02.2020, 10:06 Uhr

    Wenn man Kinder für sowas instrumentalisiert muss man sich hinterher nicht beklagen.

    1. Kathrin Suter, 06.02.2020, 07:50 Uhr

      Die Kinder haben das absolut freiwillig getan, weil sie Tiere lieben und sich für sie einsetzen wollen. Ebenso freiwillig wollten sie, mit Mist beworfen und stinkend, nicht nachhause, sondern bis zum Schluss bleiben. Diese Freiheit und Stärke würde ich mir bei Erwachsenen auch wünschen!
      Dass Sie dieses Scheinargument benutzen, um zu rechtfertigen, dass man Menschen mit Mist bewerfen dürfen soll, ist absolut jenseits! Wo da bleiben Respekt und Anstand?

  3. Hans Peter Roth, 05.02.2020, 02:03 Uhr

    Allein schon die Art, wie Tiere „genutzt“ und nach kurzem Leben hingerichtet werden, ist ein Grund zum Demonstrieren. Schämen müssen sich die TäterInnen und nicht die Kritiker!

    „Bis auf weiters das Messer blitzt, die Schweine schrein, // Man muss sie halt benutzen, // Denn jeder denkt: Wozu das Schwein, // Wenn wir es nicht verputzen? // Und jeder schmunzelt, jeder nagt // Nach Art der Kannibalen, // Bis man dereinst ‚Pfui Teufel!‘ sagt // Zum Schinken aus Westfalen.“ (Wilhelm Busch, deutscher Dichter und Zeichner, 1832 – 1908)

  4. Barbara Rohrer, 04.02.2020, 14:26 Uhr

    Von allen nationalen Ausstellungen haben die Demonstranten tatsächlich die gewählt, welche am wenigsten mit Massentierhaltung zu tun hat! Die Rasse Original Braunvieh ist eine anpassungsfähige Zweinutzungsrasse die am stärksten in den (vor)alpinen Regionen verbreitet ist. Viele dieser Kühe sind auf kleineren Betrieben daheim und werden im Sommer gealpt.

    Diese Schau wurde von einer Jungzüchterorganisation organisiert. Das sind junge Leute (bis 30 jährig), die einen solchen Anlass auf die Beine stellen, sich einsetzen und viel Zeit investieren. Diese Veranstlatung für die Demonstration zu nutzen ist unfair, nicht angebracht und würdigt das Engagement der Jungzüchter auf keine Weise.

    Wäre ich Veranstalter dieser Demo, würde ich mich in Grund und Boden schämen.

    1. CScherrer, 05.02.2020, 09:29 Uhr

      Was rauchen Sie ganz genau?

    2. Kathrin Suter, 06.02.2020, 07:56 Uhr

      Schämen sollten sich vielmehr alleine, welche Tiere ausbeuten, quälen und töten. Sie dann auch noch vorzuführen mit ihren unnatürlich hochgezüchteten Rieseneuter, mit welchen die Kühe kaum mehr gehen können, ist der Gipfel einer Industrie, welche vorgaukelt, man könne Fleisch und Milchprodukte konsumieren, ohne Tieren dabei zu schaden – die Werbung lullt uns dazu mit schönen Bildern und Worten ein.
      Was für ein Hohn!
      Schämen sollten sich alle, die da noch mitmachen!

  5. Hans Peter Roth, 03.02.2020, 22:00 Uhr

    Der „Braune Block“ scheint gewalttätiger und gefährlicher zu sein als der „Schwarze Block“. Schließlich verteidigt er wertvolle zivilisatorische Errungenschaften wie die Tier-KZ.

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