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«Würzenbach kann eine Chance sein für die Stadt»
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Die Zukunft des Schulhauses Schädrüti ist eine der ungeklärten Fragen im Würzenbachquartier. (Bild: zvg)

Quartierbewohner fordern mehr Planung «Würzenbach kann eine Chance sein für die Stadt»

3 min Lesezeit 16.01.2020, 14:52 Uhr

Wie sieht das Würzenbachquartier der Zukunft aus? Darüber sollen sich nun auch die Stadtbehörden Gedanken machen, fordert ein Bevölkerungsantrag. Warum das wichtig ist und ob erarbeitete Ideen auch umgesetzt werden – dazu äussert sich Thomas Schmid, Leiter des Kernteams «Zukunft Würzenbach».

zentralplus: Mit einem Bevölkerungsantrag fordern Sie die Stadtbehörden auf, sich intensiver um die Entwicklung des Quartierzentrums im  Würzenbach zu kümmern. Ein Anliegen, das offenkundig viele Quartierbewohner teilen. Unterzeichnet ist der Antrag mit über 600 Unterschriften, gereicht hätten 200. Wo besteht Ihrer Meinung nach der grösste Handlungsbedarf?

Thomas Schmid: Bei der Umnutzung verschiedener ungenutzter oder bald leerstehender Gebäude und der anstehenden Verdichtung im Quartier. Zum einen gibt es das Schulhaus Schädrüti, das seit 2013 einer Zwischennutzung dient. Postulate fordern die Prüfung, ob es für altersgerechtes Wohnen fit gemacht werden kann.

«Wir wünschen uns ein attraktives Quartierzentrum und wir wollen politisch gehört werden.»

zentralplus: Gibt es weitere offene Punkte?

Schmid: Unklar ist auch die Zukunft des alten Postgebäudes, das seit 2017 leer steht, sowie des AHV-Gebäudes, das ab 2023 leer stehen wird, und des Sportzentrums Smash. Gleichzeitig wird im Quartier aktuell intensiv verdichtet und wir erwarten auch bei uns ein Bevölkerungswachstum.

zentralplus: Ist der Bevölkerungsantrag auch als Rüffel an die Stadtbehörde zu verstehen?

Schmid: Nein, im Gegenteil. Es ist eigentlich eine Umsetzung unseres Zielbilds. Wir wünschen uns ein attraktives Quartierzentrum und wir wollen politisch gehört werden. Wir finden zwar, dass das Würzenbach am Rand der Stadt zu Unrecht vernachlässigt wird. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass es andernorts auch relevantere Brennpunkte zu bewältigen gilt. Und doch tragen die Behörden auch für uns eine Verantwortung. Dabei wünschen wir uns, dass der Antrag nicht negativ beurteilt wird und die nun gestartete Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stellen der Stadt intensiviert wird. Denn eine zusammenhängende Planung für das Würzenbachquartier kann auch für die Stadt eine Chance sein. Attraktive, vorgelagerte Ortskerne können auch das Zentrum entlasten.

Mehr Würze für das Quartier: Thomas Schmid, Leiter Kernteam «Zukunft Würzenbach», überreicht Brigitte Koller, Leiterin Sekretariat Stadtkanzlei (vorne Mitte), den Bevölkerungsantrag.

zentralplus: Der Bevölkerungsantrag ist einResultat von viel Freiwilligenarbeit, die schon vor mindestens zwei Jahren angelaufen ist: Zukunftswerkstätte, Podiumsdiskussionen, Ideeneinsendungen von Quartierbewohnern und mehr.

Schmid: Das stimmt. Getragen von sämtlichen relevanten Akteuren im Quartier – wie Quartierverein, Pfarrei, reformierte Kirche und weitere – haben wir uns in den letzten Jahren intensiv mit der Frage befasst, wie unser Quartier in Zukunft aussehen soll. Das hat viel Energie freigesetzt und noch mehr interessante Ideen hervorgebracht. Etwa: Könnte im aktuellen AHV-Gebäude eine weitere städtische Musikschule entstehen? Ein Ostpol als Ergänzung und Gegenstück zur Musikschule im Südpol?

«Die Energie und Dynamik im Quartier sind wirklich toll.»

zentralplus: Wie realistisch ist es, dass solche und weitere ausgearbeitete Ideen tatsächlich aufgegriffen werden?

Schmid: Das wird sich weisen. Erst einmal freuen wir uns, den Antrag an den Präsidenten des Grossen Stadtrats überweisen zu können. Natürlich hoffen wir auch, dass die Stadtplanung unsere Anliegen ernst nimmt und möglichst viel in die künftige Stadtplanung integrieren wird. Es wird Zeit, dass sich die Institutionen mit diesen baulichen und räumlichen Quartier-Anliegen beschäftigten, und nicht nur Freiwillige.

zentralplus: Ist die Arbeit ihres Kernteams «Zukunft Würzenbach» nun erledigt – und sein Schicksal besiegelt?

Schmid: Nein. Aktuell stellen wir unsere Zukunftsvision fürs Quartier fertig, die zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet wurde. Wenn das voraussichtlich im April abgeschlossen ist, hat das Kernteam ein wichtiges Ziel erreicht. Sein Ende bedeutet es aber nicht. Schon jetzt wird intensiv überlegt, was künftig die Aufgabe von «Zukunft Würzenbach» sein könnten. Die Energie und Dynamik im Quartier sind wirklich toll. Aus dem Würzenbachquartier ist also mit weiterer «Würze» für die Stadtpolitik zu rechnen.

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