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Worüber Zuger Politiker twittern sollten
  • Politik
Bald geht der ehemalige Zuger Stapi Dolfi Müller auf US-Reise. Über solche oder ähnliche Ferienfotos würde sich die Twitter-Gemeinde freuen. (Bild: Montage wia )

Teils sträflich vernachlässigter Nachrichtenkanal Worüber Zuger Politiker twittern sollten

3 Min 1 Kommentar 11.01.2019, 18:33 Uhr

Da ist noch Luft nach oben, denkt man sich, wenn man sich auf den Twitter-Profilen der Zuger Politikszene umsieht. Darum machen wir ein paar Vorschläge, wie Stadträte ihre Profile polieren und Regierungsräte mit einfachen Mitteln zu mehr Volksnähe kommen könnten. Sympathiepunkte gibt’s gratis dazu – oder hitzige Diskussionen.

Wir machen kein Geheimnis drum. Wir finden Twitter toll. Weil es so flugs geht, so unkompliziert ist und auch prägnant. Unsere Recherche jedoch zeigt, dass nur wenige Zuger Politiker die Vorzüge von Twitter bis an die Grenzen auskosten (zentralplus berichtete).

Das ist etwas schade. Weil: Wir hätten da einige Inputs. Angefangen bei den Basics. Dass die Twitter-Faulen ihr Profil à jour halten.

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Bestes Beispiel: @baer18. Wer ist denn das? Ein unbeholfener Twitter-Teenager? Ein Tierliebhaber? Niemand Geringeres als der Zuger Sicherheitsdirektor, der diesen Job nun bereits in der zweiten Legislatur macht. Nur sieht man das auf dem Profil nicht. Urs Raschle verweist auf die Website von Zug Tourismus, dazu der etwas kryptische Text: «Tourismus; vom Kloster bis zum Sonnenuntergang».

Etwas kryptisch kommt Urs Raschles Profil daher.

Etwas kryptisch kommt Urs Raschles Profil daher.

(Bild: Screenshot Twitter)

Seit Raschles letztem Tweet im Januar 2014, in dem er verkündete, für den Stadtrat zu kandidieren, ist es still geworden. Höchste Zeit für eine Politur also. Was wir uns vom Stadtrat wünschen würden: natürlich ein Update seiner Profilangaben.

Wir bitten um ein Stadtratsband-Foto

Aber noch viel mehr als das. Ein paar Insights aus dem Stadtratsleben wären erfrischend. Tweets wie: «Heute wieder Stadtratsband-Probe. Habe meinen Triangel vergessen. Das macht nichts. Seit Dolfi nicht mehr mit dem Banjo dabei ist, klingt alles sowieso etwas blutleer.» Dazu ein Bandfoto.

Es darf aber natürlich auch relevanter sein. Denn hin und wieder sagt der CVP-Stadtrat ziemlich prägnante Dinge, die sich durchaus für saftige Tweets eignen würde. Bestes Beispiel: «Die Krankenkassen sind die Krebsgeschwüre unserer Nation!» Wieso denn das, fragen sich dann wohl einige, und schon gibt’s – vielleicht – eine Diskussion.

Überhaupt wäre es wünschenswert, wenn Regierungsmitglieder, egal ob auf Gemeinde- oder Kantonsebene, auf Twitter stärker Präsenz markieren würden.

Bundesrat Berset macht’s vor

Ein gutes Beispiel: SP-Bundesrat Alain Berset. In seinem Feed tummeln sich Fotos von Treffen, dargelegte Standpunkte, Glückwünsche an gewählte Kollegen und Neujahrswünsche ans Volk.

Verlangt es die Situation, twittert Alain Berset auch mal auf Polnisch oder Holländisch. So weit muss man in Zug nicht gehen. Obwohl, vielleicht klappt’s mit der Integration von Expats besser, wenn der Stadtrat künftig auch auf Russisch, Spanisch und Englisch twittern würde. Aber bitte nur in grammatikalisch tadellosem Zustand.

Auch dem Zuger Ex-Stapi würden wir gern folgen. Jetzt sogar noch lieber als während seiner Amtszeit. Dies einerseits, da wir uns wundern, was Müller so treibt auf seiner baldigen Weltreise, anderseits, weil Müller nun ohne Zepter in der Hand viel rumpliger politisieren kann, wenn er das will.

Gewählt wurde … seit 2014 niemand

Weil Twitter so unglaublich schnell ist, eignet es sich insbesondere dafür, Neuigkeiten zu verbreiten. Und das könnten sich die Zuger Parteien noch stärker zu Herzen nehmen. Mit gutem Beispiel voran ging die Zuger FDP (@FDPZG), welche während der Wahlen im Oktober quasi im Minutentakt Resultate aus den Gemeinden, der Stadt und dem Kanton lieferte.

Davon könnten sich alle anderen Zuger Parteien eine dicke Scheibe abschneiden. Sie haben den letzten Zuger Super Sunday auf Twitter gänzlich ignoriert. So sie denn überhaupt eine Twitter-Seite führen.

Last but not least ist es für den fehlbaren Normalsterblichen immer wieder schön zu sehen, wie bodenständig unsere Politiker sind und dass auch diese nur mit Wasser kochen. So wäre es doch grandios, wenn @StephanSchleiss auf Twitter nicht nur politische Statements veröffentlichen würde, sondern auch einmal ein Bild von einem selbst gebackenen (und hoffentlich nicht ganz perfekt geratenen) Apfelkuchen. Irrelevant? Durchaus. Dafür umso näher am Volk.

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1 Kommentare
  1. Räto Leber, 11.01.2019, 23:39 Uhr

    Dass die Journalistin gerne mehr politische Twitter aus Zug hätte leuchtet ein, denn so kommt sie schneller und einfacher zu Infos, als wenn sie anrufen und nachfragen oder sogar eine halbe Stunde recherchieren müsste. Als Steuerzahler und Demokrat hingegen reichen mir die Kurznachrichten nicht. Dank den bürgerlichen Marktwirtschaftsfetischisten an der Spitze der Presseunternehmen bleibt jedoch kaum mehr Zeit für fundierte Artikel, also wird die Meinungsbildung schwieriger, was schlecht ist für die Demokratie. Aber vielleicht wird das von den Finanz- und Unternehmensoligarchen ja so gewollt.