Alterswohnungen Herti Zug

Zug: Neue Alterswohnungen schon vor dem Bau vergeben

Verdichtetes Bauen im Herti: Analog dem Alterszentrum Herti (Visualisierung des Bauprojekts) will auch die Korporation Zug im Nebengebäude zwei zusätzliche Stockwerke aufsetzen. (Bild: Visualisierung Alterszentrum Herti)

Die Korporation Zug baut zwei zusätzliche Stockwerke und investiert in der Herti 6,6 Millionen Franken in zwölf kleinere Alterswohnungen. Die Warteliste ist lang. Wie auch jene für das geplante betreute Wohnen im Nebengebäude unter der Bauherrschaft der Stiftung Alterszentrum.

Erschwinglicher Wohnraum ist im Tiefsteuerkanton Zug praktisch inexistent. Was den Wohnungsbau zum politischen Dauerbrenner macht. Zumal der Wohnungsmarkt staubtrocken ist. Mit 3,1 leer stehenden Wohnungseinheiten auf tausend führt Zug per 1. Juni 2022 die schweizweite Statistik an. Im Durchschnitt stehen 13,1 Wohnungen auf tausend leer.

«Wer hier wohnt, kann trockenen Fusses im Herti-Zentrum einkaufen oder auch im daneben gelegenen Altersheim essen.»

Daniel Schwerzmann, Schreiber der Korporation Zug

Nun schafft die Korporation Zug im Herti-Quartier, wo heute rund ein Zehntel der Stadtbevölkerung lebt, neue Alterswohnungen. Auf zwei noch zu errichtenden zusätzlichen Stockwerken sollen auf den bereits bestehenden 55 Alterswohnungen weitere 8 Wohnungen mit 2,5 Zimmern und 4 Wohnungen mit 3,5 Zimmern entstehen. Wie der Verwaltungsrat berichtet, lässt das Gebäude diese Kapazitätserweiterung zu. Die Korporationsbürger haben bei der letzten Versammlung im Januar einem Kredit über 6,6 Millionen Franken zugestimmt.

Attraktive Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten und benachbartem Restaurant

Die Wohnungen stehen nicht zum Verkauf, sie werden vermietet. Und sie sind auch nicht auf betreutes Wohnen ausgelegt.

«Die schon bestehenden 55 Alterswohnungen gehören bereits heute zu den begehrtesten im Herti. Entsprechend gibt es da Wartelisten. Auch für die zusätzlichen neuen Wohnungen.»

Daniel Schwerzmann

Wie Korporationsschreiber Daniel Schwerzmann erklärt, sprechen diese Wohnungen Interessenten wegen zwei Pluspunkten an: «Wer hier wohnt, kann trockenen Fusses im Herti-Zentrum einkaufen oder auch im daneben gelegenen Altersheim essen.» Das werde von Senioren sehr geschätzt. Und er fügt hinzu: «Die schon bestehenden 55 Alterswohnungen gehören bereits heute zu den begehrtesten im Herti. Entsprechend gibt es da Wartelisten. Auch für die zusätzlichen neuen Wohnungen.»

Werbung muss die Korporation, die im Herti-Areal über viel Bodenbesitz verfügt – viele Bauten vergibt sie im Baurecht –, keine machen. «Wir werden jetzt rasch die weiteren Schritte an die Hand nehmen, um diesen Bau zu realisieren», sagt Schwerzmann. Auf eine Prognose, wann diese zwölf Einheiten beziehbar sein werden, will er sich nicht herauslassen. Zumal das Baubewilligungsverfahren erst noch bevorsteht.

Der Aufbau der beiden Stockwerke im Herti 8 und 9 findet parallel zur Aufstockung des Alterszentrums Herti 6 und 7 statt. Bauherrin ist hier die privatrechtlich organisierte Stiftung Alterszentren Zug, die auch das Alterszentrum betreibt. Soeben hat sie die schon länger angekündigte Sanierung des siebenstöckigen Alterszentrums abgeschlossen. Nun will sie zusätzliche zwei Stockwerke auf das Gebäude aufsetzen. Und damit wenigstens im Ansatz einen Mangel in Zug beheben.

Betreutes Wohnen mit niederschwelliger Betreuung fehlt in Zug

Denn wie die Stiftung auf ihrer Website erläutert, fehlt in Zug derzeit ein Angebot an Wohnungen, in denen ältere Menschen mit tieferem Pflege- und Betreuungsbedarf in ihren eigenen vier Wänden gepflegt werden können. Weiter ist zu lesen: «Zwar gibt es mehrere Angebote mit Alterswohnungen; was jedoch fehlt, ist ein Wohnangebot, bei dem rund um die Uhr eine Pflegefachperson innert Minuten verfügbar ist.»

25 solche Wohnungen mit betreutem Wohnen will die Stiftung nun realisieren. Platz dafür soll der bestehende siebte Stock in Kombination mit den beiden zusätzlichen, noch entstehenden Stockwerken bieten. Damit schliesst die Stiftung eine Lücke im Wohnangebot für ältere Menschen. Diese haben damit eine zusätzliche Möglichkeit, möglichst lange selbständig in den eigenen vier Wänden leben zu können.

Damit gibt es zum einen die unbetreuten Alterswohnungen, wie sie die Korporation Zug im Nebengebäude in der Herti 8 und 9 anbietet. Mitsamt beschriebenen Vorteilen der Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten und Restauration. Zum anderen kommt neu das im Alterszentrum Herti künftig realisierte betreute Wohnen für Menschen mit geringem Pflegebedarf hinzu. Seit Jahrzehnten etabliert ist das ambulante Angebot der Spitex. Ebenfalls dasjenige für Menschen mit einem hohen Pflegebedarf mit stationärer Pflege in einem Pflegeheim.

Die Korporation Zug wie auch die Stiftung Alterszentren Zug leisten damit einen wichtigen Beitrag an die Wohnqualität in der Stadt Zug. Nur: Angesichts des grossen Wohnbedarfs ist das lediglich ein Tropfen auf den heissen Stein.

So hat der Zuger Stadtrat die SP-Initiative «2000 Wohnungen für den Zuger Mittelstand» zur Kenntnis genommen, will aber nicht vom bisherigen Kurs für preisgünstige Wohnungen ablassen. Das hat für viel Kritik gesorgt (zentralplus berichtete).

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Daniel Schwerzmann, Korporationsschreiber
  • Website der Korporation Zug
  • Website der Alterszentren Zug zum Projekt «Zukunft Herti»
  • Medienarchiv zentralpus

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