Vielen droht Obdachlosigkeit

Hotel für Suchtbetroffene in Emmenbrücke schliesst

Für Suchtbetroffene wird die Suche nach einer Wohnung immer schwieriger.

Für Suchtbetroffene wird die Suche nach einem Dach über dem Kopf nochmals schwieriger. Mit dem Hotel Fasan in Emmenbrücke schliesst eine wichtige Institution.

Es ist in Luzern schon seit geraumer Zeit schwierig geworden, eine freie Wohnung zu finden. Die Wohnungsnot betrifft auch den Mittelstand – wobei dort eher die eigenen Ansprüche als das tatsächliche Angebot zum limitierenden Faktor werden.

Anders ist die Situation jedoch für Menschen mit ganz tiefen Einkommen. Suchtbetroffene oder Sozialhilfeempfänger etwa. Für sie ist die Wohnungslage prekär. Das beschreibt Bea Piva in der aktuellen Ausgabe der «Gasse Ziitig». Piva arbeitet am Schalter 20, einem Beratungsangebot der kirchlichen Gassenarbeit für Suchtbetroffene.

Die Schwierigkeit der Wohnungssuche beginnt bei der Höhe der Miete. Sozialhilfeempfänger dürfen keine Wohnung mieten, die inklusive Nebenkosten mehr als 1020 Franken pro Monat kostet. Doch nicht nur der Preis wird zur Herausforderung. Die meisten Wohnungsinserate sind heute nur noch im Internet ausgeschrieben. Ohne Handy oder IT-Kenntnisse ist das die nächste Herausforderung.

Zuletzt braucht es für eine Bewerbung auch immer einen aktuellen Auszug aus dem Betreibungsregister. Oftmals ist bei der Wohnungsbewerbung spätestens dort Endstation.

Zu wenig Wohnungen, zu grosse Nachfrage

Alex, ein Kunde vom Schalter 20, sagt dazu: «Es hat einfach zu wenig Wohnungen. Es gibt zwar Institutionen, die das Wohnen betreuen und begleiten. Aber die Nachfrage ist gross und das Angebot reicht nicht.»

Und die Situation wird noch prekärer. Denn Ende November hat das Hotel Fasan in Emmenbrücke geschlossen. Das Hotel hat Menschen auf der Gasse unkompliziert Obdach geboten. «Durch seine Schliessung werden viele Menschen ihr Obdach verlieren», schreibt Piva in der «Gasse Ziitig». Sie fühle sich ohnmächtig, da keine nahtlose Alternative geplant ist. Warum das Hotel schliesst, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Die Stadtluzerner Politik hat sich jüngst auch mit dem Thema auseinandergesetzt. So forderte die SP mittels Postulat die Umsetzung des Housing First-Ansatzes. Dies bedeutet eine bedingungslose Vergabe von Wohnraum an obdachlose Personen, unabhängig von deren sozialen, gesundheitlichen oder sozialen Defiziten. Der Grosse Stadtrat hat das Postulat teilweise überwiesen.

Verwendete Quellen

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