Finanzierung überzeugt

Wohl oder übel: Pragmatisches Ja zum EWL-Areal

Das EWL-Areal bei der Industriestrasse liegt seit Jahren brach. (Bild: jal)

Kritik am teureren EWL-Areal gibt es – doch gebaut werden muss es. Darüber sind sich die Stadtluzerner Parteien am Donnerstag einig.

Die Stadt Luzern will das brachliegende EWL-Areal aus diversen Gründen überbauen. Die Pläne sind jahrelang entwickelt worden, die Baukosten sind von 185 Millionen Franken auf 245 Millionen gestiegen. Auf dem Gelände wird es unter anderem Wohnraum geben, einen neuen Feuerwehrstützpunkt, Büros und einen Kulturraum. Mehr zum Projekt Rotpol gibt es hier.

Am Donnerstag hat sich das Stadtparlament mit dem Grossprojekt beschäftigt. Die Parlamentarier haben die Kredite fürs EWL-Areal mit 39 zu 5 Stimmen bewilligt. Als Nächstes dürfen nun die Luzerner entscheiden: Sie werden am 9. Juni an die Urne gerufen.

Alle Parteien wollen bauen

Im Parlament herrschte ein pragmatischer Grundton. Kritik gab es an hohen Mietzinsen, der Kostensteigerung, sinkender Rendite, dem Abriss des alten EWL-Verwaltungsgebäudes und der Organisationsstruktur der Projektpartner. Trotz Kritik galt aber: Keine Partei will dafür verantwortlich sein, dem neuen EWL-Areal Steine in den Weg zu legen.

Auf dem EWL-Areal sollen auch rund 600 neue Arbeitsplätze entstehen. (Bild: zvg)

So sagte Elias Steiner (Grüne): «Entweder wir lehnen es ab und räumen Scherben zusammen. Oder wir geben grünes Licht.» Seine Partei entschied sich, wie alle, für zweiteres. Und Thomas Gfeller (SVP) meinte: «Eine Ablehnung an der Urne hätte schwere Folgen für die Stadtentwicklung.»

Ein entschiedener Gegner

Deutlich gegen das Projekt stellte sich Mario Stübi (SP). Er lehnte den Abriss des alten EWL-Gebäudes aus Gründen der Nachhaltigkeit ab. Und kritisierte die Mietzinse der geplanten Wohnungen der Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL) als zu hoch. Seinen Kollegen unterstellte er: «Niemand ist begeistert, man will es einfach durchhaben.»

Die Finanzdirektorin Franziska Bitzi zeigte sich über den Entscheid des Parlaments erfreut. Sie sprach von der Aufwertung eines ganzen Stadtteils. Ausserdem argumentierte sie, dass die Kostensteigerung auch das Resultat der weltpolitischen Spannungen der letzten Jahre sei.

Verwendete Quellen
  • Aufnahme aus dem Grossen Stadtrat Luzern
  • zentralplus Medienarchiv
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1 Kommentar
  • Profilfoto von Peter
    Peter, 21.03.2024, 23:52 Uhr

    Ein schlecht geplantes Projekt bleibt schlecht. Daher besser Übungsabbruch und neue, wirklich kreative und gute Ideen für das Areal aufkommen lassen. Nur schon der Nutzungsmix hat sich geändert..
    Die Feuerwehr kann auch am aktuellen Standort neu gebaut werden. So müsste auch seltener der obermühsame Knoten Steghof befahren werden.

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