Wohnen & Bauen
Tipps von Luzerner Ordnungscoach

So bleibt das Zuhause ab jetzt schön aufgeräumt

Manuela Oetiker ist Ordnungscoach und hilft ihren Kundinnen, für jeden Gegenstand einen Platz zu finden. (Bild: zvg)

Im Winter verbringen wir deutlich mehr Zeit zu Hause. Wie halten wir trotzdem Ordnung in den eigenen vier Wänden? Die Luzerner Ordnungscoach Manuela Oetiker gibt wertvolle Tipps.

Wer kennt es nicht? Im Winter kuscheln wir uns gemütlich in eine Decke in den eigenen vier Wänden. Allgemein verbringen wir in der kalten Jahreszeit gerne Zeit zu Hause. Das Aufräumen der Plüschtiere der Kinder darf dann auch schon ein, zwei Tage warten. Und auch die Küche muss nicht immer sofort nach dem Kochen aufgeräumt werden.

Wie verhindern wir, dass unsere Wohnung in dieser Zeit trotzdem nicht im Chaos versinkt? Wir haben von der Luzerner Ordnungscoach nach Tipps gefragt.

zentralplus: Manuela Oetiker, ist der Winter eine gute Zeit, um in der Wohnung Ordnung zu schaffen?

Oetiker: Im Winter ziehen wir uns zurück. Unser Besitz wächst stetig weiter. Es kommt immer mehr dazu. Der ideale Zeitpunkt, um auszumisten! Das ist der erste Schritt. Wir reduzieren den Besitz und versuchen den Platz optimal zu nutzen. Im zweiten Schritt erfolgt dann die Neustrukturierung, was ebenfalls ein wichtiger Punkt darstellt. Jeder Gegenstand bekommt seinen Platz. Ich sage immer, dass sich das Puzzle dann wie automatisch zusammenfügt und uns das Aufräumen erleichtert. Es sind dann nur noch Gegenstände vorhanden, die einen Nutzen haben.

«Ich eruiere, wo die Problemzonen sind, mache Fotos, wie es künftig nicht mehr aussehen soll.»

zentralplus: Wie kann man den Vorsatz umsetzen, mehr Ordnung zu halten?

Oetiker: Ordnung halten geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess und benötigt Routinen und ein Ordnungssystem.

zentralplus: Gibt es ein Schema, wonach Sie Ordnung schaffen?

Oetiker: Das gibt es tatsächlich. Ich starte jeweils bei der Planung. Dort eruiere ich, wo die Problemzonen sind, mache Fotos, wie es künftig nicht mehr aussehen soll und überlege mir ein Ziel. Dann werden für alle Zimmer Behälter vorbereitet mit der Aufschrift «spenden», «verkaufen» und «behalten». Anschliesst gehe ich nach einer Prioritätenliste vor: Wo steckt die grösste Unordnung wo ist der Frust am stärksten? Hier muss begonnen werden, weil dieser Raum dazu bewogen hat, dass man sich Gedanken zu Ordnung macht. Ist dieser Raum aufgeräumt, wächst die Motivation, um auch in anderen Räumen Ordnung zu haben.

zentralplus: Und welcher Schritt folgt dann?

Oetiker: Die Gegenstände benötigen einen festen Platz. Das ist der erste Meilenstein für eine strukturierte Ordnung. Dadurch erleichtert sich das künftige Aufräumen. Und als letzter Schritt folgt die Routine. Sich daran zu gewöhnen, die Gegenstände wieder an ihren Ursprungplatz zurückzulegen. Das gelingt am besten, wenn man Aufräumroutinen und einen festen Zeitpunkt in den Alltag einbaut.

zentralplus: Sie sind seit 2021 Ordnungscoach. Dieser Beruf steht wohl nicht gerade auf der Liste von vielen Kindern, wenn es darum geht, was sie in Zukunft werden möchten: Wie sind Sie darauf gekommen?

Oetiker: Ordnung war mir schon immer wichtig. Und so habe ich bereits in der Vergangenheit immer wieder Freundinnen beim Ausmisten, Ordnen, Einräumen und Verkaufen ihrer ungeliebten Sachen geholfen. Alle waren immer happy mit dem Resultat, sodass ich mich tiefer mit diesem Thema befassen wollte. Ich las viel über die Bereiche Ordnung, Aufräumen, Organisation und lernte täglich Neues dazu. 

«Das Lieblingszimmer ist die Küche. Hier spielt sich das Leben ab.»

zentralplus: Können Sie von ihrem Job als Ordnungscoach leben?

Oetiker: Noch nicht, ich bin immer noch im Aufbau. Die Nachfrage ist aber sehr gross, dehalb wird das bald realistisch sein. Teilweise arbeite ich nur 20 Prozent und dann gibt es aber auch wieder Wochen, in welchen ich 100 Prozent arbeite.

zentralplus: In welchen Schränken und Zimmer räumen Sie am liebsten auf?

Oetiker: Das Lieblingszimmer ist die Küche. Hier spielt sich das Leben ab. Meistens starten wir hier und arbeiten uns danach durch die anderen Räume. Einer der wichtigsten Punkt bei meinem Coaching ist, dass jeder Gegenstand seinen Platz findet. Und dann ergibt sie oft eine ganz grossartige Dynamik und wir platzieren Möbel um, wodurch der Nutzen optimiert wird. Auf einmal wird aus einer Abstellkammer ein Bastelraum. Oder aus einer Leseecke wird ein Archiv mit Ordnern. Das ist der spannendste und schönste Teil an meinem Job, dass ich innerhalb kurzer Zeit das Leben und den Alltag der Menschen positiv beeinflussen und erleichtern kann.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Manuela Oetiker
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