Zuger Bauprojekt seit 17 Jahren verzögert

Salesianum könnte gebaut werden – wird aber erneut blockiert

Zwischen den Gleisen und dem St. Karlshof an der Artherstrasse soll seit Jahren gebaut werden. (Bild: zvg)

Die Baubewilligung beim Salesianum hat der Stadtrat erteilt. Doch erneut hat jemand Einsprache erhoben. Damit erhält die 17-jährige Geschichte der Zuger Baukatastrophe ein weiteres Kapitel.

60 Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wohnhaus des schweizweit bekannten Zuger Bitcoin-Millionärs Niklas Nikolajsen: Das plant die Baarer Immobilienfirma Alfred Müller AG. Die Überbauung auf dem Salesianum-Areal bei Zug Fridbach ist wohl das langwierigste Projekt der Firma.

8 Gebäude, 85 Parkplätze, eine Erschliessung des neuen Wohnquartiers über den Fridbachweg und ein öffentlicher Fussweg zum St. Karlshof, ein Zuger Baudenkmal, das Nikolajsen aufwendig saniert hat und heute dort mit seiner Familie lebt, sahen die Pläne vor (zentralplus berichtete).

Vor 17 Jahren startete die Planung für Salesianum

Im Sommer 2022 legte die Firma das Baugesuch für das 65-Millionen-Franken-Projekt inklusive Pläne öffentlich auf. Und viele waren sich nach Jahren des Rechtsstreits sicher: Bald kann die Alfred Müller AG bauen. Doch nun kommt es anders. Das Projekt ist erneut verzögert, wie zentralplus erfahren hat.

Das Baugesuch vom Sommer 2022 zeigt, was geplant ist. (Bild: Stadt Zug)

Im Jahr 2007 erfuhr die Öffentlichkeit, dass die Baarer auf dem Salesianum-Areal bauen wollen. Doch die Firma musste ihre ersten Pläne abändern und die Anzahl Wohnungen von 80 auf 60 reduzieren. Anschliessend sagten der Grosse Gemeinderat und das Zuger Stimmvolk klar Ja zum Bebauungsplan. Das ist 13 Jahre her.

Gerichtsprozesse, Änderungen, Beschwerden ohne Ende

Danach begannen die richtigen Probleme. Das Projekt ging vor Verwaltungsgericht, wurde eingestampft, überarbeitet, 2016 segneten die Zuger den abgespeckten Bebauungsplan Salesianum erneut ab. Eine Beschwerde dagegen landete vor Bundesgericht, scheiterte aber. Seit 2020 gilt der Plan.

Die Besitzerin wollte bauen. Also reichte sie 2021 ein Baugesuch ein. Es folgte erneut eine Einsprache. Die Alfred Müller AG zog die Pläne zurück, aus Angst vor einem ewigen Rechtsstreit (zentralplus berichtete). Der Bauträger mit langem Schnauf ging wieder über die Bücher, überarbeitete alles ein weiteres Mal und reichte 2022 ein neues Projekt ein. So viel ist bekannt.

Gegen die Baubewilligung sind wiederum Einsprachen eingegangen

Doch nun sind zwei Jahre vergangen seit der öffentlichen Auflage des neuesten Projekts für das Salesianum-Areal. Baugespanne stehen ebenfalls seit dem Sommer 2022. Passiert ist augenscheinlich nichts.

Auf Anfrage informiert Othmar Bertolosi, Sprecher der Alfred Müller AG, über das wohl Unvermeidliche: «Mit Stadtratsbeschluss vom April 2023 wurde die Baubewilligung erteilt, gegen diesen Entscheid sind Einsprachen eingegangen.»

Zum Inhalt der Einsprachen will sich der Sprecher nicht äussern, wegen des laufenden Verfahrens. Frühere Einsprachen aber sollen die Erschliessung des Areals via Fridbachweg und die Grösse der Häuser bemängelt haben (zentralplus berichtete). Bertolosi bleibt nicht mehr zu sagen als: «Mit Erhalt einer rechtskräftigen Baubewilligung werden wir mit der Planung und der Realisierung starten.»

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit Othmar Bertolosi, Kommunikation Alfred Müller AG
  • Mitteilung der Alfred Müller AG
  • zentralplus-Medienarchiv
  • Artikel in der «Luzerner Zeitung»
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